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Ott trifft vom Anstoß weg aus 53 Metern – Berning gelingt ein Hattrick

Anpfiff – 1, 2, 3, 4, Toooor!

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Melanie Ott hat sich beim Bilderbuchstart des FSV Gütersloh in der neuen eingleisigen 2. Frauenfußball-Bundesliga gleich mal einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Die 21-Jährige schießt am Sonntag beim 5:0 (2:0) über den USV Jena direkt vom Anstoß weg das schnellste Tor der Liga-Historie: Drin aus 53 Metern und nach vier Sekunden!

Christian Bröder

Hat’s eilig: Der Gütersloherin Melanie Ott (links), hier gegen die Jenaerin Anja Heuschkel, gelingt am Sonntag nach vier Sekunden aus 53 Metern das schnellste Tor der neuen, eingleisigen 2. Bundesliga im Frauenfußball. Foto: Wolfgang Wotke

Anpfiff – 1,2,3,4, Toooor! Knapp hinter dem Anstoßkreis des 100 mal 64 Meter großen Kunstrasen-Spielfeldes der Tönnies-Arena nimmt Ott Maß und überrascht die gegnerische Keeperin Sarah Hornschuch böse.

Melanie Ott

»Das war so geplant. Es war eine Idee von unserem Trainer. Wir hatten es vergangene Woche im DFB-Pokal schon einmal ausprobiert. Diesmal hat es geklappt, ich habe den Ball perfekt getroffen«, schildert Ott ihr Traumtor, das ein Rekord für die Ewigkeit sein dürfte.

Bitter für den Gegner: Jena hatte denselben »Anstoß-Tor«-Plan

Kurios: »Denselben Plan hatten wir eigentlich auch, wenn wir Anstoß gehabt hätten«, verrät Gästetrainer Steffen Beck (54), »umso schlimmer, dass wir so ein Ding kassieren und unsere Torhüterin nicht darauf vorbereitet war.« Nach dem Blitztor (1.) vor 305 Zuschauern, das dem zu beschäftigten Geschäftsführer Michael Horstkötter entgeht, läuft’s sofort mit Vollspeed weiter. Der im 4-4-2 agierende Gastgeber legt gegen den Bundesliga-Absteiger schnell durch Isabelle Wolf das 2:0 (5.) nach.

Sieg für Trainer Stricker zu hoch – am 2. September geht’s zum FC Bayern

»Wir hatten drei, vier glückliche Momente. Das fing schon mit dem ersten Tor an«, räumt Trainer Marc Oliver Stricker später ein, dass der Sieg insgesamt zwar verdient, »in der Höhe aber nicht in Ordnung« sei. Sprich: Der akribisch am Seitenrand jede Aktion begleitende 46-Jährige sieht auch einige Ansätze zur Kritik. Etwa, dass »das Zentrum oft eher in der Hand des Gegners« ist. Das gelte es beim in Saarbrücken mit 1:3 (1:2) unterlegenen BV Cloppenburg am zweiten Spieltag zu verbessern, bevor es am 2. September mit dem vorgezogenen Spiel bei Bayern München II weiter geht.

U17-Nationalspielerin Pauline Berning gelingt Hattrick (67./71./86.)

Ohnehin ist »Mo« Stricker um Bodenständigkeit bemüht: »Ich warne davor, dass man die Bäume in den Himmel wachsen sieht und bleibe dabei: Wir sind in dieser Liga so etwas wie Island bei der WM – krasser Außenseiter.« Der Blick zurück passt ins Bild: Auch in der letzten Spielzeit schaffte der FSV zum Start vier Siege (21:7 Tore), qualifizierte sich aber nur mit Ach und Krach für die neue 2. Liga.

In dieser stürmt der FSV Gütersloh am Sonntag auch deshalb an die Tabellenspitze, weil U17-Nationalspielerin Pauline Berning ein lupenreiner Hattrick (67./71./ 86.) gelingt. »Den habe ich noch nie geschafft, höchstens mal in der F-Jugend«, freut sich die 17-Jährige. Im November möchte sie zur U17-WM nach Uruguay. Vorher kann sie dem »Blitzstarter« FSV Gütersloh mit Toren weiter zum Ziel Klassenerhalt verhelfen.

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