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Stricker-Elf gewinnt in Überzahl 3:0 – Prüfer zählt zum Kandidatenkreis

Big Points in brutal enger 2. Bundesliga

Gütersloh (WB). Bizarre 2. Frauen-Bundesliga: Dass der FSV Gütersloh nach seinem 3:0 (2:0) über den SV Weinberg am Samstag als zwischenzeitlicher Rangneunter einen Punkt über der Abstiegszone und gleichzeitig nur zwei Punkte hinter einem potenziellen Aufstiegsplatz steht, sorgt für divergente Lesarten der Tabelle.

Christian Bröder

Während Julia Brückner (von links) gefrustet die Arme in die Hüften stemmt, bejubeln Melissa Schulz, Torschützin Melanie Ott, Noreen Günnewig und die als Vorbereiterin und Torschützin glänzende Isabelle Wolf in der Tönnies-Arena den Treffer zum 2:0. Foto: Wolfgang Wotke

»Nach unten ist es eng, aber auch nach oben, denn die ganzen 2. Mannschaften zählen ja nicht für den Aufstieg«, spricht der liebvoll Grüße an den DFB verteilende FSV-Trainer Mark Oliver Stricker über die irrsinnige Situation, dass der 1. FC Köln als Rangsechster (14 Punkte) zu diesem Zeitpunkt Erstliga-Status genießt und sich Gütersloh (12) in Reichweite befindet.

Mark Oliver Stricker

Während Marketingleiter Heinz Krüger augenzwinkernd daran erinnert, schon vor der Saison vom Aufstieg gesprochen zu haben, bleibt der 46-jährige Coach auf dem Teppich: »Man sieht ja an den anderen Ergebnissen heute, wie wichtig der Sieg war, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu stehen.«

Nämlich überlebenswichtig! Als die Fußballerinnen des FSV am frühen Nachmittag die Tönnies-Arena erreichen, sind sie durch die Vormittags-Ergebnisse Vorletzter. »Das war aber kein Thema in der Kabine«, erklärt Kapitänin Lena Lückel. Es folgt eine beeindruckende erste Halbzeit: Shpresa Aradini nutzt einen von vielen langen Bällen hinter die Viererkette der Mittelfränkinnen per Heber zum 1:0 (18.). Kurz darauf wird die starke Isabelle Wolf nach einem hohen Anspiel von Noreen Günnewig durch die »letzte Frau« Anna-Sophie Fliege zu Fall gebracht. Unvermeidliche Konsequenz: Rote Karte, Fliege fliegt (25.)!

Reimann und Baum feiern Zweitliga-Debüt

In Überzahl tut sich Gütersloh zunächst schwer, legt aber durch Melanie Ott zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 (36.) nach. Zwar merkt Gästecoach Jürgen Schmidt an, dass seine Elf in der zweiten Halbzeit ihr »wahres Gesicht« zeigt, doch auch für ihn gibt es am Gütersloher Sieg »letztlich nichts zu deuteln«. Für die 21-jährige Torhüterin und Ex-Wolfsburgerin Manon Klett ist es bei ihrer FSV-Premiere »wunderschön, nach einem Jahr mal wieder auf dem Platz zu stehen«, Isabelle Wolf gelingt mit dem 3:0 das Tor des Tages (61.) und Paula Reimann trifft den Pfosten (82.). Die 16-Jährige gelangt genauso zu ihrem Zweitliga-Debüt wie Celina Baum. Marie Schröder feiert nach zweijähriger Verletzungspause infolge eines Kreuzbandriss ihr Comeback.

Alle drei stehen im Aufgebot, weil dem FSV kurz vor der Winterpause durch die U17-WM in Uruguay gleich vier Spielerinnen fehlen, was auch Stricker noch einmal anspricht: »Klar muss man mal den lieben DFB hinterfragen, ob das alles so richtig ist mit der Planung.« Gleichwohl wünscht der 46-Jährige den »Südamerika-Reisenden« Anna Aehling, Charlotte Blümel, Pauline Berning und Gentiana Fetaj, »dass sie mit einer Medaille nach Hause kommen.«

Trainernachfolge: Prüfer einer von fünf Kandidaten

Was Strickers Trainernachfolge angeht, hat der FSV Gütersloh aktuell einen Kreis von fünf Kandidaten ins Auge gefasst. Einer ist Ex-Herforder Jürgen Prüfer (51), der derzeit Männer-Bezirksliga-Schlusslicht SW Sende betreut. Die A-Lizenz-Inhaber Steffen Enge und Uli Laustroer dürften sich dagegen eher als interessierte Betrachter unter die 85 Zuschauer in der Tönnies-Arena gemischt haben.

Statistik:

FSV Gütersloh: Klett - Lange, Schmücker, Lückel, Schulz - Wille (88. Schröder), Günnewig, Stojan, Aradini (75. Reimann) - Wolf (64. Baum), Ott. SV 67 Weinberg: Treiber - Hofrichter, Grimm, Brückner, Fliege, L. Haberäcker - Komm, Hofmann (76. Kellermann), Rößler (62. Riess), Danowski (46. M. Haberäcker) - Heisel. Schiedsrichterin: Irina Stremel (26), Barnten, Verein: SV Emmerke. Gelbe Karten: Anna Hofrichter (67.). Rote Karte: Anna-Sophie Fliege (26.), Notbremse gegen Isabelle Wolf. Chancen: 10:4 (5:2). Ecken: 5:1 (3:0). Zuschauer: 85.

Tore

• 1:0 Shpresa Aradini (18.). Die 24-Jährige nutzt einen Stellungsfehler von Mara Grimm und läuft passend in den 40-Meter-Pass von Melissa Schulz. Im Anschluss chipt »Shpre« den Ball über die Torhüterin Anja Treiber. • 2:0 Melanie Ott (36.). Isabelle Wolf stößt über die rechte Angriffsseite nach vorne und sieht zum wiederholten Male, dass Melanie Ott links frei im Strafraum lauert. Diesmal sitzt der Querpass, den Ott annimmt und am langen Pfosten reindrückt.• 3:0 Isabelle Wolf (61.). Prädikat »absolut sehenswert«! Pia Lange flankt aus dem rechten Halbfeld hoch und mit Druck in den SVW-Strafraum. Wolf schaltet schnell und verwandelt per Volley-Spreizschuss, der Unterkante der Latte einschlägt. »Den wollte ich genauso treffen«, verrät Wolf.

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