1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Gütersloh
  6. >
  7. »Das haben wir 20 Jahre nicht gehabt«

  8. >

Lydia Ventker eilt für den RSV Gütersloh von Sieg zu Sieg und Gatte Sebastian steigt auf

»Das haben wir 20 Jahre nicht gehabt«

Gütersloh (WB). Ziemlich abgefahren: Vor wenigen Wochen haben sich die Rennradfahrer Lydia und Sebastian Ventker das Ja-Wort gegeben. Jetzt haben beide beim 21. Internationalen Sparkassen Giro in Bochum vor tausenden Zuschauern für Höhepunkte des RSV Gütersloh gesorgt. Er ist in die B-Klasse aufgestiegen und sie hat im mit zahlreichen Profis besetzten Frauenteam für eine kleine Sensation gesorgt.

Markus Nieländer

Im Hintergrund flimmert die Hitze, an der Seite fiebern die Zuschauer und vorne feuert Lydia Ventker ein heißes Finish raus. Die 32-Jährige vom RSV Gütersloh fährt in Bochum ihren elften Saisonsieg ein, führt weiter in der deutschen Rangliste. Foto: pictureROB, Robert Möller

Trotz der »Übermacht« der Holländerinnen hat die 32-Jährige ihren elften Saisonsieg eingefahren. »Das war mein größter Erfolg in diesem Jahr. Mein Ziel war eine Top-Ten-Platzierung, denn es ist immer schwer, gegen die Profi-Teams zu bestehen«, jubelte Lydia Ventker. Sie eilt derzeit von Sieg zu Sieg.

Hans-Jörg Eggert

Mit ihrem Triumph im Ruhrgebiet hat sie Hans-Jörg Eggert beeindruckt. »Ohne Unterstützung von einem Team den Sieg von der Spitze herauszufahren, das war schon phänomenal zu sehen«, erklärte der RSV-Geschäftsführer und -Sportwart. Er hatte das Rennen in Bochum vom Streckenrand aus beobachtet und kam aus dem Schwärmen kaum noch heraus: »Lydia führt jetzt schon die gesamte Saison über die Deutsche Rangliste an – selbst vor den Profis. Das haben wir in den letzten 20 Jahren nicht gehabt.«

Im 70-köpfigen Frauen-Feld: Sieg im Langsprint gegen holländisches Duo

Die Gelobte hatte im mit über 70 Fahrerinnen hochklassig besetzten Frauenrennen von Beginn an eine offensive Fahrweise gewählt. Zur Mitte des Rennens bildete sich eine entscheidende Gruppe, aus der heraus sie vor der Zielkurve nach vorne zog. »Den Langsprint kann ich ja und damit habe ich die beiden Holländerinnen überrascht«, freute sich Ventker, die mit über einer Radlänge vor Marit Raalkmakers (Parkhotel Valkenburg) und Minke Slingerland (Maaslandster Int. Women CT) gewann. Bereits am Freitag Abend hatte Ventker beim Einladungsrennen im niederländischen Heerlen als Achte eine ganz starke Vorstellung abgeliefert.

Auch Gatte Sebastian geht es offensiv an

Ähnlich offensiv wie seine Frau gestaltete Ehemann Sebastian Ventker sein C-Rennen im Rahmenprogramm der Profis. »In Bochum gehen immer früh Gruppen, darum bin ich gleich rein«, erklärte der gebürtige Versmolder, den es beruflich nach Düsseldorf verschlagen hat. Zu Beginn des Rennens wurden alle Ausreißer angesichts der hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von 44,6 Stundenkilometer gestellt. In einer siebenköpfigen Gruppe, die schnell einen Vorsprung von einer Minute herausfuhr, hatten es die Gütersloher im Finale schwer.

Sebastian Ventker

Paul Voigt wurde nach einer Attacke zwei Runden vor Schluss wieder gestellt. Ventker versuchte es mit einer Konterattacke, aber diesmal reichte die Kraft nicht den kleinen Vorsprung ins Ziel zu retten. Am Ende ging es für ihn als Fünfter in die B-Klasse hoch – ein kleiner Wermutstropfen: »Ich wäre eben gerne mit einer Treppchenplatzierung aufgestiegen«, so Sebastian Ventker, der bisher vier zweite Plätze zu Buche stehen hat. Fazit: In Bochum sorgt das Ehepaar Ventker für eine weitere Sternstunde des RSV Gütersloh.

Startseite
ANZEIGE