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Sponsorenabend des FCG: Fahrschullehrer Brinkmann gibt Gas – neue Ära

»Ennatz« Dietz wäre beinahe in Gütersloh gelandet

Gütersloh (WB). Als Moderator Werner Hansch beim Sponsorenabend des FC Gütersloh zum Brüderpaar Dennis und Tim Brinkmann überleitet, sagt er zu seinen Zuhörern schmunzelnd: »Beide bitte nicht mit Kult-Fußballer Ansgar Brinkmann verwechseln!«

Uwe Caspar

Unterhaltsame Plauderei der Veteranen beim Sponsorenabend des FC Gütersloh: Der bald 80-jährige Kult-Kommentator Werner Hansch (rechts) kann dem Ex-Europameister Bernhard »Ennatz« Dietz (70) einige vergnügliche Anekdoten entlocken. Foto: Uwe Caspar

Obwohl der Ball noch nicht rollt, geben sich der neue Trainer (Dennis) und der ebenfalls frisch installierte Teammanager (Tim) bereits auf dem weißen Podiumssofa sehr kämpferisch.

Dennis Brinkmann

»Schon vom ersten Tag an sollen die Leute sehen, was die Uhr im Heidewald geschlagen hat«, gibt Fahrschullehrer Dennis Brinkmann vor den Sponsoren kräftig Gas. Gern haben die Gönner zudem vernommen, dass der neue Hoffnungsträger auf Offensive setzt. »Wir werden uns nicht hinten reinstellen, stattdessen ist Attacke angesagt«, kündigt der Coach forsch an.

Kreuz und quer durch Deutschland: 60 Spiele für neue Spieler

Er und sein Zwillingsbruder reisten für ihren Personalplanungs-Marathon kreuz und quer durchs Land: 60 Spiele in diversen Ligen haben sie sich angeschaut, um die für den heimischen Oberligisten infrage kommenden Akteure herauszupicken. Mit ihnen wurden dann 50 bis 60 Gespräche geführt. Worauf Tim Brinkmann explizit stolz ist: Für keinen der Neuzugänge wurde weder eine Ablöse noch eine Beraterhonorar gezahlt. »Sie alle sind aus Überzeugung zu uns gekommen«, versichert der Sportliche Leiter

Auffahrunfall auf der Autobahn verhindert Dietz’ Gütersloh-Engagement

Vor ihrem Auftritt haben die »Brinkmänner« mit sichtlichem Interesse den Plauder-Dialog zwischen dem einstigen Kult-Kommentator Werner Hansch und Ex-Nationalspieler Bernhard Dietz verfolgt. So verrät der »Ennatz«, dass er vor Karrierestart beim MSV Duisburg beinahe bei einem Gütersloher Klub gelandet wäre. Ein Auffahrunfall auf der Autobahn verhinderte das aber. Dietz trocken: »Dann bin ich einfach wieder umgekehrt.« Das war auch die richtige Entscheidung, sonst hätte er wohl kaum den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft.

Fuchsteufelswild, wenn die Kabine zum Mülleimer wird

Während seiner späteren Trainerlaufbahn habe Bernhard Dietz die Arbeit mit dem Nachwuchs die meiste Freude bereitet. Nur wenn seine Jungs die Kabine mit einem Mülleimer verwechselten, wurde er fuchsteufelswild. Oft übernahm Dietz selbst Chauffeur-Dienste: »Und dafür habe ich nicht mal Spritgeld bekommen.« Heute stört den 70-Jährigen, dass fast jeder Jugendliche einen »Berater am Halse hängen hat«.

Bernhard Dietz

Die zum Teil irrsinnigen Ablösen und Gehälter registriert er dennoch gelassen: »Man kann die Zeit nicht aufhalten, trotzdem wird der Fußball nie kaputtgehen.« Politische Kommentare gab er in früheren Zeiten nie öffentlich ab. Der Ex-Europameister meint: »Als Profi sollte man sich da lieber heraushalten und vor keinen Karren spannen lassen.«

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