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Fußball-Regionalliga: SCV-Trainer Andreas Golombek trauert »zwei verlorenen Punkten« nach – Eklat in der Pressekonferenz

Gefühlte Niederlage für Verl im Derby gegen Wiedenbrück

Verl (WB). Vom ersten Heimsieg trennen den SC Verl nur noch ein paar Sekunden. Doch dann rauscht ein von Massih Wassey getretener Filigran-Freistoß ins Netz und trifft den Regionalliga-Rivalen bis ins Mark. Mit hängenden Köpfen trotten die Verler vom Platz. Das 1:1 gegen den SC Wiedenbrück empfindet nicht nur Kapitän Julian Schmidt wie eine »gefühlte Niederlage«. Auch Trainer Andreas Golombek trauert »zwei verlorenen Punkten« nach.

Da gibt es kein Halten mehr. Nach dem 1:1-Ausgleich in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Massih Wassey flippt ganz Wiedenbrück aus. Kapitän Mariusz Rogowski (von links) Oliver Zech, Jeffreys Volkmer (verdeckt) und Max Wilschrey laufen in Richtung des Torschützen. SCV-Schlussmann Sebastian Lange ist dementsprechend bedient. Foto: Wolfgang Wotke

Den für die Hausherren so verhängnisvollen Freistoß verursacht Daniel Mikic, der Stipe Batarilo stoppen will. »Wir beide sind zum Ball gegangen. Der Schiedsrichter hätte auch für uns pfeifen können«, meint der Verler.

Glückloser Manuel Rasp

Doch das Derby hätte schon vorher zu Gunsten seines Teams entschieden werden können: Zwei nicht ungefährliche Kopfbälle von Hamadi Al Ghaddioui und zwei schöne Schüsse von Manuel Rasp in Durchgang eins entschädigen für die mäßigen ersten 20 Minuten. Verl ist der Führung viel näher als die nahezu chancenlosen Emsstädter.

Auch nach Wiederanpfiff: Erst zieht Rasp den Ball nur knapp am Pfosten vorbei, dann steht ihm SCW-Keeper Marcel Hölscher erneut im Weg. Trotz seiner vergebenen Chancen bescheinigt Golombek dem nur im Abschluss glücklosen Stürmer nicht ganz zu Unrecht eine  starke Vorstellung: »Manuel hat sich auch heute richtig reingekniet.«

Hamadi Al Ghaddioui verlädt den bärenstarken Wiedenbrücker Schlussmann Marcel Hölscher und bringt seinen SC Verl mit 1:0 in Führung. Foto: Wolfgang Wotke

Bezeichnend, dass der SCV erst durch den von Al Ghaddioui verwandelten Strafstoß das 1:0 erzielt. Denn drei der bisher vier geschossenen Tore sind nach Standardsituationen gefallen. So kann auch der eingewechselte Nico Hecker kurz vor Schluss seine Riesenchance nicht nutzen.

Golombek macht Mannschaft keinen Vorwurf

»Hätten wir  das 2:0 gemacht, wären die Wiedenbrücker nicht mehr aufgestanden, zumal wir ihre Leistungsträger Wassey und Bednarski aus dem Spiel nehmen konnten«, hadert Andreas Golombek mit dem unglücklichen Ausgang. Er könne seiner noch unbesiegten Mannschaft trotzdem keinen Vorwurf machen und kündigt mutig an: »Die beiden verschenkten Punkten wollen wir uns am kommenden Samstag in Köln wiederholen.«

Auch in puncto Zuschauer ist die Verler Rechnung nicht aufgegangen. »Die von mir erhoffte Tausendermarke ist leider nicht geknackt worden. Die Leute sind bei dem Wetter lieber im Garten, als auf den Fußballplatz zu gehen«, bedauert Raimund Bertels das wiederum mäßige Derby-Interesse.

Eklat in der Pressekonferenz

Sicherlich dürfte auch dem Vereinschef ein Vorfall in der Pressekonferenz peinlich gewesen sein. »Nimm die Mütze ab«, pöbelt ein offenbar gefrusteter SCV-Gönner den verdutzten Wiedenbrücker Trainer Alfons Beckstedde an. Und der kontert später süffisant: »Ich muss mich für den Punkt nicht schämen und dafür auch nicht die Mütze ziehen.« Peng, das saß! Eine offizielle Entschuldigung seitens der Verler hat’s nicht gegeben..

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