1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Michelle macht die Männer lang

  8. >

Rannacher rennt beim Gütersloher Silvesterlauf fast allen anderen davon

Michelle macht die Männer lang

Gütersloh (WB). Der vierte Sieg in Serie von Michelle Rannacher (DJK Gütersloh) hat den 35. Silvesterlauf überstrahlt. In 36:17 Minuten lief die 24-jährige Gütersloherin ein beeindruckendes Rennen. Im Feld der 731 Teilnehmer war nur Männersieger Reuben Hoyte (34:54 Min.) schneller.

Markus Nieländer

Sie ist einfach nicht zu stoppen: Michelle Rannacher läuft auf dem Sportplatz am Kamphof nach starkem Auftritt ins Ziel. Da staunt auch Heribert Flötotto nicht schlecht (kleines Foto), der letztmals Chef-Organisator war. Foto: Markus Nieländer

Mit ihrem furiosen Sieg ließ die mehrfache Kreisrekordlerin die ambitioniert laufenden heimischen Männer blass aussehen, die sich ausnahmslos hinter ihr einreihten. »Das ist eine absolut starke Leistung«, ordnete Sprecher Thomas Beckmann für die begeistert klatschenden Zuschauer die Leistung ein. Nur Streckenrekordhalterin Antje Strothmann (35:49) und die zweimalige Siegerin Caroline Hoyte (35:53) waren bei ihren Erfolgen noch schneller gelaufen.

»Carolin saß mir die ganze Zeit im Nacken. Ich habe mich gar nicht gewagt umzuschauen, sondern bin immer nur gerannt«, erklärte Rannacher erschöpft, aber lächelnd. Im Ziel betrug der Vorsprung auf die 48-jährige Engländerin, die früher das englische Nationaltrikot trug, 50 Sekunden.

Reuben Hoyte auf den Spuren seines Vaters

Ein Hoyte war dann aber doch schneller als Michelle Rannacher. Sohn Reuben Hoyte trat in die Fußstapfen seines 1998 erfolgreichen Vaters Kurt und gewann in 34:54 Minuten erstmals den Silvesterlauf. Zusammen mit Murat Bozduman (36:38, LG Burg Wiedenbrück) und Ferhat Sino (36:50, DJK Gütersloh) bildete der 19-jährige Brite ein Führungstrio. Nach drei Kilometern stürzte Sino im Matsch und fiel mit Schmerzen und einem blutenden Knie zurück. Wenig später schüttelte Hoyte auch noch Murat Bozduman ab. »Ich hatte in der Woche hart trainiert und 100 km gelaufen. Ich hatte keine Kraft mehr«, erklärte der 35-jährige Wiedenbrücker, wieso er wenig später auch nicht im Sog von Michelle Rannacher bleiben konnte. Dafür schob sich Leif Erik Bleisch, Oberliga-Triathlet des 1. TriTeam des Gütersloher TV, noch bis auf den zweiten Platz vor.

Stark trumpfte auf den letzten Kilometern Ingmar Lundström auf. Nach verhaltenem Beginn lief der 46-jährige dreifache Sieger noch bis auf Platz vier. »Heute fehlte mir ein Kilometer und ich wäre noch aufs Treppchen gelaufen. Dass es noch einmal so weit nach vorne geht, damit hatte ich nicht gerechnet«, so Lundström.

5-km-Lauf wird immer beliebter

Sportlich hochklassig besetzt war der 5-km-Lauf – mit 515 Teilnehmern auch in der Breite. Für das herausragende Ergebnis sorgte der 19-jährige Oelder Steffen Baxheinrich (LG Olympia Dortmund). In 15:15 Minuten verfehlte der 19-Jährige den zwei Jahre alten Streckenrekord von Hendrik Pohle um 15 Sekunden und lief die drittschnellste Siegerzeit. Nur auf den ersten eineinhalb Kilometern konnte Julian Borgelt (DJK Gütersloh) noch folgen, dann sorgte Baxheinrich, der in Dortmund seit zwei Jahren das Sportinternat besucht und die vergangenen beiden Jahre dem C-Kader des DLV angehört, für eine Vorentscheidung.

Der 30-jährige Adam Janicki (15:20 Min., SV Brackwede) hielt bis zur 4-km-Marke gegen, dann war auch bei ihm Schluss. Julian Borgelt, als Dritter schnellster heimischer Läufer, war zufrieden: »Das war ein gutes Training, wobei ich derzeit mehr für die 800 m trainiere, um noch die Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften Ende Februar in Sindelfingen zu schaffen«, erklärte der Schützling von LG-Trainer Roland Przybilla.

Bei den Frauen setzte sich erneut Meggie Schneider durch. Die 20-jährige Lemgoerin gewann zum zweiten Mal den 5-km-Lauf. Auf die Plätze liefen Saskia Schmiemann (17:54 Min., SV Teuto Riesenbeck) und Malin Bruhns (19:37 Min., LC Solbad Ravensberg).

Zufrieden fiel auch das Fazit von Heribert Flötotto, der nach zehn Jahren zum letzten Mal als Chef-Organisator fungierte, vom ausrichtenden Post SV Gütersloh aus. Mit 1267 Teilnehmer wurde das Drittbeste Ergebnis erzielt. »Der 5-km-Lauf war mit 515 Teilnehmern wieder besser besetzt und sportlich ein Hammer. Die Jungs haben sich nichts geschenkt. Auch der Sieg von Michelle Rannacher war klasse. Rein sportlich müssen sich die Männer sputen«, erklärte der Post-Chef beim prüfenden Blick auf die Ergebnisliste.

EDV fällt aus: keine Altersklassenehrung

Einziger Wermutstropfen war der Ausfall der EDV-Anlage im 10-km-Rennen. »Dadurch konnten wir die Altersklassenehrung nicht durchführen. Die Sieger können sich aber eine Flasche Sekt abholen«, versprach Flötotto, der nach dem Lauf das Jahr mit zahlreichen Teilnehmern gemütlich auf dem Kamphof bei Berlinern, Tee, Glühwein und Sekt ausklingen lies.

Startseite