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Lena Goeßling (32) freut sich auf die WM und blickt Richtung Olympia

Motiviert im Herbst der Karriere

Löhne/Gütersloh (WB). Sie gehört zu den erfolgreichsten Fußballerinnen Deutschlands: Lena Goeßling. Ende November hat die Löhnerin, die zwischen 2002 und 2006 für den damaligen FC Gütersloh 2000 gespielt hat, ihren Vertrag beim VfL Wolfsburg bis 2021 verlängert. Im Herbst ihrer Karriere verfolgt die 32-Jährige ehrgeizige Ziele.

Florian Weyand

Lena Goeßling unterschreibt nicht nur im Goldenen Buch der Stadt Wolfsburg, wie auf diesem Foto, sondern auch einen neuen Vertrag beim Bundesligisten VfL Wolfsburg. Bis 2021 hat sich die 32-Jährige an den Deutschen Meister gebunden. Foto: dpa

Im Juni steht nämlich die Weltmeisterschaft in Frankreich auf dem Programm. Goeßling will bei dem Event natürlich für Deutschland auf dem Platz stehen, schließlich fehlt der WM-Titel noch in ihrer Sammlung. Die Allrounderin, die bisher 103 Mal das Nationaltrikot trug und im Jahr 2002 mit den B-Juniorinnen des FCG die deutsche Meisterschaft nach Gütersloh holte, ist zuversichtlich beim Turnier dabei zu sein.

Lena Goeßling

»Wäre ich Offensivspielerin, würde ich wahrscheinlich denken: ›Puh, das wird eng für mich.‹ Aber auf den Defensivpositionen ist die Auswahl nicht ganz so groß. Wenn ich gesund bin und beim VfL meine Leistung bringe, mache ich mir nicht so große Gedanken. Ich denke, so selbstbewusst darf ich sein«, sagte Goeßling zuletzt dem Internetportal »Sportbuzzer«. Ihre Titelsammlung WM-Titel zu komplettieren, wird für die Olympiasiegerin von 2016 aber kein leichtes Unterfangen: »Die anderen Nationen holen auf, Deutschland ist stehen geblieben. Vielleicht hat man hier nach den Erfolgen in den vergangenen Jahrzehnten gedacht, dass das von allein weiterläuft und hat zu wenig getan. Die anderen Nationen haben einfach aufgeholt. Man kann nicht mehr sagen: Wir fahren da mal eben hin und gewinnen 7:0«, sagt Goeßling.

Dennoch: Unter Interimstrainer Horst Hrubesch stieg die Formkurve der DFB-Frauen zuletzt an und nun soll Martina Voss-Tecklenburg die Auswahl zurück zu alten Erfolgen führen. Goeßling freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Teamchefin: »Ich kenne sie nicht so gut, aber wenn man sieht, was sie aus der Schweiz gemacht hat, bringt sie das deutsche Team vielleicht wieder dahin, wo es mal war«, sagt die 32-Jährige, die Ende 2018 aufgrund einer Blinddarm-Operation sowie einer Knöchelreizung noch einmal mehrere Wochen ausgefallen ist. »Ich war nach der Blinddarm-OP vielleicht zu gierig, habe zu schnell zu viel gewollt. Es ging zwei Wochen lang gut, dann kam diese Knöchel-Geschichte wie aus dem Nichts«, berichtet die Europameisterin von 2013.

Mit 34 Jahren zu den Olympischen Spielen

Die Olympischen Spiele sind ein weiteres Fernziel der Defensivspielerin, die dann mit 34 Jahren noch einmal am Riesenevent teilnehmen möchte. »Der Gedanke, dann zu sagen: ›Gut, es reicht‹, ist schon da. Ab und zu mal ein freies Wochenende mehr zum Regenerieren, das wäre gut. Aber ich lasse mir da noch ein Hintertürchen offen«, sagt Goeßling.

Nur 90 Minuten bis in die Heimat zur Mama in Löhne

Und was kommt dann? Bis 2021 ist die Zukunft erst einmal gesichert. Wenn Goeßling fit ist, gehört sie in Wolfsburg zum absoluten Stammpersonal. Mittlerweile fühlt sie sich in der Stadt auch wohl. Auch weil die Fahrtzeit bis in die Heimat zur Mama in Löhne nur 90 Minuten beträgt. »Ich denke noch nicht über 2021 hinaus. Ich kann mir aber nach der Karriere eine Zukunft in Wolfsburg gut vorstellen, fühle mich hier wohl. Wie das aussehen könnte, kann ich nicht sagen, aber bei meiner Vertragsverlängerung ist das Thema mit eingeflossen«, sagt die Fußballerin. Das Karriereende ist aber noch weit weg. Erst einmal konzentriert sich Lena Goeßling auf die Aufgaben mit Wolfsburg und der Nationalmannschaft.

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