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Rückkehr nach Verl: Ex-Nationalspieler Schmidtgal kommt als Fortune

Neuers Bock macht Heini happy

Verl/Düsseldorf (WB). Wenn Heinrich Schmidtgal auf Heimatbesuch bei seiner Familie in Schloß Holte ist und mit ihr Radtouren unternimmt, dann führt sein Weg bisweilen an der Verler Sportclub Arena vorbei. »Rein kam ich leider nie, weil die Stadiontore zum Zeitpunkt meiner Besuche geschlossen waren. So konnte ich immer nur von draußen einen Blick auf die umgebaute Arena werfen«, erzählt der Ex-Profi.

Uwe Caspar

Der Bart steht ihm gut: Heinrich Schmidtgal (rechts) spionierte vergangenen Freitag zusammen mit SV Straelens Manuel Falk beim Saison-Eröffnungsspiel im Wiedenbrücker Jahnstadion. Schmidtgal zählt zum Trainerstab von Fortunas U 23. Foto: Henrik Martinschledde

An diesem Samstag jedoch wird der 32-Jährige seine einstige, inzwischen modernisierte Wirkungsstätte zum ersten Mal auch von innen bewundern können: Die U 23 von Fortuna Düsseldorf ist der erste Heimgegner des heimischen Regionalligisten. Zum Trainerstab der Rheinländer gehört jetzt auch Heinrich Schmidtgal, der wegen eines schweren Knorpelschadens im Knie seine Laufbahn vor zwei Jahren beenden musste – früher als geplant.

»Ich bin trotzdem super zufrieden mit meiner Karriere, zumal ich als Spätzünder erst mit 23 den Sprung in den bezahlten Fußball geschafft habe«, sagt der Wahl-Düsseldorfer, der zwischen 2003 und 2007 in 102 Partien 15 Treffer für den SCV erzielte und vorher die C-, B- und A-Jugend an der Poststraße durchlief.

Unvergessliches Spiel gegen Deutschland

An seinen ersten Auftritt im Verler Trikot kann er sich gut erinnern: »Vor 5000 Zuschauer im Gütersloher Heidewald. Ich wurde eingewechselt, habe das Siegtor gemacht. Doch beschwören kann ich das nicht«, schmunzelt Schmidtgal. 13 mal lief er sogar für die kasachische Nationalmannschaft auf. Unvergesslich bleibt ihm das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland 2013 in Nürnberg (1:4). Torschütze damals: Heinrich Schmidtgal! »Es war eine spezielle Konstellation. Ausgerechnet ein Fürther trifft im Stadion der Erzrivalen«, blickt »Heini« amüsiert zurück. Das Tor ermöglichte ihm der deutsche Keeper Manuel Neuer. »Ohne seinen Bock hätte ich die Bude kaum gemacht. In der Schlussphase hätte ich beinah nochmal getroffen«, hat für den Ex-Verler jenes Länderspiel nun einen noch höheren Stellenwert in seiner Karriere als der Aufstieg in die Bundesliga mit Fürth und Trainer Mike Büskens. Letzterer funktionierte ihn zum Verteidiger um. »Eine gute Entscheidung von Mike, denn auf dieser Position kam ich am besten klar«, fügt Schmidtgal an.

Bei der U 23 von Fortuna hat er mehrere Aufgaben übernommen: 2. »Co«, Scouting, Gegner-Beobachtung: »Ich befinde mich sozusagen in der Findungsphase.« Demnächst will er die DFB-Jugend-Elitelizenz erwerben. Für den A-Schein-Lehrgang benötigt Schmidtgal keine besondere Zulassung, weil er mehr als sieben Jahre Profi war. Seine Familie hat sich am Rhein längst eingelebt. In Düsseldorf brachte Ehefrau Anika vor drei Wochen die kleine Nele zur Welt, ihre Schwester Emma (zweieinhalb Jahre) wurde in Frankfurt geboren. Kommenden Samstag hat Papa für sie wenig Zeit: Rückkehr an die Poststraße. Verls einziger Nationalspieler wird nur noch auf einen früheren Bekannten treffen: Raimund Bertels, den heutigen Klubchef.

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