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FSV Gütersloh kassiert erste Pleite – Lob von BVC-Trainerin Tanja Schulte

Zu brav beim 0:3 in Cloppenburg

Cloppenburg (WB). Der FSV Gütersloh hat am 2. Spieltag in der neuen eingleisigen 2. Frauenfußball-Bundesliga den ersten Rückschlag erlitten. Beim BV Cloppenburg kassiert das Team von Mark Oliver Stricker am Sonntag vor 198 Zuschauern im pk-Sportpark ein 0:3 (0:2), das beide Trainer zwar als verdient, in der Höhe allerdings zu deutlich bezeichnen.

Christian Bröder

Anna Aehling (vorne) und Charlotte Blümel (hinten) kassieren mit dem FSV Gütersloh in Cloppenburg ein 0:3. Foto: Wolfgang Wotke
Tanja Schulte

»Gütersloh ist mit Sicherheit nicht drei Tore schlechter als wir. Ich sehe uns insgesamt auf Augenhöhe. Aber wo man wirklich steht, das kann man erst in einigen Wochen sagen«, gibt es mit Tanja Schultes Fazit noch Lob aus berufendem Munde. Die 43-jährige Cloppenburger Trainerin, die schon drei Mal mit Klubs in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, sieht die Gäste in der Anfangsphase sogar deutlich stärker als die Ihren.

Vier Gütersloher Großchancen vor dem 0:1 (26.) durch Agnieszka Winczo

In der Tat: Shpresa Aradini (7./22.), Anna Aehling (20.) und Pauline Berning (23.) vergeben gleich vier hochkarätige Möglichkeiten, noch bevor die einst auch mal im Fokus des FSV stehende Agnieszka Winczo den Gastgeber nach einer Ecke mit 1:0 (26.) in Front köpft. FSV-Trainer »Mo« Stricker gibt zu: »Sie haben wir einfach nicht in den Griff bekommen. Wenn wir uns vorher mit einem Tor belohnen, kann so ein Spiel auch in die andere Richtung gehen.«

Stricker macht in der Erfahrung den entscheidenden Unterschied aus

Stattdessen aber legt Jana Radosavljevic nach Querpass von Natsuki Kishikawa schnell das 2:0 (32.) nach und macht damit den Cloppenburger Doppelschlag perfekt. »Das zweite Gegentor hat uns sichtlich zurückgeworfen«, erklärt Stricker, für den neben dem Faktor Schnelligkeit vor allem die Erfahrung einen deutlichen Unterschied ausmacht. »Hier hat eine Frauenmannschaft gegen ein Mädchenteam gespielt. Cloppenburg war in den Zweikämpfen einfach cleverer und abgezockter. Sie haben natürlich auch eine internationale Truppe auf dem Eis stehen, in der alle wissen, wie sie ihren Körper einsetzen müssen«, erklärt Stricker hinsichtlich des mit Spielerinnen aus sieben Nationen gespickten Gegners.

Vorm Auswärtsspiel beim FC Bayern ein Lerneffekt zum richtigen Zeitpunkt?

Von den eigenen Spielerinnen hätte sich der 46-Jährige an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Gegenwehr gewünscht: »Manchmal muss es rappeln, doch wir sind zu lieb und zu brav. Nicht unbedingt ein fieses Foul, aber eine Textilprobe kann schon helfen. Wir haben immer noch keine Gelbe Karte – das sagt doch einiges aus«, erklärt Stricker. Dafür imponiert ihm, dass seine Elf selbst nach dem 20-Meter-Schuss von Michelle Meyer zum 3:0 (64.) den Kopf nicht in den Sand steckt. Er erhofft sich vor dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München II am kommenden Sonntag (11 Uhr) von der Niederlage einen »Lerneffekt zum richtigen Zeitpunkt«.

Statistik: BV Cloppenburg - FSV Gütersloh 3:0 (2:0)

Cloppenburg: Fischer - Josten, Luker, Siegel, Dimitriou - Johanning, Kishikawa - Meyer (83. Müller), Flaws, Radosavljevic (78. Hasenkamp) - Winczo (88. Kaiser).

FSV Gütersloh: Rolle - Schmücker, Blümel (70. Lange), Lückel, Schulz (70. Günnewig) - Aehling (84. Klüppel), Ott, Hermes, Aradini - Wolf, Berning.

Schiedsrichterin: Susann Kunkel (34), Hamburg, Verein: SV Eichede.

Chancen: 6:4 (3:2). Ecken: 5:4 (4:2).

Zuschauer: 198. Tore: 1:0 Agnieszka Winczo (26.), 2:0 Jana Radosavljevic (32.), 3:0 Michelle Meyer (64.).

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