1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Zusammenhalt bis zum Ende

  8. >

Spieler des Fußball-Oberligisten FC Gütersloh geben weiter alles

Zusammenhalt bis zum Ende

Gütersloh (WB).  Es ist das erste Training nach dem Untergangsszenario, das das Ende des FC Gütersloh zum Ende des Monats prophezeit. Doch wie reagieren die Spieler des Fußball-Oberligisten? Sie zeigen sich am Donnerstagabend weiter kämpferisch. Und Co-Trainer Marc Hunt stimmt in der Kabine den Schlachtruf an: »It ain’t over till the fat lady sings«.

Dirk Heidemann

Donnerstagabend in der Kabine des FC Gütersloh: Co-Trainer Marc Hunt (vorne links) schwört die Oberliga-Mannschaft auf die vielleicht letzten drei Wochen in der Geschichte des Vereins ein. »It ain’t over till the fat lady sings«, bläut der Engländer den Spielern ein. Foto: Wolfgang Wotke

Frei übersetzt ins Deutsche bedeutet diese englische Redewendung so etwas wie: Es ist nicht vorbei, ehe der Vorhang fällt. »Wir lassen uns nicht unterkriegen«, beteuert Simon Schubert, der nunmehr seit vier Jahren mit dem Verein durch dick und dünn geht. Meistens war es eher dünn. »Viel Schlimmeres als in dieser Saison kann einem nicht passieren. Es weiß auch keiner richtig damit umzugehen. Ich selbst bin mit der Situation auch etwas überfordert«, gibt der auf dem Platz knallharte Abwehrrecke zu.

13 Spieler haben Angebote

»Einige Spieler waren am Dienstag schon enttäuscht, denn jeder hatte das Gefühl, dass es doch noch klappen könnte. Aber noch ist es nicht soweit, wir geben weiter Gas – für uns und den Verein«, erklärt Saban Kaptan. 13 FCG-Kicker haben bereits konkrete Angebote anderer Klubs vorliegen. Teilweise, wie bei Kaptan, sogar aus der Regionalliga.

»Die Mannschaft wird aber weiter zusammenhalten, zumindest die nächsten sieben bis zehn Tage. Für alle ist der FC Gütersloh der erste Ansprechpartner, weil sie einfach zu viel in diesen Verein reingesteckt haben«, versichert Marc Hunt, der zu lange im Geschäft ist, um noch an das Wunder von der Dalke zu glauben. Aber die Hoffnung, dass doch noch Sponsoren ihr Herz für den FC Gütersloh entdecken, hat auch der Co-Trainer nicht aufgegeben.

Noch Hoffnung

Gleiches gilt für Oliver Eichstädt. Der Jugendleiter ist seit dem Winter auch Torwarttrainer der ersten Mannschaft. »Das ist aus der Not geboren. Ich bin da reingerutscht, als Oliver Nestmann aufgehört hat«, sagt Eichstädt, der seit einem Jahr im Besitz des Torwarttrainer-Basisscheins ist. Als sich die Mannschaft schließlich in Richtung des Heidewald-Nebenplatzes in Bewegung setzt, schaut auch Frank Neuhaus von der »3. ManSchafft« auf seinem Rennrad vorbei. Und Hans Kochjohann, der »Grandseignur« des FC Gütersloh, ist natürlich auch da.

»Diese Truppe ist in der Kabine eine Chaosmannschaft. Aber auf dem Platz steht dann ein anderes Team. Fehlende Qualität machen sie mit Mentalität und Herz wett. Ich bin mir sicher: In dieser Situation hätten wir mit einer anderen Mannschaft sportlich den Klassenerhalt nicht geschafft«, sinniert Marc Hunt.

Ganz nebenbei haben er und Chefcoach Fatmir Vata auch noch den A-Jugendlichen Izjah Delolli gefördert. »Er hat sich super entwickelt und mindestens Oberliga-Potenzial«, sagt Hunt über den Stürmer, der gerade sein Abitur macht. »It ain’t over till the fat lady sings«. Dieser Mannschaft ist zu wünschen, dass es für sie irgendwie weitergeht.

Startseite