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Tennisspielerin Luisa Meyer auf der Heide schlägt nicht mehr für Blau-Weiß Halle auf.

Ausgebremst: Training ist erlaubt, aber Turniere fehlen

Halle

Luisa Meyer auf der Heide stand ganz dicht davor, den Sprung in die Tennis-Weltrangliste zu schaffen. Dann führte Corona im März 2020 zum Abbruch eines Turniers in der Türkei. Die Steinhagenerin hätte mit etwas Glück die letzten noch erforderlichen Punkte sammeln können, hatte sie doch das Einzel-Viertelfinale und das Doppelendspiel erreicht. Das ist knapp ein Jahr her.

Klaus Münstermann

Luisa Meyer auf der Heide Foto: Klaus Münstermann

„Die nötigen Punkte fehlen mir leider immer noch, weil ich seitdem keine internationalen Turniere spielen konnte. Es hat nur sehr wenige gegeben. Die waren natürlich sehr voll und fanden in Risikogebieten wie der Türkei, Tunesien und Ägypten statt“, sagt die 19-Jährige. Sie hat mittlerweile ihre sportlichen Zelte in der Heimat abgebrochen. Nach vielen Jahren in Diensten des TC Blau-Weiß Halle wird sie in Zukunft in der 2. Bundesliga für den SCC Berlin aufschlagen - wenn es denn endlich wieder erlaubt ist. So hat die Rechtshänderin in den vergangenen elf Monaten lediglich eine Handvoll kleine Turniere in der Nähe ihres Trainingsstützpunktes in Mönchengladbach gespielt. „Es ging nur darum, Matchpraxis zu sammeln. In Wettkämpfen verbessert man sich am besten“, sagt Meyer auf der Heide. Das war auch ihre Motivation, an der International Premier League (IPL) Ende Juli 2020 in Halle teilzunehmen.

Seit Januar stehen zwei Spielerinnen dieser fünfwöchigen Showturnierserie im vergangenen Sommer unter dem Verdacht, ihre eigenen Spiele manipuliert zu haben. „Davon habe ich während meiner Turnierwoche nichts mitbekommen. Von der Nachricht war ich allerdings schockiert. Es war doch schließlich in der schwierigen Zeit eine Super-Option, sich mit internationalen Gegnern zu messen. Und dann sowas. Für die Organisatoren tut es mir sehr leid, sollten sich die Verdächtigungen als berechtigt herausstellen. Sie werden sich bestimmt genau überlegen, ob sie so etwas erneut anbieten werden“, sagt Luisa Meyer auf der Heide, die noch nicht weiß, wann sie das nächste Mal im Wettkampf zum Tennisschläger greifen darf.

„Mit meinem Status als Zweitliga-Spielerin habe ich glücklicherweise eine Sondergenehmigung und darf wenigstens mit Daniel Puttkammer trainieren. So kann ich mich verbessern. Allerdings ist es auch nicht ganz einfach, wenn man immer nur gegen den eigenen Trainer spielt, weil die Corona-Auflagen keine anderen Spielpartner erlauben“, sagt „Lulu“ und schaut aktuell neidisch nach Melbourne. Dort hatten sich einige der Profis über die zweiwöchige Isolation im Hotel vor Beginn der Australian Open beschwert. „Für so ein Turnier würden viele sogar mehr Strapazen als zwei Wochen Quarantäne sehr gerne auf sich nehmen“, so Luisa Meyer auf der Heide, die Einblicke in ihr Leben zu Corona-Zeiten gibt.

Kraft- oder Lauftraining: Ganz klar Lauftraining, auch wenn das Krafttraining beim Tennis natürlich nicht fehlen darf. Ich laufe gerne an der frischen Luft. Etwa drei- bis viermal die Woche jeweils fünf bis zehn Kilometer. Wir haben in unserer Familie sogar ein Laufband angeschafft, das ich über Weihnachten zuhause gerne genutzt habe.

Klassisches Fernsehen oder Netflix: Ich ziehe Netflix vor, weil die Filme werbefrei sind und man sie gucken kann, wann und wie man will. Vor Corona habe ich kaum Fernsehen geschaut. Inzwischen schalte ich im öffentlich-rechtlichen aber schon mal die Sendungen mit Markus Lanz und Anne Will ein, um mich zu informieren.

Lieferdienst oder selber kochen: Ich koche gerne selbst. Am liebsten Fischgerichte. Ich mag sehr gerne Lachs. Allerdings bestelle ich auch öfter als früher auswärts, um die heimischen Restaurants zu unterstützen.

Podcast oder Buch: Weder noch. Hörbücher sind mein Favorit.

Sportlerbiografie: Ich habe die Autobiografie von André Agassi gehört und die Dokumentationen zu Michael Jordan, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos gesehen. Zudem habe ich mir das Buch über Andrea Petkovic bestellt. Bei den Stars ist es interessant, wie sie es von klein auf nach oben geschafft haben. Bei solchen Legenden ist meistens die Mentalität der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Spotify oder Radio: Ebenfalls weder noch. Ich höre am liebsten Playlists von Apple-Music. Meistens sind das die Pop-Charts.

Instagram oder Facebook: Auf Facebook bin ich so gut wie nie. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Auf Instagram bin ich selbst nicht sehr aktiv, schaue mir aber sehr häufig an, was andere dort machen.

Corona-Rituale: Da gibt es im Grunde genommen keines. Nachdem ich zu Beginn der Maskenpflicht allerdings einmal in den Supermarkt gegangen bin, ohne eine Maske zu tragen und sie erst aus dem Auto holen musste, habe ich immer und überall eine dabei.

Das freut/das ärgert mich: Ich bin sehr heimatverbunden und freue mich deshalb, an den Wochenenden mehr Zeit zuhause verbringen zu können. Es ärgert mich jedoch gleichzeitig, dass ich wegen der Pandemie nicht reisen darf und somit keine internationalen Turniere spielen kann.

Corona-Motto: Ich hoffe, dass die Pandemie bald vorbei ist. Wenn es keine Anreize gibt, muss man sich selbst welche schaffen und das Beste aus der Situation machen. Das gilt nicht nur während Corona und nicht nur im Sport.

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