SC Peckeloh setzt auf ein neues Fußball-Konzept

Daniel Schnadwinkel wird Spielertrainer

Versmold-Peckeloh

Es läuft rund beim SC Peckeloh, der erstmals in der Vereinsgeschichte in der Fußball-Westfalenliga spielt. Und doch gibt es Verbesserungspotenzial, finden die Verantwortlichen. „Wir wollen unsere zweite Mannschaft auf ein anderes Niveau hieven“, sagt Jan Fahrenwald. Der Fußballobmann wird zusammen mit Daniel Schnadwinkel, langjähriger Leistungsträger der Ersten, in der kommenden Saison das A-Liga-Team trainieren. Bei dem neuen Konzept geht es aber um mehr als die sportliche Weiterentwicklung des A-Ligisten.

Stephan Arend

Neue Aufgabe für Daniel Schnadwinkel: Der langjährige Leistungsträger der ersten Mannschaft des SC Peckeloh wird ab Sommer Spielertrainer der SCP-Reserve in der Kreisliga A. Foto: Sören Voss

„Wenn langjährige Spieler der ersten Mannschaft aufhören oder kürzer treten, wollen wir sie als Verein nicht verlieren“, erklärt Fahrenwald. Der Schlüssel sei eine auch sportlich attraktive und ambitionierte Reserve: „Ob wir mit dieser Mannschaft bald in der Bezirksliga spielen, das wird sich zeigen. Auf jeden Fall wollen wir in das obere Leistungsspektrum der Kreisliga A.“ Fahrenwald sieht die aktuelle Reserve, bei der Trainer Adalbert Telkämper seinen Abschied im Sommer angekündigt hat, mit den vielen jungen Spielern auf dem richtigen Weg. Diese Talente sollen auch weiterhin das Grundgerüst des A-Ligisten bilden. „Die Jungs machen ihre Sache gut. Und es werden im Sommer erneut Nachwuchsspieler aus der A-Jugend hinzukommen. Doch der Mannschaft wird bei ihrer Entwicklung Erfahrung gut tun“, ist sich Fahrenwald sicher.

Und genau an dieser Stelle kommen jene Akteure ins Spiel, die zumeist schon viele Jahre beim SCP spielen, bislang zum Westfalenliga-Kader zählen, sich aber in der kommenden Saison umorientieren wollen. Das gilt insbesondere für Daniel Schnadwinkel. Der 32-Jährige zählt seit 2012 durchgehend zum Aufgebot der Ersten, hatte schon zuvor als Youngster das SCP-Trikot getragen und als mehrfach ausgezeichneter Hallenspezialist großen Anteil an der Masters-Erfolgsgeschichte des Vereins. „Eigentlich wollte ich aus beruflichen und privaten Gründen ganz mit Fußball aufhören und habe auch Angebote von anderen Vereinen abgelehnt“, erzählt der technisch starke Mittelfeldspieler. Drei Mal Training wöchentlich beim Westfalenligisten hätten für ihn einen zu großen Aufwand bedeutet, „zumal in der Vorbereitung fast jeder Tag mit Beruf und Fußball ausgefüllt ist.“ Schnadwinkel ist es zudem wichtig, auch mal Zeit für sein neues großes Hobby Tennis zu haben. Im Zusammenspiel mit Jan Fahrenwald sieht er aber keinen Interessenkonflikt zwischen den beiden Sportarten und „nimmt die Chance gerne an, ins Trainergeschäft hineinzuschnuppern.“

Auch Florian Pixa (seit 2012 in der Ersten) und Robin Sander (seit 2013), die aus der eigenen Jugend stammen, werden in Zukunft nicht nur in der zweiten Mannschaft spielen, sondern als Teammanager für die Kaderplanung und den Kontakt zur A-Jugend zuständig sein. „Wir wollen diese verdienten Spieler im Verein halten. Sie sollen die Zukunft mitgestalten“, setzt Fahrenwald auf Identifikationsfiguren wie eben Schnadwinkel, Pixa oder Sander. Aber auch für andere Akteure wie Kevin Lenz (21), der ebenfalls vom Westfalenliga-Team in die Reserve wechselt, sei eine ambitionierte zweite Mannschaft ein Grund, beim SCP zu bleiben, „statt zum Beispiel zu unseren Nachbarn Versmold oder Oesterweg zu gehen“, so Fahrenwald.

Neben sportlicher Qualität soll in Zukunft auch eine eigene Identität Peckeloh II für die Spieler attraktiv machen. „Wir sehen das Team als ein eigenes Gebilde. Pro Spieltag sollen eigentlich nicht mehr als zwei Jungs aus dem Kader der ersten Mannschaft für die Reserve auflaufen“, sagt Fahrenwald.

Peckelohs Fußballobmann gibt seinen Job als A-Jugend-Trainer ab, wird aber außer als Coach der Reserve auch weiterhin als Co-Trainer des Westfalenligisten zur Verfügung stehen. „Vermutlich kann ich bei der ersten Mannschaft nicht mehr immer beim Training dabei sein. Ich habe mir aber vorgenommen, bei den Spielen auf der Bank zu sitzen“, so Fahrenwald. Damit die Rechnung aufgeht, soll in Peckeloh noch ein weiterer externer Coach ins Trainerteam aufgenommen werden. Dementsprechende Gespräche werden derzeit geführt.

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