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Tennispark Versmold hat erstmals zwei Teams für die 2. Bundesliga gemeldet

Ein Knackpunkt bleiben die Reisen

Altkreis

Männer-Zweitligist Tennispark Versmold konnte im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie nicht antreten. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Saison 2021 soll am 11. Juli beginnen. Dann steht für das Team um den langjährigen Spitzenspieler Daniel Masur das Auftaktspiel bei Blau-Weiß Berlin auf dem Spielplan.

Stephan Arend

Versmolds Teamchef Karsten Wolf schickt erstmals zwei Zweitliga-Teams ins Rennen - wenn Corona „mitspielt“. Foto: Sören Voss

Anders als in Liga eins ist die Austragung der Spielzeit nicht davon abhängig, ob und wie viele Zuschauer zugelassen sind. Stattdessen gab es einen Antrag, dass es auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Absteiger geben soll. „Der ist abgelehnt worden. Auch ich habe dagegen gestimmt, weil dann der sportliche Wert für die meisten Teams bei Null liegen würde. Außerdem wäre die Gefahr groß gewesen, dass Vereine nur B-Teams ins Rennen geschickt hätten“, sagt Versmolds Teamchef Karsten Wolf. So wird es in der Nordgruppe in dieser Saison mindestens drei und sehr wahrscheinlich sogar vier Absteiger geben.

Natürlich sind all diese Pläne in Corona-Zeiten mit Vorbehalt zu betrachten. „Ich hoffe, dass die Situation bis Juli wieder halbwegs normal ist“, sagt Wolf. Entscheidend werde auch sein, ob und welche Reisebeschränkungen Im Sommer gelten, weil alle Teams auf ausländische Spieler setzen: „Davon wird abhängen, ob es Sinn macht zu spielen.“

Der Tennispark sieht sich bei seinem Zweitliga-Comeback gut aufgestellt, setzt auf das Grundgerüst der Aufstiegssaison mit Spielern wie Daniel Masur (ATP 160), Marvin Netuschil, Dimitar Kuzmanov oder Roberto Ortega-Olmedo - und außerdem auf Neuzugänge wie Marc Polmans (133) oder Jelle Sels, die eigentlich bereits im Vorjahr ihr Debüt geben sollten. Wolf hat festgestellt, dass die Ligaspiele in Corona-Zeiten bei den Spielern als sichere Einnahmequelle einen höheren Stellenwert genießen: „Aktuell gibt es viel weniger Turniere, bei denen es Geld zu verdienen gibt. Und niemand kann vorhersehen, ob sich die Lage im Sommer entspannt. Da sagen die Spieler für die Liga für vier oder fünf Partien statt für zwei oder drei zu.“ Neu ist der Name des Teams, das als TP HerzensSACHE Versmold an den Start geht. Dahinter verbirgt sich eine Produktlinie des Wurstwarenherstellers Reinert, langjähriger Sponsor und Vereinsvorsitzender des Vereins.

2. Bundesliga Frauen

Anders als die Männer haben die Versmolder Frauen im vergangenen Jahr gespielt und sind von der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Hier ist eine kompakte Saison mit neun Spieltagen zwischen dem 2. und 30. Mai vorgesehen. „Somit hätten die Spielerinnen die Möglichkeit, im Mai nur Liga zu spielen und ganz auf Turniere zu verzichten. Sie könnten vor Ort bleiben und müssten nicht reisen“, sieht Wolf einen vielleicht entscheidenden Vorteil in Corona-Zeiten. Versmold kommt zudem entgegen, dass das Team wie im Vorjahr auf deutsche Spielerinnen wie Katharina Gerlach oder die Steur und Morderger-Schwestern setzt. Doch ob schon im Mai wirklich gespielt werden kann? Diese Frage kann Karsten Wolf natürlich nicht beantworten. Doch eines ist für ihn klar: „Sollten andere Vereine durch Reisebeschränkungen Schwierigkeiten haben, ausländische Spielerinnen einzusetzen, dürfen sie nicht bestraft werden.“ Versmold setzt auch auf Neuzugang Lucrezia Stefanini. Die 22-jährige Italienerin soll Spitzenspielerin Katharina Gerlach ersetzen, wenn diese Turniere spielt. Nicht mehr zum Team zählt Franziska Kommer. Bei der angehenden Polizistin, die sich TC Deuten anschließt, haben sich die Prioritäten zugunsten des Berufs verschoben.

Westfalenliga-Aus

Da auch Akteure wie Maja Jung oder Janina Peters nicht mehr zur Verfügung stehen, wird das Versmolder Westfalenliga-Team abgemeldet. Wolf: „Es macht keinen Sinn, eine zweite Mannschaft nur mit auswärtigen Spielerinnen zu besetzen.“

1. Bundesliga Männer

Die jüngste Online-Sitzung der Verantwortlichen der Mitgliedsvereine der Männer-Bundesliga Anfang der Woche hat die aufgrund der Corona-Problematik momentan vielen Fragezeichen im Hinblick auf die anstehende Tennis-Freiluftspielzeit einmal mehr widergespiegelt.

„Wir sind keinen Schritt weitergekommen“, bilanziert Marc Renner, Teammanager des ostwestfälischen Erstligisten TuS Sennelager. „Keiner will zum zweiten Mal hintereinander einen Verzicht auf die Bundesliga“, beschreibt Renner den Tenor der Sitzung, „aber es gab Diskussionen, was werden soll, wenn die Spieler, wie im Moment, bei den internationalen Turnieren bereits am Wochenende vor dem Beginn anwesend sein müssen. Das war ein heißes Thema.“

Klar sei weiterhin, dass die Bundesligasaison nur mit Zuschauern gespielt werden solle. Uneinigkeit gebe es dagegen unverändert bei der Frage, wie die Clubs bei möglichen Zuschauerbeschränkungen vorgehen.

Angesichts des geplanten Saisonstarts Mitte Juli seien sich aber alle Vereine einig, dass spätestens Ende April/Anfang Mai eine Entscheidung fallen müsse, ob die Bundesliga normal ausgetragen werden könne, oder wie gegebenenfalls erforderliche Anpassungen, bis hin zum Ausfall, aussehen könnten. „Wir haben Ungewissheit bis zum Schluss“, räumt der Teammanager ein. Laut Renner haben bereits in Norbert Gombos (ATP 95), Arthur Rinderknech (136) und Manuel Guinard (313) drei Leistungsträger der Spielzeit 2019 erneut ihre feste Zusage gegeben.

Versmolder Termine

2. Bundesliga Männer

BW Berlin 11. Juli (A)

Bremer TC 16. Juli (H)

Hamburg 18. Juli (H)

BW Aachen 23. Juli (A)

LTTC Berlin 25. Juli (H)

Oldenburger TV 30. Juli (A)

Suchsdorf 1. August (A)

TC Iserlohn 6. August (H)

Bred. Essen 8. August (A)

2. Bundesliga Frauen

TV Visbek 2. Mai (A)

Bayer Leverkusen 7. Mai (H)

BW Berlin 9. Mai (A)

Union Münster 16. Mai (H)

SSC Berlin 22. Mai (A)

Bielefelder TTC 24. Mai (H)

DTV Hannover 28. Mai (A)

Hamburg 30. Mai (H)

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