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Minigolf-Europameisterschaft: Debütant Lukas Neumann trumpft als Vierter auf

Furioser Schlusstag mit Bahnrekord

Halle (WB). In der Endabrechnung fehlen nach elf Runden à 18 Bahnen ganze drei Schläge zu Bronze. Aber Minigolfer Lukas Neumann ist mit seiner Leistung als Debütant bei Europameisterschaften auch auf Rang vier hochzufrieden: »Das ist definitiv ein Riesenerfolg. Ich war zum ersten Mal bei der Nationalmannschaft und hatte vorher allenfalls auf eine Top-Ten-Platzierung gehofft.«

Gunnar Feicht

Jubel über den Bahnrekord in Predazzo: Als bester Spieler des letzten Wettkampftages hat sich Lukas Neumann bei der Minigolf-EM im Zählwettspiel auf Anhieb Platz vier gesichert. Foto: Björn Dinau

Am dritten und letzten Wettkampftag im norditalienischen Predazzo drehte der 23-jährige Künsebecker richtig auf, war bester Spieler unter den 16 für diese Runde noch qualifizierten Medaillenanwärtern. Von Rang 14 der Gesamtwertung machte er einen Riesensprung nach vorne. Lukas Neumann: »Zwischendurch lag ich nur noch einen Schlag hinter Rang drei, am Ende waren es dann 266 gegenüber 263. Kurz danach hadert man vielleicht etwas. Aber im Nachhinein habe ich mich über die super Platzierung gefreut.«

Denn der Physik-Student, der gerade an seiner Masterarbeit schreibt, setzt mit dem Auftritt im Fleimstal eine beeindruckende Leistungsentwicklung fort. Mit dem MGC Mainz wurde er 2017 Deutscher Mannschaftsmeister und dieses Jahr »Vize«, 2016 gewann er den nationalen Einzeltitel im Matchplay (Lochwettspiel im »großen« Golf) und wurde in diesem Sommer Deutscher Vizemeister im Zählwettspiel (Strokeplay). Damit schaffte er erstmals den Sprung in den EM-Kader, neben seinem Klubkameraden Sebastian Piekorz (diesmal EM-Achter und Ex-Jugend-Weltmeister) als Jüngster im deutschen Aufgebot.

In einer Präzisionssport, bei der Routine und Nervenstärke einen immens hohen Wert besitzen, betätigt der Erfolg Lukas Neumanns hervorragende Perspektive. Sein Blick voraus: »Ich hoffe, dass ich mit meinen Leistungen Stammgast bei der Nationalmannschaft werde.« Vergangenes Jahr war er schon unter den neun Spielern, die das Trainingslager zur WM-Vorbereitung absolvierten, aber noch nicht bei den sieben, die letztlich nominiert wurden. »Im Oktober 2019 ist die nächste Weltmeisterschaft in China. Mein Ziel ist es, dann dabei zu sein.«

2019 sportlich nach den Sternen greifen?

Auf dem Weg dorthin hilft dem Künsebecker seine Zielstrebigkeit. Dank der Kontakte aus einem Auslandssemester verbrachte er im Winter längere Zeit in Schweden, wo er in den dort weit verbreiteten Minigolf-Hallen auch bei Schlechtwetter optimal trainieren konnte. Außerdem stellte er seine Schlagtechnik um, hält jetzt die linke anstelle der rechten Hand unten: »Das gibt den Handgelenken mehr Stabilität.« Und es zahlt sich im Wettkampf aus: Bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Juli wurde Neumann Zweiter, nur einen Schlag hinter Alexander Geist (Hardenberg) und gleichauf mit seinem Mainzer Klubkameraden Marcel Noack, der jetzt in Predazzo EM-Silber holte.

Lukas Neumann war in der Teamwertung zunächst nur als Ersatzspieler nominiert, deshalb auch am deutschen Mannschaftstitel nominell nicht beteiligt. Doch als Zweitbester Deutscher im Einzelklassement überzeugte er mit 266 Schlägen für elf 18er-Runden, wobei fünf auf den längeren und schwierigeren Betonbahnen gespielt wurden. Hier brauchte er am letzten Tag nur 24 Schläge – Bahnrekord im Feld der Topspieler aus zehn Nationen.

Lukas Neumann

Auch auf den 18 Eternitbahnen spielte Neumann mit 19 bis 22 Schlägen konstante Runden. Ein tolles Debüt bei internationalen Meisterschaften, zu dem irgendwie auch die Fortsetzung seiner studentischen Laufbahn passt: Ab Oktober absolviert er in Heidelberg einen weiteren Master-Studiengang in der Fachrichtung Astrophysik. Setzt der Künsebecker seinen Weg fort, ist ihm zuzutrauen, dass er 2019 auch sportlich nach den Sternen greift.

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