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Turnen: Olympia-Teilnehmerin bangt um Fortsetzung der Karriere 

 Jarosch im Pech: Kreuzband reißt erneut 

Werther (WB/guf). Nadine Jarosch aus Werther hat sich im Trainingslager des Turn-Teams Deutschland zur Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften am 23./24. August in Stuttgart erneut das Kreuzband gerissen.

Beim Abgang vom Stufenbarren ist es im Training passiert: Trotz sauberer Landung hat sich Nadine Jarosch erneut ein Kreuzband im linken Knie gerissen und muss operiert werden.

 »Eine Hiobsbotschaft, die im Detmolder Landesleistungszentrum alle in eine Schockstarre versetzt hat.« So kommentierte Hans-Joachim Dörrer die schwere Verletzung, nachdem der Leiter des Landesleistungsstützpunkts Detmold als Erster von Trainer Michael Gruhl mit der niederschmetternden Nachricht konfrontiert worden war.

 Bereits Ende Mai 2013 hatte sich die Olympiateilnehmerin von London 2012 bei den Vorbereitungen auf das Deutsche Turnfest einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Nach der erfolgreich absolvierten Reha und behutsam dosiertem Aufbautraining hatte laut Dörrer »nichts, aber auch gar nichts darauf hingedeutet, dass so ein GAU noch einmal passieren könnte.« Der Leiter des Stützpunktes in Detmold: »Wir haben nach ihrem schweren Unfall im vergangenen Jahr vor den Deutschen Meisterschaften alles getan, damit Nadine in Ruhe wieder auf die Turnbühne zurückkehren konnte. Und Nadine selbst hatte nach dem Wiedereinstieg in das Training sowie den ersten erfolgreichen Wettkämpfen im Rahmen der Bundesliga und der Landesmeisterschaft ihr Selbstvertrauen wiedergefunden und war auf dem Weg zu alter Starke.«

 Das bestätigt auch Michael Gruhl, der zusammen mit der 19-Jährigen zum Trainingslager nach Frankfurt angereist war. »Nadine hat sich dort wirklich gut vorgestellt und hätte bei den nationalen Titelkämpfen realistische Aussichten gehabt, bei der Vergabe der Plätze für die bevorstehenden Weltmeisterschaften im Oktober in Nanjing ein Wörtchen mitzureden.« Die Verletzung passierte beim Abgangstraining am Stufenbarren, wo sie ihren Tsukahara (Doppelsalto mit integrierter Längenachsendrehung) phasenrein und mit völlig gerader Fußstellung sicher landete. Erst danach knickte sie mit dem bereits im vergangenen Jahr lädierten linken Knie etwas nach innen weg und klagte beim Gehen über leichte Schmerzen. Um ein Verletzungsrisiko auszuschließen, wurde eine MRT durchgeführt, die dann die schockierende Diagnose ergab.

 Hans-Joachim Dörrer: »Wie es jetzt weitergeht, steht in den Sternen. Zunächst muss die Operation abgewartet werden.« Der langjährige Mentor der Wertheraner Top-Turnerin und ihre Fans in der Heimat hoffen, dass die WM-Zehnte im Gerätemehrkampf von 2011 trotz des schweren Rückschlags ihre Laufbahn fortsetzen kann.

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