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Handball, Marathon, Triathlon - TuS Brockhagens Paul Moritz Hundeloh hat viele Talente

Power dank Erdnussbutter und Nudeln

Altkreis

Als Handballer des TuS Brockhagen war die Mini-Saison für Paul-Moritz Hundeloh alles andere als befriedigend. Doch statt sich auf die faule Haut zu legen, hat der 23-jährige Außenspieler die Handballpause genutzt, um seine „alte Liebe“ zum Ausdauersport neu aufzufrischen.

Jens Horstmann

Der Handballer Paul-Moritz Hundeloh legt seit vielen Monaten eine Zwangspause ein. Foto: Sören Voss

Ein gewisses Lauftalent besaß Paul-Moritz Hundeloh schon immer. Mit gerade einmal 15 Jahren lief er die bergigen 31,1 Kilometer beim Hermannslauf in 2:27 Stunden. „Dafür hatte ich zwar schon trainiert, aber überhaupt nicht zielgerichtet - keine Pulskontrolle oder Intervalle zum Beispiel, sondern ich bin einfach nur normal gelaufen.“ Auch in der Sommervorbereitung der B-Jugend (damals wie heute war Timo Schäfer sein Trainer) stach er bei den Vorbereitungsläufen heraus. Im ersten A-Jugend- Jahr hörte Hundeloh dann sogar mit dem Handball beim TuS auf, um drei Jahre intensiv im Leichtathletikverein zu trainieren. „Ein Talent hatte ich wohl schon immer, aber erst da ging es mit dem zielgerichteten Training los.“ Als er dann zum Studieren nach Hamm ging, war das Kapitel Leichtathletik aber erstmal beendet. „In Hamm habe ich dann wieder Handball gespielt. Doch ich habe nicht richtig Anschluss gefunden. Und auch die Stadt hat mir nicht so gut gefallen.“ So kehrte Hundeloh wieder zurück nach Brockhagen und schloss sich erneut dem TuS an. Während der Corona-Pause beendete er dann erfolgreich sein Studium der Sport- und Gesundheitstechnik.

Als der Handballsport nun wieder eine lange Pause einlegen musste, kam Hundeloh erneut auf den Geschmack des Individualsports. Zunächst lief er mit Freund Julius Hagemann (TG Hörste) im Juli spontan einen Marathon auf dem Ströhen. „Die Idee ist buchstäblich aus einer Bierlaune heraus beim Fußballgucken entstanden. Den nächsten Samstag sind wir dann vier Runden a` 10,5 Kilometer gelaufen“, erzählt Hundeloh lachend. Seit Herbst und mit dem zweiten Lockdown hat er seinen Fokus etwas verändert: „Aktuell schiele ich ein bisschen auf den Triathlon. Aber dafür ist ein hoher Trainingsaufwand nötig, das ist mit dem Handballsport sonst kaum zu koordinieren.“ Das Pensum: bis zu fünfmal die Woche Schwimmtraining so lange es noch möglich war, dazu Laufeinheiten und reichlich Fahrradkilometer. Da kommen 14 bis 16 Stunden pro Woche locker zusammen. Das bedeutet auch, viel zu essen: „Ich habe einen extremen Stoffwechsel und muss echt aufpassen, dass ich auch genug esse.“ Sein kleiner Spezialtipp: morgens ordentlich Erdnussbutter und ansonsten viele, viele Nudeln. Sein aktuelles Ziel: Die 10 Kilometer unter 35 Minuten schaffen. Die aktuelle Bestzeit liegt 18 Sekunden darüber. „Da ist jede Sekunde ein brutaler Kampf“, weiß Hundeloh. Seine Bestzeit über 5 Kilometer steht aktuell bei 16:43. Wie es weitergeht, wenn Handballsport wieder erlaubt ist, weiß er nicht. „Das muss ich mir dann mal überlegen. Beidem kann ich aber kaum gleichzeitig gerecht werden, glaube ich.“

Außerdem erzählt Paul-Moritz Hundeloh, wie er persönlich bisher die Corona-Zeit erlebt hat:

Wie nah ist Dir Corona bisher gekommen?

Hundeloh: „Ein Freund hatte es bisher. Ansonsten sind in meinem Umfeld zum Glück alle verschont geblieben.“

Was überwiegt aktuell, Gelassenheit oder Frust?

Hundeloh: „Aktuell bin ich schon sehr gelassen. Ich habe durch den Sport einen super Ausgleich. Die Endphase des Studiums war da schon frustrierender. Deshalb habe ich sicherheitshalber ein Semester dran gehängt. Aber das lief letztlich auch alles reibungslos.“

Amateursport ist aktuell kaum möglich. Ist der Sport eher Teil der Lösung oder Teil des Problems?

Hundeloh: „Individualsport ist überhaupt kein Problem und wie gesagt auch ein super Ausgleich. Handballsport ist aber zurecht nicht möglich. Ich verstehe auch nicht, warum Mannschaften mit teilweise einem Saisonspiel unbedingt eine Aufstiegsrunde spielen wollen. Dann lieber nächstes Jahr ganz normal wieder starten.“

Wenn Du für einen Tag Bundeskanzler wärst, was würdest du ändern?

Hundeloh: „Das ist natürlich jetzt gefährliches Halbwissen, aber ich würde die Impfpriorisierung aufheben, um das Impfen zu beschleunigen. Außerdem hätte ich mir mehr bei anderen Ländern abgeschaut, was dort gut funktioniert hat.“

Was tust Du, um dich geistig und körperlich fit zu halten?

Hundeloh: „14 bis 16 Stunden Training pro Woche halten schon einigermaßen fit. Zur Entspannung und zum Stretchen mache ich aber auch regelmäßig Yoga.

Die Welt verändert sich im Zuge der Pandemie. Wie hat sich Dein Lebensgefühl, wie haben sich Deine Gewohnheit verändert?

Hundeloh: „Man hat total das Gefühl für einen Handschlag oder für Menschenansammlungen verloren. Das ist schon befremdlich. Ansonsten starte ich jetzt sonntags um 7 Uhr auch mal längere Trainingsfahrten mit dem Rad, statt um die gleiche Zeit von einer Party nach Hause zu kommen.“

Hast Du einen Lieblingsort um aufzutanken?

Hundeloh: „Auf dem Weg nach Harsewinkel liegt auf einer Straße neuer Asphalt. Der ist richtig schnell. Das ist gerade definitiv meine Lieblingsrunde.“

Kehrt irgendwann Normalität ein oder gibt es keine Rückkehr zu einem „Vor-Corona“?

Hundeloh: „Ich glaube schon, dass sich fast alles wieder einpendeln wird. Außer es gibt neue Regeln, wie Maske tragen im Arzt-Wartezimmer.“

Was möchtest Du dem Virus sagen?

„Da es ja wohl so ist, dass wir mit dem Virus dauerhaft leben müssen, sage ich: Bleib wie du bist. Denn dann brauchen wir uns in Zukunft dank des Impfstoffes keine großen Sorgen mehr zu machen.“

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