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So plant der Handballkreis: Aufstiegsrunden zumindest in der Bezirksliga und Kreisliga

Sorge: Begeisterung für Vereinssport lässt nach

Altkreis

Alle im vergangenen Herbst ausgetüftelten Spielpläne kommen auch im Handballkreis Gütersloh in die virtuelle Abfalltonne. Sofern Corona bis zum 30. Juni noch einen Spielbetrieb zulässt, wird die Teilnahme daran freiwillig und ohne Abstiegsgefahr ablaufen, steht aber wegen der Pandemie unter einem riesengroßen Fragezeichen. Beim Online-Staffeltag hat Heinz-Hermann Jerrentrup knapp 50 Vereinsvertretern erläutert, wie ab dem Ende der Osterferien (10./11. April) ein Rumpfspielbetrieb bis Serienende (30. Juni) aussehen könnte.

Gunnar Feicht

Auch in der Kreisliga (im Bild Union Halles Leo Krätzig) soll es wenn möglich eine Aufstiegsrunde geben. Foto: Mika Krüger

Nachdem alle noch im Dezember ersonnenen Notfallpläne wegen der hohen Infektionszahlen hinfällig sind, hätte Jerrentrup, als TK-Vorsitzender zuständig für den Spielbetrieb auf Kreisebene, persönlich sogar für eine komplette Annullierung der Saison plädiert: „Keine Ab- und keine Aufsteiger, die Serie 2021/22 mit identisch besetzten Spielklassen wieder so anfangen wie ein Jahr zuvor“, lautete sein Vorschlag. Lediglich Pflichtfreundschaftsspiele sollten bis Ende Juni angeboten werden.

Aus zwei Gründen wird es – sofern Kontaktsport wieder zugelassen ist – zumindest für die Kreisligen und die gemeinsamen Männer- und Frauen-Bezirksligen mit dem Kreis Bielefeld-Herford aber wohl doch eine Aufstiegsrunde geben: „Der Handballverband Westfalen will unbedingt, dass Aufsteiger zur Landesliga ausgespielt werden. Und wenn der Kreis Bielefeld-Herford seinen freien Platz in der Bezirksliga ermitteln will, dann werden wir für unsere Kreisligisten auch Aufstiegsspiele anbieten“, sagte Jerrentrup. Zudem gab es aus den Reihen der Vereine Stimmen, die sich für Aufstiegsrunden aussprachen. So argumentierten etwa Thomas Wöstmann (TG Hörste) und Heiner Obermeyer (TSG Harsewinkel). Der Handballverband Westfalen hatte bereits zuvor für die Spielklassen oberhalb der Kreisebene Aufstiegsrunden beschlossen, sofern das Pandemiegeschehen und die politischen Beschlüsse diese zulassen (WB vom 28- Januar).

Endlich wieder trainieren und vor allem den Jugendteams Wettkampf-Möglichkeiten bieten – das wollen alle. Denn sie machen sich Sorgen um ihre Sportart: „Wenn es ohne Sportbetrieb so weitergeht, dann fürchte ich, dass unsere Graswurzeln austrocknen. Im zweiten Lockdown ist deutlich festzustellen, dass die Begeisterung und Leidenschaft für Handball nicht mehr so groß ist wie im vergangenen Sommer“, sagte Wöstmann. Und Heinz-Hermann Jerrentrup ergänzte: „Viele Handballer, Trainer und Schiedsrichter haben die freien Wochenenden durchaus genossen. Es wird zum Problem, alle wieder für den Vereinssport zu aktivieren.“

Gleichschritt mit HV

Dazu muss der Ball schnell wieder fliegen. Aber wann die Hallen aufgeschlossen werden und der erste Anpfiff zu einem Spiel ertönt, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. „Was die Termine und die Meldefristen für vorgesehene Spielrunden angeht, werden wir uns an den Entscheidungen des HV Westfalen orientieren. Da ist Gleichschritt angesagt“, erklärte Jerrentrup. Was die Vorausschau auf die Saison 2021/22 angeht, plädiert er für einen luftigen Spielplan mit Spielraum für Verlegungen – ebenso wie Thomas Wöstmann. TG Hörstes Sportlicher Leiter: „Ich fürchte, dass uns die Corona-Problematik auch noch im Herbst einschränken wird. Man sollte auch darüber nachdenken, die Mannschaften, die in der aktuellen Serie gut gestartet sind, mit einem Bonus fürs nächste Spieljahr zu belohnen.“

Wenn tatsächlich ab Ende April noch um Aufstiegsehren gespielt werden kann, sind schon vorher die Experten für Satzung und Regelwerk gefragt. Marcel Quermann (Union 92 Halle) warf eine brisante Frage nach möglicher Wettbewerbsverzerrung in die Runde: „Wie wird die Spielberechtigung für zweite Mannschaften von höherklassigen Vereinen geregelt?“ Quermann sieht die Gefahr, dass sich die Reserveteams massiv von oben verstärken. Heinz-Hermann Jerrentrup will die Frage mit dem HV Westfalen und den Kollegen anderer Kreise klären, erwägt wenn möglich eine spezielle Regelung in den Durchführungsbestimmungen. Damit die kleine Etappe echten Wettbewerbs unter möglichst fairen Bedingungen verläuft.

Verlorene Saison und viele Fragen

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