So plant der Handball-Verband Westfalen

Verband will in allen Ligen Aufsteiger ermitteln – oder bestimmen

Altkreis

Handball-Vereine müssen sich bis Freitag verbindlich festlegen, ob sie in der letzten Juni-Woche bei einer möglichen Aufstiegs- oder Pokalrunde antreten. Die Vorbereitung könnte auch draußen beginnen. Die Skepsis ist groß, dass gespielt werden kann - wenn nicht, fällt die Aufstiegsentscheidung am „Grünen Tisch“.

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Auch Handball-Verbandsligist TuS Brockhagen muss bis zum 21. Mai erklären, ob das Team für eine mögliche Aufstiegsrunde zur Verfügung steht. Foto: Sören Voss

Handball-Vereine, die für eine mögliche Aufstiegs- oder Pokalrunde gemeldet haben, müssen bis Freitag, 23.59 Uhr erklären, ob sie sich unter den aktuellen Pandemie-Bedingungen und behördlichen Auflagen in der Lage sehen, in der letzten Juni-Woche anzutreten - sofern dann Wettkämpfe in der Halle erlaubt sind.

Die Technische Kommission des Handball-Verbandes Westfalen hat zudem festgelegt, dass es auf WHV-Ebene auf jeden Fall Aufsteiger geben wird. Kann Ende Juni nicht gespielt werden oder melden sich unter diesen Voraussetzungen keine Mannschaften für die Aufstiegsrunde an, werden Aufsteiger am „Grünen Tisch“ nach sportlichen Kriterien festgelegt. Diese Lösung hatte Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik beim Handballverband Westfalen, bereits für die Oberliga-Teams in Aussicht gestellt. Neu ist, dass auch in den Ligen darunter so vorgegangen werden soll. Tiemann: „Wir wollen nicht solche Vereine bestrafen, die vor der Saison viel investiert haben.“ Meldet nur eine Mannschaft für eine Aufstiegsrunde (wie bisher in der Frauen-Verbandsliga TG Hörste), steht diese nicht automatisch als Aufsteiger fest. Der Grund: In der Aufstiegsrunde muss die Entscheidung in einem sportlichen Wettkampf fallen. Gibt es keine Gegner, würde es also auch Oberligist TSG AH-Bielefeld nichts nützen, als GmbH eine Hallen-Sondernutzung zu erreichen.

Den verbindlichen Meldetermin erklärt Tiemann wie folgt: „Wir können nicht länger warten, weil wir den Vereinen ja vier Wochen Vorbereitungszeit eingeräumt haben.“ Nach der neuen Coronaschutzverordnung (gültig bis 4. Juni) darf erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 und bei Testung der Spieler kontaktfreies Mannschaftstraining in Hallen stattfinden, als Kontaktsport aber nur für maximal zehn erwachsene Personen aus drei Haushalten. Allerdings sind weitere Erleichterungen nicht ausgeschlossen und schon bei Werten unter 100 auch für Handballer Übungseinheiten unter freiem Himmel möglich. „Als Trainer würde ich wahrscheinlich nicht melden, weil mir die Verletzungsgefahr zu hoch wäre“, sagt Tiemann. Als Funktionär müsse man sich aber an die Spielordnung halten: „Und die sieht keine Annullierung der Saison vor. Wir könnten zwar abbrechen, müssten dann aber Aufsteiger nach einer Quotienten-Regel bestimmen, die nur zwei Spieltage berücksichtigt. Das wollen wir nicht.“

Auch Tiemann ist skeptisch, dass Aufsteiger wirklich in der Halle ermittelt werden können. Wird am „Grünen Tisch“ entschieden, kommen übrigens alle Teams einer Staffel in Frage. Absteiger sind weiterhin nicht vorgesehen.

Stimmen

Andy Evers(SF Loxten): „Wir finden es gut, dass der Verband alles versucht, um sportliche Lösungen zu finden. Zur Durchführung haben wir noch Rückfragen. Uns erscheint eine Aufstiegsrunde unter Beachtung der aktuellen Corona-Vorschriften nicht praktikabel.“

Sven Meister(TuS Brockhagen): „Dass die Runde stattfindet, schätze ich als unrealistisch ein. Wir gehen davon aus, dass wir in der kommenden Woche wieder trainieren dürfen, allerdings nur draußen und ohne Kontakt.“

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