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Wiedenbrücker TV plant langfristig für 2. Rugby-Liga – Klubheim komplett in Eigenregie

An der Burg herrscht Angriffsstimmung

Rheda-Wiedenbrück (WB). Auf einer Fläche von 200 Quadratmetern baut die Rugbyabteilung des Wiedenbrücker TV im Sportzentrum Burg gerade an ihrem eigenen »Thronsaal«. Das neue Klubheim, das spätestens im September 2019 fertig sein soll, ist nicht das einzige Zeichen dafür, dass etwas hochgezogen wird. Auch sportlich läuft’s: Das junge Männerteam liegt als ungeschlagener Spitzenreiter auf Kurs in Richtung 2. Bundesliga.

Christian Bröder

Für die »wilden Kerle« aus Wiedenbrück läuft’s sportlich rund: Die in Rot gekleideten »Rugger« Henrick Frerich (von links), Nils Siefert, Timo Külker, Alexander Bürger und Jörg Reineke haben Göttingen 39:5 besiegt und sind Spitzenreiter. Foto: Dennis Plasier

»Langfristig ist es auch unser Ziel, in dieser Spielklasse mal wieder anzugreifen«, verrät Abteilungsleiter Klaus Niewöhner. Der 47-Jährige leitet die mit 260 Mitgliedern drittgrößte Abteilung im WTV, die gerade aus eigener Kraft infrastrukturell enorm zulegt.

Die Baukosten in Höhe eines Einfamilienhauses stemmt der Förderverein

Ohne städtische Zuschüsse entsteht nämlich an der Burg neben dem Umkleidetrakt das schmucke, winkelförmige Vereinsheim, dessen Kosten Niewöhner »in der Größenordnung eines Einfamilienhauses« ansiedelt. »Gestemmt wird das Ganze über unseren Förderverein komplett in Eigenregie und auch in eigener Leistung«, wie der Rugby-Boss betont.

Zum Horst-Lück-Turnier im September 2019 soll die neue Heimat stehen

Heißt: Am Wochenende jagen einige der »wilden Kerle« und Mädels nicht nur dem »Ei« hinterher, sondern greifen regelmäßig zur Schaufel und helfen kräftig mit. Spätestens am 14./15. September 2019, passend zum Horst-Lück-Turnier, soll die neue Heimat der »Rugger« fertig sein. »Dann können wir 2020 auch unser 50-jähriges Jubiläum dort feiern«, blickt Niewöhner nach vorne. Der rot verblendete Rohbau steht schon.

Nach 39:5 gegen Göttingen: es riecht nach 2. Bundesliga

Gleich nebenan, auf dem Rasen, wird auch kräftig angepackt: Die 1. Mannschaft der Trainer Marc Watson und Alexander Cordes ist ungeschlagener Hinrundenmeister der Regionalliga West. Am vergangenen Samstag gewann das Team auch im ersten Rückrundenspiel gegen den SCW Göttingen mit 39:5 (17:5). Trotz harter Gegenwehr geht der WTV somit ungeschlagen und mit ordentlichem Abstand zur ostwestfälischen Konkurrenz aus Bielefeld und Paderborn in die Winterpause. Rund um die Burg herrscht Angriffsstimmung, es riecht geradezu nach 2. Bundesliga.

Jürgen Rubbel

»Unsere Jungs wollen natürlich, aber wir sind noch etwas verhalten«, weiß der 2. Rugby-Vorsitzender Jürgen Rubbel (52) aus Erfahrung, dass ein derartiges Vorhaben nicht leicht zu stemmen ist. Der mit 27.000 Euro vergleichsweise schmal bemessene Jahresetat für die gesamte Abteilung, der im Falle eines Aufstiegs ohnehin erhöht werden müsste, ist dabei nur ein Argument.

Mehr Spieler, mehr Training und deutlich mehr Zeitaufwand

»Man müsste auch drei Mal die Woche trainieren, der Kader sollte mindestens 30 Spieler umfassen und die müssten in Kauf nehmen, dass bei einer Auswärtspartie das ganze Wochenende drauf geht«, gibt Rubbel zu Bedenken. Außerdem sei ja ohnehin noch eine fast komplette Rückserie zu absolvieren. Gleichwohl erklärt er das Thema 2. Liga für den Fall der Fälle zu einer Teamentscheidung.

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