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Elf Wiedenbrücker Amateure machen sich gegen BVB einen Namen

Fußball-Millionäre düpiert

Rheda-Wiedenbrück (WB). Nationalspieler Julian Weigl, der vom FC Barcelona verpflichtete Sergio Gómez oder der mit einem Marktwert von sechs Millionen Euro taxierte schwedische Nachwuchsstürmer Alexander Isak. Die U23 von Borussia Dortmund fährt am Sonntag schwere Geschütze auf, um den SC Wiedenbrück zu schlagen. Doch es gelingt dem BVB nicht.

Dirk Heidemann

Der schwedische U21-Nationalspieler Alexander Isak (links) kann sich gegen die glänzend verteidigenden Wiedenbrücker (hier Tristan Duschke) kaum in Szene setzen. Mit dem 1:0-Erfolg über die U23 von Borussia Dortmund gelingt dem SCW der erste Saisonsieg. Foto: Wolfgang Wotke

Ganz im Gegenteil: Der heimische Fußball-Regionalligist zeigt ein bärenstarkes Heimspiel, feiert mit dem verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg seinen ersten Saisonsieg und sammelt eine Menge Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben.

Björn Mehnert

»Als die Dortmunder Aufstellung kam, war die Besprechung einfach. Ich habe der Mannschaft gesagt: Ich fordere euch auf, so zu spielen, dass die Jungs nach dem Spiel auch eure Namen kennen«, so Björn Mehnert. Bezugnehmend auf einen möglichen Wechsel von Weigl zu Paris St. Germain ergänzte der SCW-Trainer: »Wenn er in der kommenden Woche möglicherweise den Eiffelturm besucht, dann soll er sich an den Namen Oliver Zech erinnern können.«

Selten hat man den SCW derart diszipliniert agieren sehen

Zech lief sich am Sonntag die Lunge aus dem Halse, agierte im Wiedenbrücker 4-1-4-1-System fast wie eine zweite Spitze und hatte den Auftrag, die Dortmunder Spieleröffnung über Weigl zu unterbinden. Doch nicht nur der SCW-Kapitän riss Meter um Meter ab, das gesamte Team lieferte mit einer immensen Laufleistung eine bemerkenswerte Vorstellung ab. Selten hat man den SCW derart diszipliniert aus seiner Ordnung heraus agieren sehen.

Zu Beginn ist viel Respekt im Spiel

Wenn möglich, wurde gedoppelt, es wurden die Zweikämpfe gesucht und in der Mehrzahl auch gewonnen. Natürlich lässt sich gegen den BVB – für Mehnert neben Viktoria Köln der Topkandidat auf die Meisterschaft – nicht alles verteidigen. Vor allem in der Anfangsphase war zudem der Respekt deutlich zu spüren. »In den ersten 15 Minuten habe ich gedacht, die spielen uns an die Wand. Dann wurde es ein schön anzusehendes Spiel mit einer tollen Einstellung. Ganz stark – und das Tor ist dann auch noch gefallen«, freute sich Vorstandboss Burckhard Kramer.

Bei einer Dreifach-Chance ist der SCW im Glück (44.)

Ab der 20. Minute entwickelte sich ein Spiel »mit offenem Visier« (BVB-Trainer Jan Siewert), beide Teams kamen zu einer Vielzahl an hochkarätigen Chancen. Der aus einem starken Wiedenbrücker Kollektiv noch herausstechende David Schaal hätte vor der Pause gleich viermal für den Führungstreffer sorgen können, der dann beinahe dem BVB geglückt wäre. Isak scheiterte an Marcel Hölscher, Dzenis Burnic schoss nicht ins leere Tor sondern legte noch einmal auf Gómez ab, dessen Ball kratzte Daniel Latkowski von der Linie – bei dieser Dreifach-Chance (44.) war der SCW im Glück.

Joker Schikowski erlöst mit dem 1:0 (85.) den Wiedenbrücker Anhang

Nach der Pause hatte David Loheider (48./61.) zwei riesige Gelegenheiten, ein Freistoß von Burnic streifte die Latte (55.). Sören Dieckmann klärte eine Loheider-Hereingabe vor dem einschussbereiten Zlatko Muhovic (55.), dann erlöste der eingewechselte Patrick Schikowski (85.) den Wiedenbrücker Anhang. Hölscher rettete gegen Philipp Hanke das 1:0 (89.), ehe Daniel Brinkmann nach Zuspiel von Schaal mit einem Lupfer (90.) noch die Querlatte traf.

Statistik: SC Wiedenbrück - Borussia Dortmund U23 1:0 (0:0)

SC Wiedenbrück: Hölscher - Hüsing, Twrdy, Duschke, Latkowski - Geisler - Muhovic (67. Schikowski), Zech, Mandt (89. Andreas), Schaal - Loheider (83. Brinkmann). Borussia Dortmund U23: Oelschlägel - Hanke, Pieper, Kilian, Burnic (79. Wanner) - Weigl - Bockhorn, Gómez (68. Parlidis), Ornatelli, Dieckmann (72. Boyamba) - Isak. Schiedsrichter: Alexander Busse (Leichlingen). Zuschauer: 716. Gelbe Karten: Latkowski (50.) - Bockhorn (38.). Ecken: 0:6 (0:3).

Das Tor

• 1:0 Patrick Schikowski (85.). Kontrollierter Aufbau über die linke Seite. Der Ball landet bei Brinkmann, der auf Schaal ablegt. Dessen Seitenverlagerung auf Schikowski öffnet den Raum, der eingewechselte Außenstürmer trifft mit einem Flachschuss aus 18 Metern in die linke Ecke.

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