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Ironman Hamburg: drei Finisher aus Schloß Holte-Stukenbrock

Qualen mit Boxenstopp

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Peter Mertens, David Smyrek und Thorben Rein haben es geschafft: Sie überquerten am vergangenen Donnerstag die Ziellinie des Hamburger Ironman.

Carina Teckentrup

Glücklich: David Smyrek (links) und Thorben Rein sind im Ziel am Hamburger Rathaus angekommen.

Ein waschechter Triathlon war es nicht: das Schwimmen in der Alster sagten die Organisatoren wegen gesundheitsgefährdender Blaualgen ab. Stattdessen ging es zunächst auf eine sechs Kilometer lange Laufrunde (Smyrek 22:23 Min., Mertens 25:52 Min., Rein 27:34 Min.). Das ärgert vor allem Rein, der nach insgesamt 10:26:29 Stunden ins Ziel kam. »Ich habe viel ins Schwimmtraining investiert. Ich war jeden Samstag im Alberssee«, sagt der 31-Jährige.

Eines kann ihn nach dem Rennen aber wieder aufmuntern: »Ich war auf der Radstrecke schneller als David.« Beide mussten dabei unfreiwillig halten. Smyrek kassierte eine fünfminütige Zeitstrafe wegen Fahrens im Windschatten – also: Halt in der Penalty Box, wo er sich von seinen starken Nackenschmerzen zumindest etwas erholen konnte, und nach 5:09:13 Stunden wieder in die Laufschuhe. »Als ich endlich stand, ging es mit den Schmerzen wieder«, sagt auch Mertens, den das gleiche Schicksal und die gleiche Strafe ereilte. Der 41-Jährige benötigte 5:09:53 Stunden. Rein hatte dagegen mit einem Insekt zu kämpfen, das sich in seinem Helm verfing und oberhalb der Schläfe zustach. Zufällig vorbeikommende Sanitäter schauten sich das Übel an, es ging aber flott weiter. Rein stieg nach 5:07:49 Stunden vom Rad ab. »Auf der Strecke war nicht viel los. Es waren vielleicht 20 Zuschauer und 100 Schafe da«, sagt Rein. Dafür war die Unterstützung beim darauffolgenden Marathon umso größer. »Da war ordentlich was los.«

Das trug ihn zu einer Zeit von 4:40:46 Stunden. »Damit habe ich mich um fünf Minuten verbessert«, freut Rein sich. Mertens legte mit 4:00:36 Stunden eine tolle Zeit hin. »Der Einbruch nach der Hälfte des Marathons war heftig. Bis dahin ging es sehr gut, aber in der dritten Runde bin ich viel gegangen.« Smyrek war mit glatten 3:54 Stunden der schnellste Läufer. »Ich war froh durchlaufen zu können und habe auf dem Rad noch viel ans Aufgeben gedacht«, zeigt sich der 29-Jährige stolz auf seine Mentalität, die ihn nach 9:34:07 Stunden ins Ziel brachte. Für Rein und Smyrek steht im nächsten Jahr kein Ironman an. Beide haben auch zuvor schon Langdistanzen absolviert und wissen, dass sie das können. Mertens, der nach 9:49:02 ins Ziel kam, sieht das anders: »Im Ziel dachte ich, das mache ich nie wieder. Von zehn Stunden habe ich mich fünf gequält. Aber ich bin ja noch nicht geschwommen, also war das ja eigentlich kein richtiger Ironman.«

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