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Laufsport: Keine Bestzeiten beim Finnenbahn-Meeting

Regenspaß im Rindenmulch

Schloß Holte Stukenbrock (WB). Der Name ist Programm: Die »Metermacher« waren bei der 23. Auflage des Finnenbahn-Meetings einfach nicht zu schlagen. Die Stadtmeister lieferten sich mit dem Team aus Bielefeld aber ein knappes Rennen im Stadion am Ölbach und wurden mit dem zweiten Platz belohnt. Mindestens 99 Minuten lang hieß es: Vollgas geben.

Carina Teckentrup

Startschuss für die ersten Läufer der 54 Dreier-Teams: Adam Janicki (Startnummer 1, Mitte) von den siegreichen »Metermachern« liefert sich in der ersten Runde einen Zweikampf mit Sören Riechers (Startnummer 36, rechts) vom Stadtmeister-Team. Foto: Patrick Pollmeier

Peter Gehrmann, Moderator und Experte in der Laufszene, sollte Recht behalten: Im Vorfeld bezeichnete er die »Metermacher« aus Bielefeld als Favoriten. Der erst 16-jährige Jost Gößling, Adam Janicki und Stanly Kipkogei feierten einen konstanten Start-Ziel-Sieg mit 21 Runden in 1:44:04 Stunden. Janicki ging als erster Läufer auf die Strecke und beendete die Startrunde als Führender. Die Führung gab das Team nicht mehr ab. »Stanly Kipkogei war deutlich der schnellste Mann im Feld«, so Organisator Horst Gehrmann. Er habe mit all seinen sieben Runden in den Top 10-Rundenzeiten gelegen (Bestzeit 4:31 Min., im Durchschnitt 4:37). »Da konnte nur Teamkollege Adam Janicki mithalten«, der eine Bestzeit von 4:37 lief (Durchschnitt 4:44).

Läufer sehen die Wasserschlacht mit Humor

Zunächst konnte das Stadtmeister-Team mit Sören Riechers, Thomas Johannhörster und David Smyrek noch mit den Favoriten mithalten, musste sich aber am Schluss mit einer Runde weniger und Platz 2 geschlagen geben. Vom heimischen Stadtmeisterteam war Riechers am schnellsten unterwegs. »Seine schnellste Runde von 4:45 Min. landete auf Platz 15 der besten Rundenzeiten, zusammen mit Patrick Böhme rangierte er mit seinen Rundenzeiten direkt hinter den beiden Topläufern«, sagte Horst Gehrmann. Auf dem 1450 Meter langen Rundkurs wurden aber keine Bestzeiten gelaufen, das ließ der Regen nicht zu. Teilstücke der Finnenbahn wurden im Rennverlauf so matschig, dass viele Sportler freiwillig einige Meter mehr liefen und die Strecke nach außen hin verließen.

Das wurde auch nachher durch die Rennleitung gebilligt, die zunächst vor einem Verlassen der Strecke gewarnt hatte. Frank Brechmann und Peter Gehrmann sagten: »Dann wird das ganze Team disqualifiziert.«

Die Läufer sahen die Wasserschlacht mit Humor. Auf die Frage Gehrmanns, ob man die Wasserschutzpolizei alarmieren müsse, antwortete Thorsten Nöth­ling vom Tri-Sport-Team Verl: »Nein, Flossen reichen auch«. Brechmann hatte daraufhin die Idee, den Lauf zu erweitern: »Wir müssen nur noch ein Fahrrad hinstellen, dann haben wir einen Triathlon.« Sicherheit ging aber vor. »So einen Wolkenbruch hatten wir noch nie. Das war schon etwas chaotisch da draußen. Unsere heimischen Läufer haben das aber gut gemacht«, sagte Peter Gehrmann nach dem Rennen.

»Die Stadtmeister haben sich gut verkauft.«

Er befand auch: »Die Stadtmeister haben sich gut verkauft. David war in der Endphase sehr gut.« Die Taktik der drei Sportler war dabei einfach: »Volle Kanne los, volle Kanne weiter«, sagte Riechers. Smyrek drückte sich dabei absichtlich um die letzte Runde: »Unser Plan ist aufgegangen. Ich laufe eine Runde weniger als die anderen, weil sie pro Runde 15 bis 20 Sekunden schneller sind als ich.« Bemerkenswert fand Peter Gehrmann Johannhörsters schnelle letzte Runde: »Er holte satte 70 bis 90 Meter auf seinen Verfolger heraus, mit dem er gemeinsam die Runde begonnen hatte.«

Auch das Team der Stadtmeisterinnen war erfolgreich. Tabea Bokeloh, Nicola Sommerfeld und Rebecca Reischuk liefen als drittbestes Frauen-Team ins Ziel ein. Sie absolvierten 17 Runden in 1:44:38 Stunden. In der Gesamtwertung bedeutete das Platz 27. Peter Gehrmann hielt Tabeas Vater Jens Bokeloh, der ebenfalls startete, auf dem Laufenden: »Deine Tochter ist gut drauf!«

Sommerfeld, die das erste Mal unter Laufspaß-Flagge das Finnenbahn-Meeting bestritt, bereiteten die ersten beiden Runden Schwierigkeiten: »Sie waren sehr anstrengend, ich habe aber im Laufe des Rennens meinen Tritt gefunden. Hauptsache, man kann gut auftreten«, sagte die 46-Jährige und lief lieber auch ein paar Meter mehr. Peter Gehrmann attestierte den Damen Durchhaltevermögen: »Da hat keine nachgelassen, das hat mich beeindruckt.«

Sommerfeld beste heimische Läuferin

Sieger bei den Frauen wurde das Team »Wir sind dran« mit Nina Schüler, Nele Weike und Lea Weike. Sie wurden mit 18 Runden in 1:39:44 Stunden 14. in der Gesamtwertung. »Sie beherrschten das Feld und liefen gute Rundenzeiten, wobei Nele Welke ganz knapp die schnellste Runde lief (5:19 Min.), vor Lea Weike (5:20) und Nina Schüler (5:23).«, sagte Horst Gehrmann. Beste heimische Läuferin sei Nicola Sommerfeld (6:30) gewesen: »Sie lief damit hinter Valeska Vitt und Jana Palmowski vom Team ›Von uns sieht man nur den Rücken‹ als sechstbeste Frau im Feld.« Das »Rücken«-Team aus Bielefeld mit Isabell Dickob, Vitt und Palmowski wurde Zweite in der Frauen-Wertung (17 Runden, 1:40:13 Std.).

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