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Motorsport: Guckisch und Busche sind Deutsche Meister

»Vorne wegfahren«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nach dem Doppel-Titel 2013 haben es Rolf Busche und Roman Guckisch erneut geschafft. Sie sind beide Deutsche Meister. Busche machte sogar das Double perfekt.

Hendrik Fahrenwald

Saskia Busche und Vater Rolf Busche sowie Roman Guckisch (rechts) zeigen zusammen mit ihrem größten Fan Magnus Kerstingjohänner die Errungenschaften ihrer Motorsport-Saison. Rolf Busche und Guckisch gewannen jeweils einen Meister-Kranz. Foto: Hendrik Fahrenwald

Der Endlaufmeister darf sich auch Meister in der Klasse 5 des deutschen Rallye-Cross-Verbandes (DRCV) nennen. Arbeitskollege Guckisch gewann Klasse Prototype im Geländewagen-Trial.

»Vorne wegfahren, dann passiert nichts.« Diesen Tipp hat Rolf Busche von seiner Frau Silke, und er hat ihn größtenteils in der zurückliegenden Autocross-Saison beherzigt. Sieben Siege und ein zweiter Platz haben ihn den Meistertitel in der Klasse 5 beschert. Hinzu kam der Titel im Endlauf aller Spezial-Tourenwagen. Nur einmal hat es beim Doppel-Meister, der für den AC Vellern fährt, ordentlich gekracht. Beim vorletzten Rennen der Saison überschlug sich Busche nach einer Startkollision. Gute Erinnerungen hat der 52-jährige dennoch an den Lauf in Löhne. Schließlich holte er sich dort schon vorzeitig die Meisterschaft. Die Dominanz in seiner Klasse 5 war sogar so groß, dass Busche sogar auf ein Rennen verzichten konnte. Er schaute sich lieber die Autocross-Europameisterschaft an.

Im letzten Saisonlauf in Osnabrück machte er das Double perfekt. Dank eines zweiten Platzes im Endlauf reichte es auch für die Endlauf-Meisterschaft.

Wie ein Familienausflug

Alleine feiern brauchte Busche nie. Zusammen mit seiner Frau und Tochter Saskia machten die Drei die Renn-Wochenenden zum Familienausflug. Und auch im nächsten Jahr sollen einige Ausflüge folgen. Doch nach den Meistertiteln 2013, 2014, 2016 und 2017 sucht Busche eine neue Herausforderung. »Ich möchte gerne in anderen Klassen starten und mich mit anderen Fahrern messen«, sagt er. Seinen modifizierten roten Seat Ibiza hat er dafür schon längst zerlegt. »Jedes Teil am Auto wird jetzt erst einmal aufbereitet«, sagt Busche. Bei der in Liemke ansässigen Autoverwertung Kerstingjohänner, für die Busche arbeitet, hat er beste Bedingungen.

Beim Hauptsponsor arbeitet auch Roman Guckisch. Er ist ein Geländewagen-Trial-Ass. Allzu viel Bastelarbeit benötigt sein Fahrzeug, das er 2013 aus Norwegen gekauft hat, nicht. »Ich komme gut durch das Jahr, ohne viel zu schrauben«, sagt Guckisch. Und wie: In der sieben Läufe umfassenden Meisterschaft in der Klasse Prototype holte er sich mit seinem Beifahrer Christopher Fahlsing den Titel. Nach dem Gewinn der Meisterschaft 2014 und 2016 war es sein dritter Gesamtsieg.

Kurios: In diesem Jahr gab es jeweils sieben verschiedene Tagessieger. »Das hat es so auch noch nicht gegeben«, sagt Guckisch. Der konstanteste Fahrer der Klasse beherrscht die Fahrt durch tiefe Matschlöcher und hoch auf große Steilhänge. »Da sind schon ein paar wilde Sachen dabei«, sagt Guckisch. In seinem Sport kommt es weniger auf die Motorenstärke und mehr auf das Geschick an. »Man muss das Gelände lesen können, sonst geht es auch mal rückwärts den Kopf über einen Abhang herunter«, sagt Guckisch.

Titel vorzeitig sicher

Da hilft selbst ein besser ausgerüstetes Gefährt nichts. »Wenn jemand ein teures Auto kauft und nicht fahren kann, dann wird er schnell mal von den anderen Fahrern ausgelacht.« Ihn selbst haben seine Konkurrenten 2014 belächelt. »Da kannten sie mich noch gar nicht«, sagt Guckisch. Nun hat er sich längt in der Szene einen Namen gemacht. Den Titel sicherte er sich, wie Busche, schon vorzeitig. Beim letzten Lauf der Saison trat der vereinslose Trial-Spezialist nicht an. Die Durchschnittspunkte für die Fahrer, die sie bei ihrem Heimrennen bekommen, weil sie helfen, statt fahren, reichten für ihn zum Gesamtsieg. Der 35-Jährige hatte sich den letzten Lauf ausgesucht, um auszusetzen.

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