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SC Verl vergibt vor 1052 Zuschauern den Sieg – Referee in der Kritik

Bitterer Beigeschmack bleibt

Verl (WB). Als der SC Verl am 25. April dem Wuppertaler SV zuletzt daheim ein Remis abgeknöpft hat, war es die 16. Punkteteilung der Saison 2017/18 und Ansager Thorsten Nöthling taufte das Stadion kurzerhand in Unentschieden-Arena. Wenig zu lachen hatten die Verler hingegen nach dem 1:1 (1:0) vom vergangenen Samstag vor 1052 Zuschauern.

Christian Bröder 

Patrick Kurzen (vorne) fällt. Ein klarer Fall? Nicht für den Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer (rechts), der den Tritt des Wuppertalers Angelo Langer (Nummer 3) am Samstag vor 1052 Zuschauern in der Sportclub-Arena übersieht. Foto: Wolfgang Wotke

Zwar bleibt der Sportclub auch nach dem vierten Spieltag und dem dritten Unentschieden weiter ungeschlagen, doch direkt nach dem Abpfiff herrscht bei den Beteiligten erst einmal Unzufriedenheit. Im Mittelpunkt der Kritik steht Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer (31), der bei gleich vier bedeutenden Szenen gegen die Gastgeber entscheidet.

In der letzten Spielsituation wird Verteidiger Julian Stöckner nach einem Freistoß des bei seinem Debüt überzeugenden Niklas Sewing (20) während eines Kopfballversuchs am Trikot gezogen. »Ein klarer Elfmeter, das hat selbst der Linienrichter bestätigt. Mir fehlt vom Schiri der Mut, in der 90. Minute solch eine Szene zu pfeifen«, ärgert sich »Stöcki«, der für Julian Schmidt (steifer Nacken) als Kapitän aufläuft.

Julian Stöckner

Fragliches Stürmerfoul (18.), Handspiel (64.) und Tritt von hinten (76.)

Ebenso umstritten: Nach einer Sewing-Ecke bejubeln die Verler früh den Kopfballtreffer von Cinar Sansar zur vermeintlichen Führung (18.). Doch auch da legt Schiri Holzenkämpfer sein Veto ein und entscheidet auf Stürmerfoul. Fraglich ist, ob WSV-Verteidiger Angelo Langer einen Sansar-Schuss (64.) mit der Hand blockt. Noch offensichtlicher geht es dagegen zu, als Patrick Kurzen nach einem Ballgewinn 25 Meter vor dem WSV-Tor allein auf Keeper Wickl zuläuft, abbremst und im Strafraum von Angelo Langer von den Beinen geholt wird (76.). Elfmeter? Nein! Der Pfiff bleibt aus. »Dabei tritt er mir von hinten ins Schussbein und gibt das Foul später selber zu. Wenn das kein Elfer ist, können wir es auch lassen«, erklärt Kurzen sauer.

Zauberfuß Haeder sorgt per »Sahne-Heber« für das 1:0

So groß der Frust auch ist, so sehr besteht Einigkeit über den leistungsgerechten Ausgang. Zwar gehen die gegenüber dem 0:0 von Rödinghausen auf fünf Positionen veränderten Verler in Front: Zauberfuß Matthias Haeder sorgt per »Sahne-Heber« für das 1:0 (37.), nachdem er zuvor schon aus 20 Metern den Pfosten gegrüßt hatte (31.). Doch zum einen lässt der SCV – wie so oft – gute Chancen ungenutzt. Und zum anderen haben die früh pressenden Gäste mit Christopher Kramer ebenfalls einen Mann, der seine ganze Routine ausspielt. Er hält die Verler Verteidigung in Dauerbeschäftigung, trifft die Latte (28.) und nickt später einen Flanke des Ex-Verlers Jonas Erwig-Drüppel gegen immer tiefer stehende Gastgeber zum 1:1 (71.) ein.

Kurze Woche für den SCV: Mittwoch Pokal, Samstag wieder Liga

Es bleibt das Gefühl, zwei Punkte verloren zu haben – auch bei Trainer Guerino Capretti: »Am Ende spielst du Unentschieden und es ist in Ordnung, obwohl wir nicht mehr Remis spielen wollten. Ein bitterer Beigeschmack bleibt, weil wir kurz vorm Dreier standen.« Der 36-Jährige erklärt noch, dass sich Torhüter Robin Brüseke wohl eine Prellung an der Schulter zugezogen habe und verweist auf eine kurze Woche: Schon am Mittwoch (18.15 Uhr) tritt der SC Verl im Westfalenpokal bei Landesligist TuS Wiescherhöfen an. Am Samstag folgt dann um 14 Uhr die Auswärtspartie beim Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn.

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