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1:1 in 90. Minute vor 9677 Zuschauern – Demandt entschuldigt sich

Bitteres Ende für bessere Verler

Essen (WB). Fast wären die Fußballer des SC Verl beim verregneten Familien-Samstag von Rot-Weiss Essen zum Kinderschreck geworden. Das Team von Trainer Guerino Capretti war auf dem besten Wege, in der Regionalliga West den dritten Sieg in Serie einzufahren und den kleinen RWE-Fans unter 9677 Besuchern das Wochenende zu versauen. Bis zur 90. Minute: Dann erzielte Robin Urban noch das schmeichelhafte 1:1 (0:0). Ärgerlich!

Christian Bröder

In den gesamten 90 Minuten an der Hafenstraße lassen die in Schwarz gekleideten Verler Julian Stöckner (von links), Bastian Müller, Julian Schmidt und Torhüter Robin Brüseke überhaupt nur zwei gute Essener Chancen zu. Eine Top-Leistung! Foto: Ralf Weber

Durch den Ausgleich in letzter Sekunde fühlen sich die Ostwestfalen am Ende des 33. Viertliga-Vergleichs beider Teams, als sei ihnen die gerade dargebotene Tafel Schokolade noch aus dem geöffneten Munde gezogen worden. Ein bittersüßer Punktgewinn!

»Wenn man mit einem Unentschieden im Stadion Essen unzufrieden den Platz verlässt, sagt das doch eigentlich alles«, bringt es SCV-Kapitän Julian Schmidt auf den Punkt. »Unfassbar« entfährt es in den Katakomben fast gleichzeitig Linksverteidiger Cinar Sansar.

Stadionzeitung »Kurze Fuffzehn«

Und genauso ist es: Außenseiter Verl – kein anderer Gegner hat seit 1994 öfter an der Hafenstraße gastiert – ist bei einem Chancenplus von 3:2 über die gesamte Distanz auch spielerisch das bessere Team. Das Stadionmagazin »Kurze Fuffzehn« hat eine Vorahnung und zieht den Hut davor, »wie dieser Dorfclub es schafft, uns Jahr für Jahr auf die Nüsse zu gehen.«

Verl diktiert das Geschehen, Müller hat die erste Chance

Trainer Guerino Capretti und »Co« Maniyel Nergiz probieren es mit der selben Verler Startelf wie vom 3:1 über den Bonner SC. Erfolgreich: Sie dominiert das Geschehen. Sie spielt »frech und mutig mit«, wie vom Trainer gefordert. Sie lässt Essen wenig Räume und hat durch Bastian Müllers Schuss aus der zweiten Reihe (37.) die erste und einzige gefährliche Großchance der ersten Halbzeit.

Beim Essener Clan wird die Stimmung zunehmend wenig familiärer. Rückpässe werden mit hämischem Applaus quittiert (39.), aus der Westkurve gibt’s ein gellendes Pfeifkonzert (41.) und zum Pausentee hagelt es von Klein und Groß dröhnende »Pfui«-, »Buh«- und »Demandt raus«-Rufe.

RWE-Coach Demandt entschuldigt sich bei den eigenen Anhängern

Weshalb RWE-Coach Sven Demandt am Ende gar Verständnis für die lauthalse Kritik hat, äußert er so: »Wir haben gar nicht zu unserem Spiel gefunden. Ich möchte mich bei allen Fans, die heute da waren, entschuldigen. Wir kriegen kein gutes Heimspiel hin, sind viel zu ängstlich«

Stimmt! Auch nach der Pause spielt Verl reifer. Keiner greift Antreiber Viktor Maier bei dessen 20-Meter-Schuss an, RWE-Keeper Robin Heller pariert (49.). Auch keine Spur von Gegenwehr, als der zweikampfstarke Patrick Choroba flankt und der emsige Arbeiter Gianluca Marzullo das überfällige Verler 1:0 (59.) erzielt.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag, 2. Oktober, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh.

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