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Tim Mannek beendet das Kapitel Profi-Fußball und wechselt zum SC Peckeloh

Endlich wieder spielen

Versmold-Peckeloh (WB). Der Vertrag beim Zweitligisten SC Paderborn ist seit gut einer Woche aufgelöst. Nun hat sich Tim Mannek entschieden, das Kapitel Profi-Fußball ganz zu beenden. Der 21-jährige Versmolder geht demnächst in seiner Heimat für den Landesligisten SC Peckeloh auf Torjagd.

Stephan Arend

Tim Mannek (hier noch im Trikot des SC Paderborn) wechselt zum Fußball-Landesligisten SC Peckeloh. Foto: Sören Voss

Sein neuer Verein ist bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive behilflich gewesen. Mannek wird 2019 eine kaufmännische Ausbildung beginnen.  Somit verzichtet er auf viel Geld, denn sein »Zweitliga-Vertrag« wäre erst nach dieser Saison ausgelaufen. Dennoch sei die Zeit reif für einen Neuanfang gewesen: »Ich bin zu sehr Fußballer, möchte endlich wieder auf dem Platz stehen, Erfolgserlebnisse haben – und das Gefühl, gebraucht zu werden«

Das ist in Paderborn schon lange nicht mehr der Fall. Nach der Verpflichtung von Steffen Baumgart im April 2017 geht es zwar für den Verein sportlich wieder aufwärts. Mannek spielt aber in den Planungen des neuen Trainers keine Rolle. Zunächst soll der Youngster ausgeliehen werden. Als das nicht klappt, darf er nicht mehr mit den Profis trainieren. Immerhin erzielt Mannek in 54 Oberliga-Partien für SC Paderborn II 20 Tore, soll aber in dieser Saison auch für die SCP-Reserve nicht mehr auflaufen, weil die Verantwortlichen auf eine Vertragsauflösung gedrängt hätten.

Dabei ist die Karriere des Versmolders in Paderborn zunächst nach Plan gelaufen. Mannek wechselt in der B-Jugend von VfL Theesen zum großen SCP, wird im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) ausgebildet und drängt sich mit seinen vielen Toren für einen Profi-Vertrag auf. Er hat auch Glück, dass sein Fürsprecher René Müller vom NLZ-Leiter zum Chef-Trainer der Profis befördert wird. Mannek unterschreibt am Ende der Zweitliga-Abstiegssaison 2015/16 einen Profivertrag. Unter Müller, und später auch unter Nachfolger Stefan Emmerling, kommt der Nachwuchsstürmer zu sechs Drittliga-Einsätzen und spielt auch einmal im DFB-Pokal. Gleich bei seiner Profi-Premiere in Duisburg verpasst der Debütant nach seiner Einwechslung kurz vor Schluss das 1:1. »Wenn ich da treffe, würde ich jetzt wahrscheinlich nicht für Peckeloh spielen«, sagt Tim Mannek. Er ist davon überzeugt, dass eine Szene, aber auch Zufall und Glück über die Karriere entscheiden können. Trotz zuletzt frustrierender Monate, bereut es der 21-Jährige nicht, für einige Zeit seinen Profi-Traum gelebt zu haben: »Ich hatte in Paderborn gerade am Anfang eine tolle Zeit.«

Rückblickend würde er aber zwei Dinge anders machen. »Als ich merkte, dass Steffen Baumgart nicht mit mir plant, habe ich mir meine Enttäuschung im Training zu sehr anmerken lassen.« Außerdem habe er nach dem Realschul-Abschluss zu schnell mit der Schule aufgehört: »In der Oberliga oder Regionalliga spielen und gleichzeitig studieren, das wäre eine gute Option gewesen.«

Für SC Peckeloh ist die Verpflichtung von Tim Mannek laut Jan Fahrenwald ein Glücksgriff: »Tim kommt aus Versmold und passt perfekt in unser Konzept, auf junge Spieler aus der Region zu setzen.« Der Sportliche Leiter betont, dass der Neuzugang beim SCP auf keinen Fall das große Geld verdient: »Das denken einige vielleicht. Aber wir bieten stattdessen eine berufliche Perspektive.« Mannek selbst traut sich zu, seinem neuen Team zu helfen: »Eine gute Mannschaft, die ja nicht unbedingt die nächsten fünf Jahre Landesliga spielen muss. Ich kenne einige Spieler, habe zum Beispiel mit Gilles Berger zusammen in der Jugend beim VfL Theesen gespielt.«

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