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Torhüter Christian Cosfeld hört nach 23 Jahren beim SC Peckeloh auf

Highlight erster Masters-Titel

Versmold-Peckeloh  (WB). Wenn am 21. Mai die Partie des SC Peckeloh II gegen TuS Ost Bielefeld in der Kreisliga A abgepfiffen wird, endet die Laufbahn eines außergewöhnlichen Torhüters des SCP: Christian Cosfeld (33) wird im Anschluss an das letzte Heimspiel der Saison verabschiedet. Mit ihm zwischen den Pfosten feierte der Verein seine bislang größten Erfolge.

Klaus Münstermann

SC Peckeloh feiert den Sieg beim Altkreis-Hallenmasters 2011: Für Christian Cosfeld (mit Nummer 23 auf dem T-Shirt) das Karriere-Highlight. Mit seinen Paraden im Neunmeterschießen hat er selbst daran entscheidenden Anteil gehabt. Foto: Sören Voss

Nach 23 Jahren hängt Cosfeld seine Handschuhe aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel. Als er 1994 unter dem Trainerduo Peter Lienig und Bärbel Heptner in der E II-Jugend mit dem Fußballspielen begann, konnte niemand ahnen, dass er seinem SC Peckeloh später als Torwart zu zwei Aufstiegen (2008 und 2012) aus der Bezirks- in die Landesliga verhelfen würde.

Los geht’s mit einem 0:10

»Wir haben bei Arminia Bielefeld 0:10 verloren. Ich habe damals in der Abwehr gespielt«, erinnert sich der 33-Jährige, der gerne häufiger und früher während seiner Jugendzeit im Kasten gestanden hätte. So bezeichnet Cosfeld seine Jugendjahre auch »als eher erfolglos«. »Ich war nie schlank und auch kein Dauerläufer«, sagt Cosfeld und räumt selbstironisch ein: »Später in den Vorbereitungswochen auf eine Saison machte sich regelmäßig eine ›Mücken-Allergie‹ bemerkbar.« Die Mannschaftskollegen bolzten beim Laufen um den Feldmarksee meistens ohne ihn Kondition.

Peckeloh brennt nach Abpfiff

Nach dem ersten Aufstieg in die Landesliga 2008 unter Coach Arno Hornberg ging es im Jahr darauf mit dem neuen Mann an der Seitenlinie, Thomas Schilling, direkt wieder abwärts. »Nach Abgängen wichtiger Spieler hatten wir einfach keinen landesliga-tauglichen Kader«, so Cosfeld. Mit der Rückkehr von Arno Hornberg kam auch der Erfolg zurück ins Wöstenstadion. Und somit laut Cosfeld »der Tag, an dem Peckeloh brannte«. Gemeint ist der 10. Juni 2012.

Peckeloh gewinnt am vorletzten Spieltag zu Hause 3:0 gegen Herringen. Gleichzeitig kassiert Verfolger Telgte beim bereits als Absteiger feststehende SVE Heessen in der 90. Minute den Treffer zur überraschenden 1:2-Pleite. Dem SCP ist der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. »Die draußen standen, haben während unseres Spiels alle dicht gehalten. Und mit dem Abpfiff brach das Gejohle los. Das war die größte Party aller Zeiten in Peckeloh«, so Cosfeld. »Ich hatte noch drei Tage später meine Stimme nicht wieder gefunden.«

An Flanke vorbei gerauscht

An seinen bittersten Moment zwischen den Pfosten denkt Cosfeld ungern zurück. »Beim Spiel um Platz drei im Kreispokal 2009 bin ich in der Verlängerung an einer Flanke vorbei gerauscht und Bayamba Belombo hat für Ravensberg in der letzten Minute der Verlängerung das 5:4 erzielt. Den Einzug in den Westfalenpokal hatten wir damit leider verpasst«, ärgert sich Cosfeld noch heute.

Herrmanns Zettel sei Dank

Trotz zweier Aufstiege genießt für Christian Cosfeld ein anderer Erfolg höhere Bedeutung. »Der erste Masters-Titel mit dem SCP 2011 war der wichtigste«, so Cosfeld. Er hatte entscheidenden Anteil daran. Sowohl im Halbfinale gegen TSV Amshausen als auch im Endspiel gegen die SG Oesterweg ging es ins Neunmeterschießen. Und auch dort in die Verlängerung. Erst Cosfelds Paraden gegen Krzysztof Swatko vom TSV und später gegen Dave Beumker bedeuteten den Triumph.

Geholfen hat Betreuer Torsten »Flicken« Herrmann ebenso wie Cosfelds Vater Edwin. Vielleicht auch Coach Hornberg. Der hatte Cosfeld im Viertelfinale auf der Bank schmoren lassen und stattdessen Sascha Jankowski aufgeboten. »Ich war auf 360«, so Cosfeld. Bei den späteren Neunmeterschießen im Halbfinale und im Endspiel steckte ihm Herrmann einen Zettel mit den Vorlieben der Schützen zu. Ebenso wie es Andi Köpke im WM-Viertelfinale 2006 bei Deutschlands Nationaltorwart Jens Lehmann gemacht hatte. »Wenn der Schütze auf ›Flickens‹ Zettel nicht drauf stand, hat der Tipp meines Papas geholfen: ›Junge, einfach stehen bleiben‹.«

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