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Tennis: Versmolds Daniel Masur hat trotz der Tour-Pause keine Zukunftssorgen

„Komme in anderen Lebensbereichen voran“

Versmold (WB). Die Tour ruht seit März, und die Bundesliga-Saison ist abgesagt. Corona hält auch das Profitennis in Atem. Für Daniel Masur ist das kein Grund, sich um seine Karriere zu sorgen oder zu klagen. „Ich bin 25, jung, gesund und habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der langjährige Spitzenspieler vom Zweitliga-Aufsteiger Tennispark Versmold.

Stephan Arend

Daniel Masur vom Zweitligisten Tennispark Versmold bastelt auch abseits des Platzes an seiner Zukunft. Foto: Sören Voss

Und den Schläger hat er auch schon seit einigen Wochen wieder ausgepackt. Bei der Turnierserie des Deutschen Tennis-Bundes gibt es zwar keine Weltranglisten-Punkte zu gewinnen. Dafür sammeln die Spieler Matchpraxis und dürfen sich über (kleinere) Einnahmen freuen. So wurde Masur etwa für seinen zweiten Platz in der Vorrunde mit 4000 Euro belohnt. Den Einzug in die Finalrunde hat die Nummer 250 der Weltrangliste allerdings verpasst. Am Freitag verlor er in Meerbusch auch sein zweites Halbfinal-Gruppenspiel (1:6/5:7 gegen den Weltranglisten-133 Cedrik-Marcel Stebe) und kann nicht mehr Platz eins oder zwei erreichen.

Dennoch: Daniel Masur hat das Beste aus der Corona-Zwangspause gemacht und darin auch eine Chance gesehen, die Fitness zu verbessern. „Mein Körper hat gerade über einen längeren Zeitraum viel Ruhe, was in den nächsten Jahren nicht der Fall sein wird“, sagte er vor der Rückkehr auf den Platz. Und dass seine Zukunft weiterhin das Profitennis sein wird, daran lässt der Deutsche Meister der Jahre 2017 und 2019 keine Zweifel. Die Corona-Krise bedrohe seine Karriereplanung keineswegs. Zwar sind Preisgelder wegfallen, auf der anderen Seite aber auch die Reisekosten. Und für Spieler mit seinem Ranking sei die Profitour ohnehin ein Nullsummenspiel. Daniel Masur hat vorgesorgt für Zeiten, in denen er etwa wegen Verletzungen pausieren muss, „so dass ich mir notfalls mindestens ein Jahr keine Gedanken machen muss.“ Da versteht es sich von selbst, dass er die Zuwendungen aus dem Hilfsfonds der ATP zur Seite gelegt hat.

Auch ohne die weiten Turnierreisen kommt beim langjährigen Versmolder Leistungsträger keine Langeweile auf. Parallel zum Profitennis bietet Masur Online-Coaching an („von der Videoanalyse bis zur Ausarbeitung eines Trainingsplans“) – und studiert Finanzmanagement an einer Fernuni: „So habe ich bei Verletzungspausen eine weitere Vollzeitbeschäftigung und komme in anderen Lebensbereichen voran. Gerade schaffe ich dreimal so viel Lernstoff als sonst. Nur Tennis würde mich nicht voll auslasten.“

Endrunde der Damen in Versmold wohl mit Zuschauern

So wie die Männer derzeit in Meerbusch tragen die Frauen kommende Woche in Darmstadt in zwei Vierergruppen ihr Halbfinale aus. Jeweils die Gruppenersten- und Zweiten qualifizieren sich für die Endrunde vom 23. bis 26. Juli im Tennispark Versmold. Dort sollen Zuschauer zugelassen sein, wenn die Behörden und der DTB grünes Licht geben.

In Katharina Gerlach, die ihre Zwischenrunden-Gruppe gewonnen hat, darf sich auch eine Lokalmatadorin Hoffnung auf ein Finalticket machen. Außerdem sind im Halbfinale dabei: Laura Siegemund, Jule Niemeier, Nastasja Schunk, Tamara Kopatsch, Anna Zaja. Die letzten beiden freien Plätze vergibt Bundestrainerin Barbara Rittner per Wild Card.

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