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Handball: Spvg. Hesselteich verliert das Testspiel gegen Erstliga-Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen 18:49

Possehl genießt sein Heimspiel

Versmold-Hesselteich. (WB). Die Spieler des Landesligisten Spvg. Hesselteich kennen die Handball-Bundesliga nur aus dem Fernsehen. Gestern Abend nun haben sie Dynamik, Tempo und Spielwitz der Profis im direkten Duell kennengelernt. Das Testspiel gegen Erstliga-Neuling HSG Nordhorn-Lingen endet vor 350 Zuschauern in der Versmolder Sparkassen-Arena 18:49 (7:23).

Stephan Arend

Julian Possehl ist mit Erstliga-Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen in seine sportliche Heimat zurückgekehrt. Foto: Nico Seifert

Anders als in den Liga-Spielen zählt diesmal aber nicht das Ergebnis. Vielmehr sind es die speziellen Szenen, die jeden einzelnen Spvg.-Akteur zu einem Sieger machen. Yannik Mithöfer und Sören Twelkemeier etwa erzielen die ersten beiden Tore der Gastgeber zum 2:3. Michael Udo Schaldach sieht optisch seinem Gegenüber Robert Weber ähnlich. Zumindest einmal, als er von der Rechtsaußen-Position die kleine Lücke findet und das 5:13 erzielt, erinnert Schaldach auch sportlich an Nordhorn-Lingens Top-Neuzugang, einst für Magdeburg Bundesliga-Torschützenkönig und Pokalsieger. Das schönste Tor des Underdogs von Kevin Stöwe per Gegenstoß leitet Keeper Sebastian Spellmann mit einer spektakulären Parade und genauem Pass quer durch die ganze Halle ein. »Das ist einfach super, wenn alle Zuschauer nach einer solchen Aktion stehen«, sagt Hesselteichs Coach Dennis Laumann: »Das hat heute viel Spaß gemacht, eine coole Sache.«

Laumann hat seinen Schützlingen vor der Partie noch einmal eingeimpft, Schnelligkeitsnachteile nicht mit harten Aktionen zu kompensieren. Schließlich startet der Gegner am 22. August in eine ohnehin schwierige Premieren-Erstliga-Saison und kann Verletzungen am wenigsten gebrauchen. Die HSG trifft so auf einen fairen Underdog. Das Hörster Schiedsrichter-Gespann Andreas Schäper/Frank Panofen kommt ohne Zeitstrafen und Siebenmeter aus.

Dass der Bundesligist nach einer Woche Training trotz der ungleichen Kräfteverhältnisse Lust aufs Spielen hat, zeigt das Team gleich in den ersten Minuten mit einem Kempa-Tor und einem Zuspiel von Julian Possehl hinter dem Rücken auf Robert Weber. Das 50. Tor verweigert Alex Smit am Ende allerdings. »Er hat schon den 40. Treffer erzielt und wollte nicht noch eine Kiste springen lassen«, schmunzelt Possehl. Für den Ex-Loxtener ist es die erste Partie in Versmold, seit er das Elternhaus vor zehn Jahren verlassen hat. Eine Partie, die er vor Verwandten und Freunden auf der Tribüne sichtlich genießt. Und die Autogramme des 26-jährigen ehemaligen Junioren-Nationalspielers sind an alter Wirkungsstätte besonders gefragt. Possehl nutzt die Reise in die Heimat, um nach dem Spiel noch kurz Zuhause vorbeizuschauen: »Länger kann ich nicht bleiben, morgen stehen schon wieder zwei Trainingseinheiten auf dem Programm.« Es folgt am Wochenende ein Trainingslager mit einem Testspiel gegen Liga-Rivale Leipzig. Der Countdown für das Abenteuer 1. Liga hat am Donnerstag-Abend in Versmold begonnen.

Spvg. Hesselteich: Stanjek, Spellmann; Stöwe (1), Schaldach (1), Mithöfer (1), Fromme (3), Twelkemeier (1), Henselewski (2), Wagemann (2), J. von Ameln (1), Mittendorf (2), A. von Ameln (4).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester; Heiny (1), Leenders (3), Weber (5), Mickal (5), Miedema (4), Terwolbeck (3), de Boer (5), Zare (3), Vorlicek, Prakapenia (1), Smit (8), Seidel (7), Possehl (2), Pöhle (2).

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