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Fußball: Landesligist SC Peckeloh geht mit der Verpflichtung von Athletik-Trainer Sebastian Selchert neue Wege

Schluss mit den vielen Verletzten

Versmold-Peckeloh  (WB). Der letzte Neuzugang hat zwar schon vor einigen Jahren für Peckeloh in der Fußball-Landesliga gespielt und war damals Kapitän. Doch nun kehrt Sebastian Selchert in ganz anderer Funktion zum SCP zurück. Als Athletik-Trainer soll der 25-Jährige dafür sorgen, dass die lange Verletztenliste schrumpft.

Stephan Arend

Viele neue Gesichter beim Fußball-Landesligisten SC Peckeloh – hinten von links: Moritz Wieland, Erik Mannek, Philipp Dieckmann, Coach Markus Kleine-Tebbe, Athletik-Trainer Sebastian Selchert; vorne: Tobias Fiß, Cornelius Bulanov und Andi Mehmeti. Foto: Stephan Arend

Mit vorbeugenden Maßnahmen, zu denen auch eine gesunde Ernährung und die richtige Trainingssteuerung zählt, will der Sportwissenschaftler und angehende Gymnasiallehrer (Sport und Bio) dem Peckeloher Problem der vergangenen Jahre entgegenwirken. »Eigentlich fängt man damit erst ab der Oberliga an«, sind laut Selchert solche professionellen Strukturen für einen Landesligisten ungewöhnlich. Umso dankbarer ist Trainer Markus Kleine-Tebbe für die Unterstützung: »Einige Spieler beschäftigen sich ohnehin mit dem Thema Gesundheit. Andere brauchen dagegen Anleitung.« »MKT« und Selchert waren auch Nachbarn und haben sich in den vergangenen Jahren nie aus den Augen verloren. In der Vorbereitung wird Selchert regelmäßig mit den Spielern arbeiten, in der Saison zwei Mal im Monat mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Licht und Schatten

Apropos Vorbereitung: Das jüngste Turnier in Oesterweg war beispielhaft für Licht und Schatten in den vergangenen Wochen. »Die, die da sind, machen ihre Sache gut. Es gefällt mir, wie fleißig und willig sie sind«, sagt Kleine-Tebbe. Auch die Spielfreude beim 6:0 in 45 Minuten gegen die Gastgeber imponierte, auch wenn der Gegner »nur« in der A-Liga antritt. Beim folgenden 0:1 gegen Spvg. Versmold (ebenfalls ein A-Ligist) fehlten dagegen neben mehr Wechselmöglichkeiten die Erfahrungswerte von Spielern wie Daniel Schnadwinkel, Gerrit Weinreich oder Baris Orhan, die ausfielen. Pechvogel Weinreich muss wohl sogar die nächsten zehn Wochen pausieren, weil nach langer Zwangspause die alte Verletzung noch immer Probleme bereitet. Hinzu kommen noch einige Urlauber. »Es wird ein Spagat, alle Spieler auf den gleichen Stand zu bringen«, sagt der Coach.

Fußballerische Qualität

Acht Neuzugänge, keiner älter als 24 Jahre und zumeist top ausgebildet, bringen ohne Frage große fußballerische Qualitäten mit. »Wir haben unfassbar viel Glück, dass solche Jungs dazugekommen sind – in Zeiten, in denen man schon mit weniger Aufwand in unteren Ligen gutes Geld verdienen kann«, sagt Kleine-Tebbe. So kam etwa Erik Mannek (18) in seinem letzten Jugend-Jahr beim VfL Theesen bereits auf zehn Einsätze in der ersten Mannschaft in der Westfalenliga.

Die Sache hat laut Kleine-Tebbe aber einen Haken: »Unsere Neuzugänge sind leider nicht on top dazugekommen.« Der SCP hat in der Tat auch wichtige Stammkräfte verloren – wie seinen Kapitän Dennis Schmidt, Leadertyp Wojtek Kosecki, der sich mit robuster Zweikampfführung Respekt bei Gegner und Mitspielern verschafft hat und in Robin Steinkamp auch einen jüngeren Spieler mit viel Potenzial, der seinen nächsten Schritt lieber in Clarholz als in Peckeloh machen will.

Liga wird noch stärker

Markus Kleine-Tebbe will keine bestimmte Platzierung vorgeben. Es bringe nichts, wenn der Trainer so etwas formuliere. Die Mannschaft selbst müsse sich Ziele setzen, findet der Coach, sagt aber auch: »Viel wichtiger ist, dass jeder alles aus sich herausholt. Was möglich ist, das ist schwer vorherzusagen. Schließlich wird die Liga noch stärker sein als in der vergangenen Saison.«

Ob der neue SCP besser aufgestellt ist als die Mannschaft, die sich in der vergangenen Saison lange Zeit nicht vom Abstiegsrelegationsplatz absetzen konnte und in der Endabrechnung Platz zehn belegte, das ist schwer vorherzusagen.

Auf einen Blick

Zugänge: Wojtek Kosecki (TuS Tengern), Robin Steinkamp (Victoria Clarholz), Dennis Schmidt (SC Halle), Nico Sandkühler (Spvg. Versmold) sowie Emre Tuncbilek (SV Bad Rothenfelde).

Zugänge: Moritz Wieland (Spvg. Steinhagen), Philipp Dieckmann (SC Wiedenbrück II), Erik Mannek (VfL Theesen), Cornelius Bulanov (Spvg. Versmold), Tobias Fiß (SC Halle), Baris Colak (SV Spexard), Ramazan Yildiz (SC Verl II) und Andi Mehmeti (aus der eigenen A-Jugend).

Kader ohne Neuzugänge: Tom Weber, Chris Timke, Gilles Berger, Florian Pixa, Kevin Lentz, Gerrit Weinreich, Alexander Bulanov, Jonas Weißen, Baris Orhan, Daniel Schnadwinkel, Kevin Ikeakhe, Sercan Ozdil, Tim Mannek, Alban Shabani, Jan Luca Felsmann, Robin Sander.

Trainer: Markus Kleine-Tebbe (im sechsten Jahr).

Favorit : Preußen Espelkamp

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