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Tennis: Bei den Reinert Open schlägt in der nächsten Woche die ehemalige Weltranglisten-Fünfte auf. Für den Turniersieg auf der neuen Anlage kommen aber noch viele andere Spielerinnen in Frage

Zwei Stars: Errani und der Tennispark

Versmold  (WB). Bereits zum zwölften Mal wird in Versmold das Weltranglisten-Turnier Reinert Open ausgetragen (8. bis 14. Juli). Doch eine so namhafte Spielerin wie Sara Errani hat noch nie im Tennispark aufgeschlagen. »Das ist der Hammer«, schwärmt auch Turnierdirektor Jan Miska.

Stephan Arend

Auf den Auftritt der ehemaligen Weltranglisten-Fünften Sara Errani bei den Reinert Open in Versmold darf man gespannt sein. Foto: dpa

Errani zählt ohne Frage zu den großen Stars der Tennisszene. Zwar wird die Italienerin nach ihrer Doping-Sperre (bis Februar derzeit) in der Weltrangliste nur auf Position 256 geführt. Doch 2017 zählte Errani noch zu den besten 50 Spielerinnen und hat in ihrer Karriere Erfolge gefeiert, von denen alle Teilnehmerinnen der Reinert Open träumen. Sie war die Nummer fünf der Welt im Einzel, stand im Finale der French Open – und hat als Nummer eins der Doppel-Rangliste mit ihrer Partnerin Roberta Vinci alle Grand-Slam-Turniere gewonnen. Um sich nach der Sperre wieder im Ranking hochzuarbeiten, stehen für Errani statt Paris und Wimbledon nun kleinere Events wie die mit 60.000 US-Dollar dotierte Veranstaltung in Versmold auf dem Turnierplan. »Sie hat für die Reinert Open gemeldet. Da sie aufgrund ihrer Ranglisten-Position die Qualifikation hätte spielen müssen, hat ihr Bruder und Manager Davide nach einer Wild Card gefragt. Diesen Wunsch haben wir gerne erfüllt«, sagt Jan Miska.

Diatchenko topgesetzt

Für den Turniersieg kommen aber auch viele andere Spielerinnen in Frage. Allen voran die topgesetzte Vitalia Diatchenko (WTA 83). Die 28-jährige Russin hat erst vor einigen Wochen bei den French Open in Paris ihre Qualitäten auf Asche unter Beweis gestellt und bei ihrer Dreisatzniederlage keiner Geringeren als Serena Williams den ersten Durchgang mit 6:2 abgenommen. In der Setzliste der Reinert Open folgen in Bibiana Schoofs (158) und Barbara Haas (160) zwei Versmolder Stammgäste. Haas, Finalistin von 2017, hat zudem einige Jahre für Blau-Weiß Halle gespielt. Gespannt sein darf man auch auf einige jüngere Spielerinnen wie Elena Gabriela Ruse (Rumänien/176), Anna Bondar (Ungarn/185) oder Valentini Grammatikopoulou (Griechenland/193), die die Top 100 anpeilen. In der Vergangenheit haben immer wieder junge Talente die Reinert Open als Sprungbrett genutzt. »Das ist sehr interessant, wer alles schon bei uns am Start war«, erinnert Turnier-Initiator Hans-Ewald Reinert an aktuelle Topspielerinnen wie Anastasija Sevastova (WTA 12), Darya Kasatkina (30), Mihaela Buzarnescu (53), Katerina Siniakova (38), Saisai Zheng (43) oder Tatjana Maria (65).

Hans-Ewald Reinert freut sich auch darauf, Spielerinnen und Zuschauern die neue Anlage zu präsentieren. Der Centre Court ist tiefer gelegt, die Tribünen sind mit Holz und Kunstrasen statt Beton ausgestattet. Zudem sei der Blick von der Dachterrasse des modernisierten Clubhauses spektakulär. Reinert: »Pläne sind das eine. Es ist etwas ganz anderes, die neue Anlage das erste Mal zu betreten. Ich bin geflasht.«

Wild-Card für Friedsam

Deutsche Tennisfans hoffen darauf, dass die mit einer Wild Card ausgestattete Anna-Lena Friedsam in Versmold zurück zu alter Stärke findet. Allerdings ist die ehemalige Nummer 45 der Weltrangliste derzeit noch im Doppel-Wettbewerb von Wimbledon vertreten. Ansonsten halten im Hauptfeld Anna Zaja (WTA 200) und die ebenfalls mit Wild Cards ausgestatteten Katharina Gerlach (319) und Jule Niemeier (389) die deutschen Fahnen hoch. »Ich hoffe, dass Katharina Gerlach wieder an ihre gute Phasen zu Beginn des Jahres anknüpft«, sagt Lutz Rethfeld, beim Westfälischen Tennis-Verband für den Wettkampfsport zuständig. Auf jeden Fall sind die Reinert Open für die Nummer eins in Westfalen ein ganz besonders Turnier. Schließlich spielt Gerlach im Tennispark auch für das Versmolder Frauenteam. Ihre jungen Teamkolleginnen Emily Casteleyn und Joelle Steur werden dank einer Wild Card in der Qualifikation antreten. Julyette Steur und Julia Wachaczyk (beide ebenfalls für Versmold im Einsatz) sollten aufgrund ihrer Ranglisten-Position ins Quali-Feld rutschen.

Da wegen einer neuen Regelung erst ab Montag die Qualifikation gespielt wird, werden erstmals nur zwei Runden ausgetragen und acht Spielerinnen lösen das Ticket fürs Hauptfeld.

Quali beginnt Montag

Am Sonntag geht es auch ohne Qualifikationsspiele beim Versmolder Sport- und Gesundheitstag sportlich zu. Überhaupt wird auch abseits der Tennis-Plätze mit der Show »Worst of Chefkoch« (Montag), dem Konzert von Patricia Kelly (Dienstag), dem Wirtschaftsabend der Stadt Versmold (Mittwoch) und der Friday Night Gala (Samstag) viel geboten.

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