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Handball: Johnny Dähne wechselt statt zum TV Werther zum Oberligisten TSG A-H Bielefeld

»Hinterlasse ja kein Brachland«

Werther/Bielefeld (hosh/gwi). Noch bevor Johnny Dähne sein erstes Pflichtspiel für seinen Heimatverein TV Werther in der Handball-Landesliga gemacht hat, hat der ehemalige Zweitliga-Keeper den TV schon wieder verlassen. Der 37-jährige füllt kurzfristig bei seinem Ex-Klub TSG A-H Bielefeld die Lücke, die sich nach der Knie-Verletzung des ehemaligen Junioren-Nationalspielers Dennis Doden für den ambitionierten Oberligisten aufgetan hat. Dähne hat einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben: »So einen Wechsel hätte ich für keinen anderen Klub in Erwägung gezogen. Aber nach sechs Jahren Altenhagen hat dieser Verein immer noch einen besonderen Stellenwert bei mir.«

Johnny Dähne kehrt für ein Jahr zur TSG A-H Bielefeld zurück und will mit dem Ex-Verein aufsteigen Foto: Sören Voss

Eigentlich ist alles sauber durchgeplant gewesen: Nach fast 20 Jahren in zweiter, dritter, Ober- und Verbandsliga wollte Dähne zu seinem Heimatverein zurückkehren und den TV sportlich in der Landesliga verstärken. Zudem ist er sowohl als »Co« als auch als Torwarttrainer eingeplant gewesen. Doch am vergangenen Wochenende hat ihn sein Freund Leif Anton, der seit dem Sommer die TSG trainiert, angerufen. »Ich war natürlich total überrumpelt und musste alles erst einmal ein paar Tage durchdenken«, sagt Dähne. Dem reizvollen Angebot stand sein Wort beim TV gegenüber – »und ich wollte ja bewusst wegen meiner Familie kürzer treten.«

TV Werther spielt mit

Doch seine Frau Meike hat sofort ihr OK gegeben, und auch Werthers Verantwortliche haben mitgespielt. » Johnny ist ein sehr korrekter Typ und wir haben absolutes Verständnis für diese Ausnahmesituation«, betont der Vorsitzende Joachim Tegelhüter. Zudem »fällt« der TV weich. In Hannes Köhne (kam von Verbandsligist Spvg. Steinhagen) und Nachwuchskeeper Silas Bartling ist das Team auch ohne Dähne immer noch sehr gut aufgestellt. Für den Posten des »Co« habe man laut »Tegel« zwar keinen Plan B, aber mit Neu-Coach Carsten Gahlmann und Betreuerin Silke Hoffmann sei man für Landesliga-Verhältnisse ebenfalls absolut angemessen besetzt. Dähne: »Das alles hat meine Entscheidung beeinflusst. Ich hinterlasse auf der Torwartposition ja kein Brachland.« Er wird versuchen, trotzdem regelmäßig in Werther ein Torwarttraining anzubieten und verspricht: »Meine Aussage, dass der TV als letzter Verein in meinem Pass stehen soll, gilt nach wie vor. Nur verschiebt sich mein Engagement jetzt um genau ein Jahr.«

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik weiß zu schätzen, dass der Wechsel geklappt hat: »Ein großes Dankeschön geht an Johnny und den TV Werther, die vollkommen unkompliziert und kooperativ waren.« Trainer Leif Anton ist erleichtert: »Johnny ist ein absoluter Teamplayer, der aufgrund seiner TSG-Vergangenheit auch kaum Eingewöhnungszeit braucht. Ich bin mir sicher, dass wir trotz der traurigen Nachricht um Dennis Doden eine zusätzliche Verstärkung gefunden haben.«

TSG unter Druck

Anton soll die ambitionierte TSG A-H Bielefeld endlich aus der Oberliga führen. Dass die zwei Jahre, in denen der Klub erfolglos versuchte aufzusteigen, den Druck noch erhöht haben, weiß auch der Trainer. Schon seit Januar plant er gemeinsam mit Carl-Moritz Wagner – damals Coach, jetzt Co-Trainer – die kommende Saison. Anton hat seine Aufgabe voll angenommen. »Ich habe sogar schon mit Spielern gesprochen, bevor ich selbst unterschieben hatte«, verrät er. Dafür bekommt er, der Neue auf der Bank, keinen Kader vorgesetzt. Das Team trägt seine Handschrift. »Es hätte wenig Sinn gemacht, nur den Trainer zu tauschen. Darum haben wir schon früh auf den Ist-Zustand geschaut und versucht, uns auf allen Positionen noch konkurrenzfähiger aufzustellen«, beschreibt Anton einen erneuten, weitreichenden Umbau des Teams, der ihm und der Chefetage nicht nur Vorschusslorbeeren eingebracht hat.

Lediglich fünf Akteure aus dem Kader der vergangenen Saison sind geblieben. Die Kritik, die im Raum steht, ist bekannt: Wieder führt ein neuer Trainer kein eingespieltes Team auf den Platz. Doch Anton betont auch: »Dafür ist die Mannschaft in großen Teilen unbelastet von der Vergangenheit.« Zudem gebe es einige Akteure, die schon bei anderen Klubs zusammen gespielt haben. Und in Daniel Meyer, Jannis Louis und Luca Werner sind drei Spieler mit Stallgeruch zurückgekehrt. Gleiches gilt nun auch für Johnny Dähne.

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