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Schach: Borlinghauser Linus Becker spielt bei den NRW-Meisterschaften der Altersklasse U10

Angriff ist die beste Strategie

Borlinghausen

Online hat er sich qualifiziert, vor Ort darf er nun antreten: Linus Becker spielt von diesem Mittwoch an bei den NRW-Schachmeisterschaften in Kranenburg. Erstmals geht der Siebenjährige aus Borlinghausen hier an den Start.

Von Sylvia Rasche

Linus Becker (links) ist gerade sieben Jahr jung und darf bei den U10-NRW-Meisterschaften antreten. Lennard Becker (10) hat die Quali für die U12 hauchdünn verpasst. Foto: Sylvia Rasche

„Ich freue mich sehr auf das Turnier“, sagt der Grundschüler, der mit vier Jahren mit dem Schach begonnen hat, seit zwei Jahren zum NRW-Kader zählt und zudem Tennis und Fußball spielt. „Schach macht mir am meisten Spaß.“ Das kann er nun eine Woche lang jeden Tag spielen. Die NRW-Meisterschaften werden im Schweizer System über neun Runden gespielt. Die ersten fünf der 31 Teilnehmer qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften. „Das ist aber wohl noch etwas früh“, meint Vater Benjamin Becker, der bei den Schachfreunden Brakel-Bad Driburg in der Bezirksliga aktiv ist. „Immerhin darf Linus noch drei Jahre in der U10 spielen.“

Während des Lockdowns haben Linus und sein älterer Bruder Lennard (10) regelmäßig Online-Turniere gespielt. „Meistens zeitgleich an zwei Computern, weil ihre beiden Altersklassen parallel ausgetragen wurden“, erzählt Benjamin Becker. Beide Söhne begleiteten ihn vor der Corona-Pause manchmal zum Training bei den Schachfreunden, gehören aber selbst den Blauen Springern Paderborn an und treten dort auch gegen gleichaltrige Gegner an. „Das macht mehr Spaß, obwohl ich auch gerne gegen Papa spiele und schon oft gewonnen habe“, erzählt Linus Becker.

Bei den online ausgetragenen Bezirksmeisterschaften hat er sich den dritten Platz und damit die NRW-Quali gesichert. Bruder Lennard kam in der Altersklasse U12 auf den fünften Platz und verpasste die Ticket hauchdünn um 0,5 Punkte. Als erster Nachrücker durfte er darauf hoffen, ebenfalls mit nach Kranenburg zu fahren, muss nun aber wohl doch zu Hause bleiben. Zusammen mit Mutter Julia Becker kann er Meisterschaften online verfolgen und seinem Bruder die Daumen drücken.

Der hat sich bei einem Schachcamp in Norddeutschland noch mal richtig vorbereitet und will sich bei seiner Premiere möglichst gut aus der Affäre ziehen. „Am liebsten greife ich an“, verrät der Siebenjährige seine Strategie und träumt von einer Teilnahme an Deutschen Meisterschaften – vielleicht sogar schon in diesem Jahr, auf alle Fälle aber in Zukunft.

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