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Böckstiegellauf: Neue Gesichter dominieren bei der ersten Auflage nach der Corona-Zwangspause

Banker Zingler gewinnt sein Heimspiel

Werther

Irgendwie ganz anders: Der 17. Böckstiegellauf (mit Fotostrecke) brachte neue Namen an der Spitze der Ergebnislisten, den Breitensportlern bei strahlendem Sonnenschein endlich wieder das Gemeinschaftserlebnis Volkslauf - und dem sieggewohnten Elias Sansar die ungewohnte Erfahrung, über 10 km nur als Vierter ins Ziel zu kommen. Weil er ebenso wie sein früherer Klubkamerad Marco Rehmeier an der Spitze liegend dem falsch abgebogenen Führungsfahrrad auf einen Irrweg folgte.

Von Gunnar Feicht

Die 18-km-Spitze auf den ersten tausend Metern: Benjamin Zingler (links) führt hier bereits vor Jens Hiermayr (Nr. 30/am Ende Elfter) und Simon Achatz (Nr. 748). Foto: Sören Voss

Dafür bot das Rennen über die mit vielen Höhenmetern gespickte 18-km-Distanz auch ohne die großen Namen der ostwestfälischen Elite viel Spannung. Drei Läufer ohne Mitgliedschaft in einem Leichtathletikverein passierten an der Spitze innerhalb von zehn Sekunden die Ziellinie: Benjamin Zingler ballte nach 1:06:49 Std. schließlich die Siegerfaust, sechs Sekunden später (Bruttozeit) folgte der in Bückeburg lebende Allgäuer Simon Achatz und vier weitere dahinter Martin Dahmen aus Göttingen, der 2019 (damals elf Sekunden schneller) ebenfalls Dritter war.

Als schnellste Frau krönte Julia Böttchers eine tolle Leistungssteigerung gegenüber ihrem Böckstiegellauf 2018: Damals hatte sie als 25. gut 13 Minuten länger gebraucht als ihre aktuelle Siegerzeit 1:17:36. Das intensive Training für Starts in der Triathlon-Regionalligamannschaft des Triteams Gütersloh zahlt sich aus. Nach verhaltenem Beginn überholte Böttchers die bis dahin führende Mareike Walkenhorst (TSVE Bielefeld) einen Kilometer vor dem Ziel - bei ihrem allerersten Laufwettkampf in diesem Jahr. Walkenhorst, ebenfalls Triathletin und im Regenrennen von 2017 Böckstiegel-Siegerin, war auch mit Platz zwei zufrieden: „Ich hatte im Frühjahr einen Bandscheibenvorfall und kann erst seit Ende Juni wieder trainieren.“ Platz drei holte sich die Hallerin Steffi Limberg vom LC Solbad.

„Die Form stimmt“, freute sich Gesamtsieger Zingler. Sein sportlich positives „Testergebnis“ in der Hermannslauf-Vorbereitung beeindruckte. Nur 100 Meter entfernt von seinem Arbeitsplatz als Zweigstellenleiter der Volksbank Halle in Werther ließ sich der 37-Jährige für seinen ersten Sieg bei einem großen Volkslauf im Altkreis feiern. Der Amshausener, der jetzt mit seiner Familie in Bielefeld wohnt, bestätigte damit seinen Erfolg vom 10.000-m-Bahnlauf in Borgholzhausen vom Juni. Samstag setzte er sich frühzeitig gemeinsam mit Simon Achatz vom Drittplatzierten Martin Dahmen ab. Schon im schweren Anstieg zum Hengeberg war er deutlich der Stärkere. „Benny hat mich auf den letzten Kilometern super mitgezogen, war aber immer vorne und hat verdient gewonnen“, sagte Achatz, für den es der letzte Test vor dem München-Marathon in zwei Wochen war.

Auch 10-km-Sieger Tobias Eßbach (SV Brackwede) hat Steinhagener Wurzeln. Ihm reichten 35:40 Min. zum Sieg, auf Platz drei lief der Werthe-raner Neilan Kempmann. Als schnellste Frau brauchte Silvia Noya Crespo 40:13 Min. Groß war der Ärger bei Elias Sansar: Bei Kilometer 8,3 auf der Heinrichstraße hatte sich ein Richtungspfeil gelockert, den Piloten des Führungsfahrrads irritiert, der daraufhin falsch abbog, sodass Sansar und Rehmeier, der 10-km-Sieger von 2019, am Ende nur Vierter und Fünfter wurden.

„Wir haben uns bei Elias entschuldigt, er hat seinerseits seine heftige Reaktion gegenüber dem Radfahrer bedauert“, berichtete Robert Becker. Die Gesamtbilanz war für den Organisationschef und die zahlreichen Helfer positiv. Unter Corona-Bedingungen bedeutete die Zahl von 611 Finishern zwar Negativrekord. Aber für viele Aktive war‘s der erste Laufwettkampf des Jahres - bei bestem Wetter gut organisiert. Dem entsprechend dankbar waren die Sportler, nahmen auch Einschränkungen klaglos hin. Becker: „Die Kontrolle der 3G-Regeln an den Bussen klappte reibungslos, auch am Start lief alles diszipliniert ab.“

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