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Beim TuS N-Lübbecke läuft beim 35:27 ein Ex-Gummersbacher zu Höchstform auf

Baumgärtner: „Dieses Team ist unfassbar“

Lübbecke

Tempo ohne Ende, unbändiger Kampfgeist und eine atemberaubende Trefferquote: Mit dem 35:27-Erfolg im Spitzenspiel gegen den VfL Gummersbach hat der TuS N-Lübbecke in der 2. Handball-Bundesliga am Freitagabend ein Statement gesetzt. Der Aufstieg scheint bei drei Punkten Vorsprung und vier ausstehenden Spielen für den TuS zum Greifen nah.

Von Alexander Grohmann

Der Mann für die besonderen Spiele: Florian Baumgärtner sprang nach der frühen Roten Karte für Dominik Ebner in die Bresche und avancierte mit sieben Treffern gegen seinen Ex-Klub Gummersbach zu einer der prägenden Figuren des Abends. Foto: Oliver Krato

Dabei musste der Gastgeber in der Merkur Arena schon ab der 2. Minute auf Dominik Ebner verzichten. Der Linkshänder hatte nach einer Abwehraktion gegen VfL-Spielmacher Timm Schneider, bei der dieser unglücklich und folgenreich (allerdings von Nebenmann Yannick Dräger) am Kopf getroffen wurde, die Rote Karte gesehen. Schneider war minutenlang weggetreten, konnte nach längerer Behandlung aber zur Erleichterung aller Anwesenden mit Hilfe von Mitspielern vom Parkett geführt werden und griff ab der 20. Minute sogar wieder ins Geschehen ein.

Dennoch: Für Ebner war Schluss. Für ihn musste Florian Baumgärtner im rechten Rückraum in die Bresche springen – und lieferte einen erstklassigen Auftritt ab. Immer wieder erhob sich der 2,06 Meter große Handballer in die „Lüfte“ und traf insgesamt sieben Mal gegen seinen Ex-Klub ins Schwarze. Kein Wunder, dass „Baumi“ nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht strahlte. „Das war heute ein Tag, auf den jeder Sportler hinfiebert“, sagte der 26-Jährige über den Adrenalinschub, den auch er in der Vorbereitung auf das Aufstiegsduell Zweiter gegen Dritter verspürt hatte.

Red-Devils-Helfer stimmen nach dem Schlusspfiff die „Humba“ an

Auf die eigene (starke) Leistung wollte Baumgärtner nach dem SIeg gar nicht groß eingehen, vielmehr verwies er auf das starke Kollektiv, das den TuS auch in diesem Schlüsselspiel wieder einmal ausgezeichnet hatte. „Dieses Team ist unfassbar und sucht seinesgleichen. Wir ziehen alle an einem Strang“, erklärte Baumgärtner und schloss sogar die Fans mit ein: Zwölf Helfer, allesamt vom Fanclub „Red Devils“ abgestellt, hatten ihr Team von der ersten Minute an lautstark und in Corona-Zeiten „legal“ von der Tribüne unterstützt. Nach dem Spiel gab‘s sogar eine „Humba“ mit der Mannschaft. „Das ist geil, wie die uns gepusht haben“, sagte Baumgärtner über den Rückenwind von der Tribüne.

Auch Lutz Heiny war stolz auf „das beste Spiel von uns in dieser Saison. Wenn man solch eine Abwehr stellt wie wir heute, gibt es nichts zu mäkeln“, so der stolze TuS-Profi, dessen Trikot nach dem 60-minütigen Power-Auftritt von Schweiß getränkt war. Selbst die dramatische Anfangsszene mit VfL-Ass Timm Schneider und der Roten Karte für Ebner entpuppte sich für den heimischen Tabellenzweiten letztlich nicht als Bremspedal. „Es war ein Schock für alle. Wir waren alle heilfroh, als Timm später wieder auf die Platte kam“, sagte Lutz Heiny.

Team Player: Lutz Heiny schloss in der Abwehr die Lücken und nutzte vorne vor allem gegen Ende als Stellvertreter des starken Valentin Spohn die Freiräume gegen die ausgelaugte VfL-Abwehr. Foto: Oliver Krato

Schneider kehrte in der 20. Minute mit Brummschädel überraschend aufs Feld zurück, konnte aber nicht wie gewohnt die Fäden im Gummersbacher Angriff ziehen. „Wenn der steuernde Mittelmann angeschlagen ist, ist das sicher schwer zu kompensieren“, sagte Heiny über das Manko für den Gegner.

Lutz Heiny

Dass Gummersbach keinen Fuß in die Tür bekam, hatte aber mehr mit der Lübbecker Vorstellung zu tun. Heiny: „Wir haben die Lösungen in der Abwehr gehabt, um sie nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Es war ein ganz enges Miteinander bei uns auf dem Parkett. Selbst ‚Bodo‘ (Dominik Ebner/Anm. der Redaktion) war gefühlt dabei, obwohl er oben auf der Tribüne saß“, so Heiny über den geschlossenen Auftritt des Kurtagic-Kollektivs. „Das 35:27 ist eine Kombination aus allem, jeder Einzelne im Kader hat dazu beigetragen. Chapeau an die Mannschaft.“

Den Fokus verloren die Handballer aber trotz aller berechtigten Euphorie nach dem beeindruckenden Sieg nicht aus den Augen. „Es war sicher wichtig, auch den direkten Vergleich zu gewinnen. Es sind aber noch jede Menge Minuten in dieser Saison zu spielen, ehe eine Entscheidung gefallen ist“, sagte Heiny über das Aufstiegsrennen, das auch an den verbleibenden Spieltagen noch viel Spannung verspricht.

Die volle Adrenalin-Ausschüttung: Lutz Heiny und der neunfache Torschütze Tom Skroblien (links) ballen nach einem weiteren erfolgreichen Abschluss die Fäuste. Der TuS N-Lübbecke war im Topspiel zur Stelle, lieferte eine der stärksten Saisonleistungen ab. Foto: Oliver Krato
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