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Mit der Niederlage in Schwenningen endet die nächste kleine Serie

Baskets-Coach Esterkamp: Bei drei Siegen ist Schluss

Paderborn

Seit Steven Esterkamp vor zweieinhalb Jahren den Trainerjob übernommen hat, gewinnt er mit den Uni Baskets in etwa jedes zweite Spiel, exakt 47,58 Prozent der ProA-Begegnungen mit Paderborner Beteiligung. 

Von Elmar Neumann

Mit dem „schlechten Spiel“ in Schwenningen hat es das Baskets-Team von Trainer Steven Esterkamp verpasst, den vierten Sieg in Folge zu feiern. Foto: Elmar Neumann

Das ist mit Blick auf das Verhältnis zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Ertrag eine beachtliche Ausbeute. 34-mal durfte er sich gratulieren lassen, 39-mal war er es, der Glückwünsche überbringen musste. Bei diesen 34 Erfolgserlebnissen war auch schon die eine oder andere kleine Serie dabei, doch eine Grenze wirkt weiterhin unüberwindbar: Vier Siege in Folge wollen dem Headcoach nicht gelingen.

Am Sonntag in Schwenningen waren die Uni Baskets näher dran denn je, dem 41-Jährigen diese persönliche Premiere zu bescheren, aber am Ende hieß es nach zweimaliger Verlängerung 111:104 (95:95, 82:82, 38:31) für die gastgebenden Wiha Panthers. Für Esterkamp war damit zum vierten Mal bei drei Schluss: „Warum das mit den vier Siegen in Serie nicht klappen will, weiß ich auch nicht. Vielleicht liegt ein Fluch auf mir, aber für dieses Spiel gilt: Wir haben einfach viel zu wenig dafür getan, um zu gewinnen.“

Zeit, äußerst intensiv darüber nachzudenken, woran es im Schwarzwald genau gefehlt hat, bot die 540 Kilometer lange Rückfahrt. Der Cheftrainer schaute sich die 50 Nettominuten im Bus zusammen mit Co-Trainer Florian Held sogleich noch einmal an. Esterkamps Einschätzung ähnelte aber auch nach der Ankunft in Paderborn stark jener, die er schon wenige Minuten nach der Schlusssirene formuliert hatte: „Wir haben nie unseren Stil gespielt. In der Offense waren wir nicht schnell genug und in der Defense – im Vergleich zu den letzten Spielen – eine andere Mannschaft.“ Anders meint in diesem Fall alles andere als gut. Schon die Niederlage in der Hinrunde (86:92), nach zwischenzeitlicher 14-Punkte-Führung, war ausgesprochen ärgerlich, aber diese im Rückspiel kein bisschen weniger bitter.

Als die Verlängerung erreicht war, schien neben der geringeren Foulbelastung ein weiterer Vorteil für die Uni Baskets gefunden: Schließlich war für sie aus diesem Doppelspieltag nach der coronabedingten Absage der Partie gegen Quakenbrück ein einfacher Spieltag geworden, während die Begegnung für die Panthers den dritten Auftritt innerhalb von sechs Tagen bedeutete. Das Mehr an Belastung, die Niederlagen in Jena (Dienstag) und Bochum (Freitag), wäre für die Schwenninger aber nur zum großen Problem geworden, wenn sie die Uni Baskets entsprechend gefordert hätten, doch das war nicht der Fall. „Wenn wir viel schneller und mit mehr Druck gespielt hätten, hätten wir davon profitieren können, aber das haben wir nicht. In den drei Wochen zuvor haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht, das Spiel in Schwenningen waren für uns zwei Schritte zurück. Das ist schlimm“, sagt Esterkamp.

Lars Lagerpusch hat sich in Schwenningen verletzt. Bestenfalls handelt es sich nur um einen Pferdekuss. Foto: Elmar Neumann

Zu Vorteilen, die keine waren, gesellte sich ein Nachteil, der definitiv einer war, denn der frühe Ausfall von Leistungsträger Lars Lagerpusch war für den späteren Verlierer in jedem Fall von erheblicher Bedeutung. Nach seinen 26 Punkten beim vorausgegangenen Sieg in Vechta zum ProA-Spieler der Woche gewählt, kassierte der verletzungsgeplagte Big Man noch in der ersten Hälfte des zweiten Viertels (14.) bei einem Offensivfoul von Waverly Austin einen harten Schlag auf den rechten Oberschenkel. Damit war der Abend für den 23-Jährigen gelaufen, fehlten seine Punkte und Rebounds.

Wenn es etwas Positives gibt, dann die Aussicht auf ein spielfreies Wochenende. Die Baskets sind erst am 29. Januar in Nürnberg wieder gefordert und die Zeit könnte reichen, um Lagerpuschs lädierten Oberschenkel wieder einsatzfähig zu bekommen. Bestenfalls mit dem Brettspieler nimmt Esterkamp dann einen neuen Versuch, vier Siege in Folge zu feiern. Ein Ziel, über das er zu seinen Zeiten als Spieler nur müde gelächelt hätte, ist der ehemalige Small Forward doch 2006 mit den Schröno Baskets nach nicht weniger als 50 Siegen in Serie in die BBL aufgestiegen.

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