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Norwegerin mit drittem Hermannslauf-Sieg in Folge – Fritzemeier Zweite – mit Videos

Aders läuft zum Hattrick

Bielefeld (WB). Hilde Aders (26) lächelte mit der Sonne um die Wette. Unbeeindruckt von frühsommerlichen Temperaturen in Ostwestfalen-Lippe lief die schnelle Norwegerin aus Tromsø nördlich des Polarkreises in 2:06:41 Stunden ungefährdet zum dritten Hermannslaufsieg in Folge.

Hans Peter Tipp

Zeit für die Belohnung: Den Siegerkranz hat Hilde Aders bereits. Michael Brinkmann (TSVE Bielefeld) fügt eine Medaille hinzu. Foto: Oliver Schwabe

Auch hinter der überlegenen Gewinnerin gab es strahlende Gesichter. Stephanie Fritzemeier vom ausrichtenden TSVE 1890 Bielefeld freute sich, weil sie in 2:15:47 in persönlicher Bestzeit Platz zwei verteidigte. Die Gütersloherin Melanie Genrich (SV Brackwede) war als Dritte zufrieden, weil sie zwölf Jahre nach ihrem Hermannslaufdebüt gestern in 2:17:19 ein Rennen ohne Schwächen hinlegte. Dafür durfte die zweifache Vierte (2007 und 2014) drei Tage nach ihrem 38. Geburtstag erstmals auf das Podium klettern. Genrich vermutete als Erfolgsrezept, dass sie den Lauf dieses Mal betont locker angegangen sei. »Ich wollte vor allen Dingen gut durchkommen«, sagte die Diplom-Pädagogin: »Und das habe ich heute geschafft.«

Das konnte die vor ihr platzierte Fritzemeier kaum behaupten. »Zum ersten Mal unter 2:16 – klasse«, sagte die 25 Jahre alte Sportstudentin aus Bielefeld. Aber die rund 15 Grad mehr im Vergleich zu den Vortagen hätten ihr sehr zugesetzt. Fritzemeier: »Ich hatte immer Durst. Der Kampf ging für mich schon nach zehn Kilometern los. Da habe ich mir gedacht, oh Gott, noch 21 Kilometer.«

Die Siegerin aus Norwegen hatte mit dem Wetter genauso wenig Last wie mit ihren Konkurrentinnen. Hilde Aders dominierte vom Start weg im Alleingang, blieb aber stets auf der Hut: »Man weiß ja nie, wie weit die Anderen zurück sind.«

Aber fünf, sechs Kilometer vor dem Ziel habe ihr der Fahrer auf dem Begleitfahrrad »sechs, sieben Minuten Vorsprung vor den anderen Mädchen« signalisiert. Aders: »Da wusste ich, das reicht.« Der Rest war pure Vorfreude. Das Zuschauerspalier auf der Promenade passierte die Norwegerin mit einem Dauerlächeln. Dann hängte ihr Hermannslauf-Co-Chef Rudi Ostermann den Lorbeerkranz um die Schultern. Der Sieg-Hattrick war perfekt. Aders bedankte sich bei allen Zuschauern: »Überall an der Strecke war die Unterstützung großartig. Ich habe oft gehört ›die Norwegerin‹. Das fand ich richtig klasse.«

Zur Belohnung gönnte sich die Gewinnerin, deren Onkel in Bielefeld lebt, gestern Abend im Familienkreis eine süße Belohnung: »Mein Cousin hatte gestern Geburtstag, berichtete die Siegerin: »Da haben wir noch viel Kuchen übrig.« Auch Stephanie Fritzemeier wusste, womit sie bei ihren Eltern in Detmold anstoßen würde: »Normalerweise trinke ich zwar keinen Alkohol. Aber ich habe noch eine Flasche Rotwein, die ich im Februar bei einem Crosslauf gewonnen habe. Die gönne ich mir mit meinem Freund.«

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