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Frauen-Regionalliga: DSC-Quartett trifft Samstag auf den Ex-Verein

Alte Bande, neue Farben

Bielefeld (WB). Friederike Schaaf an ihrer Seite, Sophia Thiemann und Giustina Ronzetti auf den Außenpositionen. Das muss Lisa Lösch, Mittelfeldspielerin bei den Frauen des DSC Arminia, am vergangenen Sonntag beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen irgendwie bekannt vorgekommen sein.

Henrik Wittenborn

Wie auf dem Feld: Giustina Ronzetti (links) und Sophia Thiemann (rechts) wirbeln für Arminias Frauen seit Sommer auf den Außenbahnen, das Zentrum machen Lisa Lösch (2. von links) und Friederike Schaaf dicht. Foto: Henrik Wittenborn

Denn in identischer Konstellation hätte das Quartett auch schon in der vergangenen Saison in der 2. Frauenfußball-Bundesliga auflaufen können. Allerdings nicht in Arminias schwarz-weiß-blau, sondern in schwarz und rot. Alle vier – Lösch, Thiemann, Schaaf und Ronzetti – kickten bis zum Sommer noch beim Herforder SV. Samstag (18 Uhr) kommt es in Herford zum ersten Wiedersehen mit den alten Kolleginnen.

Lisa Lösch

Und Lisa Lösch freut sich schon darauf, wieder durch die Katakomben im Jahnstadion – gespielt wird allerdings auf einem Nebenplatz – zu laufen. Nach Herford pflegt sie nach wie vor gute Kontakte. Nach neun mal mehr, mal weniger erfolgreichen Jahren zwischen Bundesliga-Einsätzen und dem sportlichen Absturz in die Regionalliga ging Lösch im Sommer den Schritt nach Bielefeld. »Ich habe eine neue Herausforderung gebraucht«, sagt sie und meint es wörtlich. »Ich wollte mich sportlich weiterentwickeln. Das war in Herford nicht mehr so leicht möglich, deshalb haben unseren Abschied auch alle verstanden.«

Dass die Herforder Kombo in neuen Farben, aber unveränderter Besetzung wirbeln kann, wertet Lösch zwar als Vorteil, aber nicht als allzu großen Faktor in Arminias seit zwölf Spielen andauernden Siegesserie. »Wir sind gut eingespielt, aber es ist in unserer Mannschaft sowieso ziemlich egal, wer wo spielt. Wir sind alle gut aufeinander abgestimmt. Man merkt schon gar nicht mehr, dass wir neu dabei sind.«

Friederike Schaaf

An Lisa Löschs Seite im zentralen Mittelfeld findet sich bei aller Flexibilität trotzdem meist Friederike Schaaf wieder. »Lisa strahlt sehr viel Ruhe aus und gibt mir Sicherheit. An ihrer Seite fühlt man sich wohl.« Mit dem Wohlfühlen klappt’s aber nicht nur auf dem Platz. »Man merkt, dass hier ein Profiverein dahinter steht. Der HSV muss etwas selbstständiger handeln. Allein die Möglichkeit auf der Alm zu spielen, ist schon ein Traum«, erklärt Schaaf.

Sophia Thiemann

Auch Sophia Thiemann zählte gegen Leverkusen erneut zur Startformation. Zu Saisonbeginn meist noch als Joker eingesetzt, profitierte sie zuletzt von Annabel Jägers Sperre und war auf dem linken Flügel erste Wahl. »Ich wusste vorher, dass bei Arminia hohes Niveau herrscht. Bisher hat das gut geklappt«, sagt Thiemann. Für sie hatte der Wechsel zum DSC übrigens nicht nur sportliche Gründe. Seit kurzem studiert die Ex-Bochumerin Mathematik an der Bielefelder Uni. »Arminia war also auf jeden Fall die richtige Entscheidung.«

Giustina Ronzetti

Rein zahlenmäßig hat sich der Wechsel für Giustina Ronzetti bisher am deutlichsten bezahlt gemacht. Auf 14 Tore kommt sie in 1080 Minuten – verpasst hat sie noch keine einzige. »Nach sieben Jahren in Herford hatte ich da vom Bundesliga-Aufstieg bis zur Torschützenkönigin in der 2. Liga einfach alles erlebt.«

Die Möglichkeit eines Vereinswechsel hätte sich zwar schon früher ergeben, »aber ich bin ein Familienmensch. Da muss alles passen.« Und beim DSC passt es. »Ich bin sehr ehrgeizig. Da bin ich bei Markus Wuckel also an der richtigen Adresse«, scherzt Ronzetti. Ihr Erfolgsrezept zum angepeilten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga: »Einfach nicht auf die Tabelle gucken und immer voll konzentriert und motiviert sein.«

Was das Quartett eint: Für alle vier stand ein Wechsel nach Bielefeld trotz des überraschenden Verpassens der eingleisigen 2. Bundesliga nicht auf der Kippe. »Wir haben schnell akzeptiert, dass wir jetzt eben in der Regionalliga spielen müssen«, sagt Lisa Lösch. Auch – oder vielleicht gerade deswegen? – steht Arminia bei makellosen zwölf Siegen. Samstagabend soll Nummer 13 folgen.

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