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Frauen-Regionalliga: DSC feiert nach 5:1 in Herford die perfekte Hinrunde

Arminia feiert, Wuckel fährt

Bielefeld (WB). Mit halber Kraft zu vollem Ertrag: Auch der OWL-Rivale vom Herforder SV konnte die Fußballerinnen des DSC Arminia nicht ins Straucheln bringen. Das 5:1 (4:0) im Derby bescherte dem Regionalligisten die perfekte Hinrundenbilanz – 13 Spiele, 13 Siege.

Henrik Wittenborn

Souveräne Vorstellung und ein sehenswerter Treffer an alter Wirkungsstätte: Giustina Ronzetti (rechts) machte mit ihrem Tor zum 3:0 schon nach etwas mehr als einer halben Stunde alles klar für Arminias Frauen. Foto: Henrik Wittenborn

Gerade einmal vier Jahre ist es her, da spielte der Herforder SV noch in der 1. Bundesliga gegen Turbine Potsdam oder den 1. FFC Frankfurt und Arminia in der Westfalenliga gegen Brochterbeck und die HSV-Reserve. Mittlerweile haben sich die Klassenunterschiede rein fußballerisch beinahe ins Gegenteil gedreht. Am Samstagabend reichte Arminia eine starke erste Halbzeit, um dem HSV die Grenzen aufzuzeigen.

Und das sogar arg dezimiert: Kapitänin Maxine Birker bekam die Pause, die sie nach ihrer Grippe dringend benötigte und fehlte ebenso im Kader wie die prüfungsgestresste Laura Liedmeier. »Da ist der Kopf im Moment nicht ganz für Fußball frei«, erklärte Trainer Markus Wuckel. Annabel Jäger war nach ihrer Fuß-Op zwar nach Herford gereist, allerdings an Krücken.

Ronzetti trifft zur Vorentscheidung

Wirklich zu treffen schienen den DSC die drei namhaften Ausfälle allerdings nicht. Arminia dominierte von Beginn an. Wuckel freute sich nicht nur über das frühe 1:0, sondern auch über sein Zustandekommen. Lisa Lösch brachte nach fünf Minuten einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in den Strafraum, Sophia Thiemanns Laufweg passte wie ihr Kopfball perfekt. Ein Treffer nach einer Standardsituation – bisher war das nicht unbedingt Arminias große Stärke gewesen.

Herfords Trainer Maximilian Grove hatte im Vorfeld zwar »Schwachstellen« beim souveränen Tabellenführer ausgemacht, bloß war der DSC nicht willens – und der HSV nicht fähig – diese aufzudecken. Fast schon enttäuscht registrierte Wuckel die Herforder Fünferkette. »Das kann man auch mutiger spielen…«

Stattdessen hatten die Bielefelderinnen offensichtlich ihren Spaß an Standardsituationen entdeckt: Jetzt brachte Lösch eine Ecke von rechts, der HSV konnte nur vor die Füße von Malin Wilckens klären, die aus 15 Metern auf 2:0 erhöhte. Kurz danach hatte Torhüterin Vivien Brandt bei einem Schuss von Virginia Böhne ihre erste und für lange Zeit einzige Bewährungsprobe zu bestehen, nach 25 Minuten traf Giustina Ronzetti den Pfosten.

Pech, das sich kurz danach schon wieder in Glück umkehrte. Brandt rutschte beim Abschlag aus und fand eher unfreiwillig Lisa Lösch. Die veredelte die Einlage ihrer Torhüterin allerdings mit einem gefühlvollen Pass in den Lauf von Ronzetti. Die Ex-Herforderin bewies vor HSV-Keeperin Alisa Ostwald nicht weniger Ballgefühl und traf mit einem sehenswerten Heber zum 0:3 – die Vorentscheidung.

Unkonzentriertheiten nach der Pause

Auf Bielefelder Seite zeigten sich jetzt sogar sonst eher verborgene Torjägerqualitäten. Außenverteidigerin Celine Preuß versuchte es aus der Distanz, ihr Schuss wurde abgefälscht und senkte sich im hohen Bogen zum 0:4 über die machtlose Ostwald. Und das Derby war nicht nur für viele Arminia-Tore, sondern auch für eine Kabinenansprache der besonderen Art gut – nämlich ohne Kabine. Aufgrund der weiten Wege vom Nebenplatz der Herforder Stadions sprach Markus Wuckel bei heißen Getränken unter freiem Himmel zu seinem Team.

Die Halbzeitpause nahm Arminia allerdings sichtbar den Schwung. Sarah Grünheid verzog fünf Minuten nach Wiederbeginn frei vor Ostwald. Und auch auf der Gegenseite schlichen sich Unkonzentriertheiten ein. Tanja Grünheid versprang der Ball, ihr Querpass wurde damit zur Einladung für Jessy Atila. Die wurde zwar noch von Sandra Hausberger gestellt, aber nicht gestört und traf zum 1:4.

In Bedrängnis brachte das Arminia an diesem einseitigen Abend freilich nicht mehr. Stattdessen stand offensichtlich Kräftesparen für die anschließende Weihnachtsfeier an. Zehn Minuten vor dem Ende nahm die Party dann noch einmal Fahrt auf: Ronzettis Flanke fälschte Gina Kleinedöpke zum 5:1 ins eigene Tor ab. Direkt nach Abpfiff, vorher traf Ex-Arminin Lena Schulte noch die Latte, ging es für den DSC ins Bielefelder Nachtleben. Übrigens mit einem ganz besonderen Chauffeur: »Ich fahre die Mädels«, versprach Markus Wuckel.

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