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Handball-Oberliga: TSG beschließt Saison auf Tabellenplatz sieben

Boy: »Vor uns liegt viel Arbeit«

Bielefeld  (WB). In den ersten vier Wochen der Meisterschaft ist bei der TSG A-H Bielefeld alles wunschgemäß gelaufen: vier Spiele, vier Siege, Tabellenspitze! Mit dem ersten verlorenen Heimspiel gegen den VfL Gladbeck (23:26) setzte beim Handball-Oberligisten eine unheilvolle Achterbahnfahrt ein, die die TSG in der Schlussbilanz mit 13 Siegen, zwei Unentschieden und elf Niederlagen (734:743 Tore) nur auf Platz sieben ausspuckte.

Jörg Manthey

134/50 Tore: Lukas Schulz beendet die Saison trotz Verletzung als bester TSG-Schütze. Der Mittelmann, der zu den Leichlingen Pirates in die 3. Liga wechselt, absolvierte bloß 20 Partien, die letzte am 11. März. Foto: Thomas F. Starke

Nicht sonderlich zufriedenstellend, aber erklärbar. Schließlich hatte Trainer Michael Boy unter anderem mit Kapitän Carl-Moritz Wagner sowie seinen beiden Haupttorschützen Lukas Schulz und Phil Holland drei Langzeitverletzte zu beklagen. Qualität, die von der jungen Truppe nicht gleichwertig zu ersetzen war. Die verbliebenen Mohikaner, immer stärker belastet, schafften es kaum, »mal über sich hinauszuwachsen«. Den wahren Charakter seiner Truppe erkannte Michael Boy vor allem in den Derbys gegen den TuS Spenge, die beide gewonnen wurden (27:24, 25:23). »Da hat die Mannschaft sehr eng zusammengehalten.« Negativerlebnis neben jeder Verletzung (»Ich konnte allerlei Dinge, die ich mir ausgedacht hatte, in die Tonne packen«) sei die Resultatsübermittlung aus Nordhemmern gewesen, als es unter Boy-Vertreter Martin Räber ein 24:30 gegeben hatte. »Das war das erste richtig schlechte Spiel.« Umso anerkennenswerter sei die 29:20-Reaktion gegen die SF Loxten ausgefallen.

Im März 1:7 Punkte

In der Folge war Konstanz Fehlanzeige! Im schwarzen März gab es dürftige 1:7 Punkte. Imponierend sei für Boy gewesen, wie konzentriert das dezimierte Team in den schweren Zeiten die tägliche Trainingsarbeit durchgezogen habe. Die Mannschaft trainiert noch bis Monatsende zusammen. Am 5. Juli legt die »neue« TSG los. Nach dem 19. Juli folgen zwei freie Wochen mit »Sonderaufgaben«, ehe es am 2. August richtig in die Vollen geht. »Es wird eine besondere Saison. Nach dem personellen Umbruch liegt vor uns sehr viel Arbeit«, so Boy, der den Neustart mit individuellen Extraschichten garniert. Positiv sei, dass die Neuzugänge durchweg eine »hohe Grundausbildung« hätten. »Wir brauchen nicht bei Adam und Eva anzufangen.«

Erfahrener Mittelmann soll kommen

Die Kaderzusammenstellung sieht aktuell drei Kreisläufer vor. Da kein weiterer Linkshänder verpflichtet worden ist, besteht die Gefahr, dass das bekannte Manko – zu wenig Druck aus dem rechten Rückraum, somit offensiv leicht ausrechenbar – mit in die neue Saison getragen wird. Ein erfahrener Mittelmann soll noch kommen. Boy sieht den TSG-Jahrgang 2017/18 angesichts erfahrener Zugänge wie Gustav Rydergård (32) oder Johannes Krause (30) stärker aufgestellt. Boy: »Man darf nicht außer acht lassen, dass unsere Führungsspieler Phil Holland und Lukas Schulz beide erst 22 Jahre alt waren.« Das von Neu-Geschäftsführer Christian Sprdlik ausgerufene kühne Projekt Aufstieg bezeichnet der Trainer als »Herausforderung, die von allen getragen werden muss«, zumal neben der TSG auch andere Klubs rege auf dem Transfermarkt tätig waren. Etwa der TuS Spenge. Geheimfavorit ist für Boy der Soester TV, auch der VfL Gladbeck und die SF Loxten seien Kandidaten. »Die Meisterschaft wird sich wie immer in den Spielen gegen die Teams von unten entscheiden.«

Trainer Boy startet mit A-Lizenz

Michael Boy ist auf einem guten Weg, zum Rekordtrainer der TSG zu mutieren. Seit April 2013 saß der 36-Jährige in insgesamt 102 Meisterschaftsspielen auf der Bank. Noch hält Helmut Bußmeyer – 121 Spiele zwischen 2007 und 2011 – den Rekord.

Für Boy beginnt am 14. Juni eine einjährige Weiterbildung, die mit dem Erwerb der A-Lizenz endet. Unter anderem sind in dieser Zeit Hospitationen bei Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke) und Frank Carstens (GWD Minden) vorgesehen. »Das wird mir neuen Input geben. Die Mannschaft wird von diesen Impulsen sicher auch im Training profitieren«, versichert er.

TSG-Torschützen: Lukas Schulz (134/50), Leon Prüßner (124/20), Phil Holland (103/2), Nils Strathmeier (61), Luca Sewing (61), Dominik Schmidt (46/4), Tobias Fröbel (45), Pascal Schumann (38), Nils Prüßner (38), Til Kirsch (31), Carl-Moritz-Wagner (26), Tim Schuwerack (11), Moritz Schneider (10), Jannik Wortmann (4/2), Bjarne Franz (2).

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