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Früherer Bielefelder Trainer freut sich über den Europameister-Titel

Cadek über Przybylko: »Mein größtes Talent«

Bielefeld/Berlin (WB/jm). Ein bisschen Glanz von diesem Hochsprung-Gold bei der Leichtathletik-EM in Berlin strahlt bis nach Bielefeld. Schließlich hat der neue Europameister im Hochsprung Mateusz Przybylko auch sieben Jahre lang in der Jugend des DSC Arminia Fußball gespielt.

Foto von den Schüler-Kreismeisterschaften im Jahr 2007 in Bielefeld: Mateusz Przybylko (von links) mit seinen Brüdern Jacub und Kacper sowie PSV-Trainer Georg Cadek. Als einziger der Brüder ist Mateusz Przybylko kein Fußballer geworden. Der frühere Arminia-Profi Kacper Przybylko spielte zuletzt für den 1.FC Kaiserslautern und ist jetzt vereinslos, Jakub ist für TuRu Düsseldorf aktiv. Foto: Bernhard Pierel

Doch im Gegensatz zu seinen Brüdern Kacper und Jacub ist aus ihm kein Fußballer geworden. Alles begann bei der LG Bielefeld. Przybylko wurde in Bielefeld geboren, von PSV-Trainer Georg Cadek (75) für den Hochsprung entdeckt und ausgebildet. Die zehnte Klasse der Gertrud-Bäumer-Realschule verließ der Mädchenschwarm mit der Mittleren Reife. 2009 wechselte er auf das Leverkusener Sport-Gymnasium – der Beginn, um in andere Sphären vorzustoßen. Die Kombination aus Trainingsbedingungen, schulischem Umfeld und intensiver Begleitung waren das ausschlaggebende Argument für diese Veränderung. Er wurde Deutscher B-Jugendmeister und erfüllte die Norm für die U18-WM in Brixen (Italien).

Seine Wurzeln hat Mateusz Przybylko nie vergessen. Wann immer es geht, lobt er seinen Entdecker als »super Trainer«. Georg Cadek, der einfach einen »Riecher« für Talente hat, saß am Samstag fasziniert und ergriffen vor der Glotze – und weinte. »Ich war völlig fertig!« Was sein »größtes Talent« da fokussiert und cool im Berliner Olympiastadion ablieferte, rang ihm nur ein Wort ab: »Perfekt!« Georg Cadek hatte einst den Grundstein gelegt, damit der Schlaks schon als 16-Jähriger in der Halle die Höhe von 2,14 Metern meistern konnte. Damit schaffte es Mateusz Przybylko, sich gegenüber seiner Freiluft-Bestleistung um elf Zentimeter zu steigern! Das war zugleich der Moment, als er seinem heutigen Bayer-Trainer Hans-Jörg Thomaskamp auffiel. 2008 qualifizierte sich Mateusz Przybylko für die Deutschen B-Jugendmeisterschaften in Berlin und holte auf Anhieb Bronze.

Diplom-Sportlehrer Cadek, heute schon wieder in seiner Hütte im Böhmerwald, hatte vorher bereits Mutter Violetta Przybyłko trainiert und zu einer Sechs-Meter-Weitspringerin geformt. Unter seinen Fittichen hatte er im Training der LG Bielefeld auch die spätere WM- und Olympiateilnehmerin Christina Sussiek. Mateusz Przybylko freut sich schon auf den wohlverdienten Urlaub. Einige Meetings noch, dann geht’s nach Bali. »Weg vom Stress. Das wird ihm gut tun«, sagt Georg Cadek.

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