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Zehn Siege: Elias Sansar stellt Bestmarke auf – mit Videos

Das Hermannsdenkmal

Bielefeld (WB). Spitznamen sammelte Elias Sansar in den vergangenen Jahren eine Menge. Der Dominator, der Rekordsieger, der Herminator ist mit seinem zehnten Hermannslauf-Sieg nun auch der unumstrittene König des Laufklassikers durch den Teuto.

Sebastian Bauer

Sein zehnter Triumph: Elias Sansar bekommt den Siegerkranz von Hermannslaufchef Daniel Skakavac. Foto: Oliver Schwabe

 Bei der Krönung zum Super-Hermann hätte es für den 37-Jährigen von der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen am Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes nicht besser laufen können.

Bei herrlichem Sonnenschein holte sich Sansar in seiner viertbesten Hermann-Zeit (1:46:38 Stunde) den Jubiläumssieg. Selbst die zuvor so stark eingeschätzte Konkurrenz musste sich konditionsbedingt vor dem Alleinherrscher des Laufs verneigen. Der Zweite Robiel Weldemichael (Delbrück läuft) hatte mit 1:51:33 Stunde fast fünf Minuten Rückstand auf Sansar. Der Drittplatzierte Stanley Kipkogei (SV Brackwede) benötigte 1:52:12 Stunde für die 31,1 Kilometer.

»Zehn Siege, das ist schon sehr schön. Diesen zehnten Sieg wollte ich aber auch mit einer Zeit holen, die sich sehen lassen kann – das ist mir gelungen«, sagte ein ungewohnt gerührter Elias Sansar. Besonders beeindruckend in all den Jahren: Nicht die anspruchsvolle, mit Höhenmetern gespickte Laufstrecke dominiert den Seriensieger. Vielmehr dominiert der Hermann-Großmeister die Strecke nach Belieben. Nicht anders war Sansars Aussage zu deuten, dass bei der Zielzeit womöglich sogar noch mehr drin gewesen wäre: »Ich wusste, dass ich jederzeit noch einmal zulegen kann.«

Spätestens ab Kilometer 22 fehlte allerdings der Druck, um noch einen Zahn zulegen zu müssen. Der letzte Verfolger Weldemichael musste an dieser Stelle abreißen lassen und Sansar zog auf und davon. »Bis dahin konnte ich mithalten. Danach konnte ich nicht mehr so weitermachen. Der Lauf hat mir trotzdem sehr gut gefallen«, sagte der Zweitplatzierte. Kipkogei und der hoch gehandelte Adam Janicki (SV Brackwede) hielten das Tempo, das Sansar vorgab, sogar nur bis Kilometer 15 durch. »Trotzdem bin ich sehr zufrieden, weil es viel besser lief als letztes Jahr«, freute sich Kipkogei. Kopfschüttelnd und enttäuscht ging nur Janicki (1:59:26 Stunde) durch den Zielbereich. Sansar selbst hatte den im zweiten Sportleben als Kickboxer überzeugenden 28-Jährigen zu seinem stärksten Konkurrenten erklärt. Doch für Janicki lief es gar nicht: »Ich bin das Rennen viel zu schnell angegangen. Am Ende ging nicht mehr viel. Das war nicht mein Tag.«

So sollte es an diesem 30. April wohl sein: eine große Bühne für Zehnfachsieger Elias Sansar allein. Diese unglaubliche Bestmarke soll aber längst noch nicht den Schlussstrich markieren. Dafür bedeutet das »Olympia Ostwestfalens« (Sansar) dem Sieger zu viel. »Es wird nicht einfacher für mich. Die jungen Leute werden immer besser, das beobachte ich genau«, meint Sansar.

Deshalb aber aufzuhören, kommt für ihn nicht in Frage. Der Detmolder kann und will nicht loslassen vom Hermannslauf: »Im Prinzip ist der Startbereich bei mir in der Nähe. Wenn ich nicht laufen würde, könnte ich zuhause den Startschuss hören. So nah wohne ich dran. Deshalb bedeutet mir der Lauf so viel.«

Heißt also nicht anderes, als dass sich die Weldemichaels, Janicki und Co. in den kommenden Jahren zuallererst mit Sansar duellieren müssen, bevor ein Sieg bei diesem Klassiker für sie überhaupt in Frage kommt. Elias Sansar ließ daran auf jeden Fall keinen Zweifel, als er ans Mikrofon des Hermannslauf-Moderators gebeten wurde: »Ich danke vor allem den Zuschauern, die uns jedes Jahr wieder so toll anfeuern. Und ich kann ihnen versprechen, dass ich nächstes Jahr wiederkomme.«

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