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Handball-Oberliga: TuS 97 und TSG haben nur noch wenig Berührungspunkte

Ein Derby der neuen Art

Bielefeld (WB). TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck gegen TSG A-H Bielefeld: Das Stadtderby der Handball-Oberliga wirft seine Schatten voraus, aber wenn am Freitag um 20 Uhr in der Sporthalle Jöllenbeck der Anpfiff ertönt, ist vieles anders als noch in der Vergangenheit.

Arndt Wienböker

Vorfreude aufs Oberliga-Stadtderby: TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik, TSG-Trainer Michael Boy, TuS 97-Coach Eric Husemann und Daniel Meyer (TuS 97; von links) präsentieren das Plakat zum Derby, das am Freitagabend in Jöllenbeck steigt. Foto: Arndt Wienböker

Kannten sich die Spieler in früheren Jahren untereinander aus vielen Duellen oder auch gemeinsamen Tagen noch bestens, so ist das dieses Mal nicht der Fall. Und auch die Wege, die beide Vereine eingeschlagen haben, sind unterschiedlich. Auf der einen Seite der Aufsteiger aus Jöllenbeck, der nach der Rückkehr in die Oberliga nichts anderes als den Klassenerhalt im Sinn hat. Auf der anderen Seite die rundum erneuerte, ambitionierte TSG, die das Projekt »Bundesliga-Handball für Bielefeld« ins Visier genommen hat.

Die Rollen sind also klar verteilt, was auch an der aktuellen Tabelle abzulesen ist. TuS 97: Platz zehn, 4:6 Punkte – TSG: Platz eins, 10:0 Punkte. »Wir sind der klare Außenseiter und werden einen sehr guten Tag brauchen, um dagegenzuhalten zu können«, sagt TuS 97-Trainer Eric Husemann. Sein Gegenüber Michael Boy nimmt die Favoritenrolle an, warnt aber davor, den Nachbarn auf die leichte Schulter zu nehmen: »Ein Derby ist immer auch eine Sache für sich. Wir werden uns akribisch auf das Spiel vorbereiten und wissen, dass das kein Selbstläufer wird. Wir brauchen hundert Prozent Einstellung und Leidenschaft.«

Husemann und Boy eint übrigens eine kurze gemeinsame Zeit in Jöllenbeck. In der Saison 2000/2001 spielte der heutige TSG-Trainer im Trikot der Jürmker; der gerade der Jugend entrückte Husemann spielte in der Jöllenbecker Reserve und half einige Male in der »Ersten« aus. Kurios: Auch der neue TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik trug einst gemeinsam mit Boy das Trikot des TuS 97. »Ich weiß also, dass die Halle zu einem Hexenkessel werden kann«, schmunzelt Sprdlik, der dem Derby erwartungsfroh entgegensieht: »Bielefeld ist für Handball geboren und wir haben im Derby die Möglichkeit, dies vor einer großen Kulissen zu zelebrieren.«

Dass die beiden Vereine in der Leistungsspitze eine andere Philosophie verfolgen, unterstreicht der TuS 97-Vorsitzende Ralf Klusmann: »Die TSG hat viel in die erste Mannschaft investiert und will aufsteigen, wir setzen weiter auf unsere Jugendarbeit und wollen in der Oberliga bleiben.«

Gibt es auf Funktionärs- und Trainerebene noch einige Berührungspunkte, so sind diese zwischen den Spielern rar gesät. Jöllenbecks Daniel Meyer ist der einzige, der für beide Vereine gespielt hat. »Das Derby ist auch darum etwas Besonderes für mich«, versichert der Linksaußen, der sich heute mit dem noch verletzten TSG-Kreisläufer Tobias Fröbel treffen will. Meyer: »Ich werde Tobi ausquetschen und ihm einen Döner austun.« Das war’s auch schon fast an Kumpelei und Frotzelei im Vorfeld. »Das ist ein ganz neues Derby. Auch, weil sich beide Mannschaften nicht mehr so gut kennen«, sagt Michael Boy. Kollege Eric Husemann sieht’s genauso und verweist auf die sportliche Rivalität: »Es geht um zwei Punkte, beide Mannschaften sind heiß. Das brauchst du keinen zusätzlich motivieren.«

Erwartet wird am Freitagabend eine ausverkaufte Halle mit 1200 Zuschauern. Der Karten-Vorverkauf ist gut angelaufen, es wird aber auch noch Tickets an der Abendkasse geben.

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