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Deutschlands Olympiasieger Ole Bischof leitet Tageslehrgang in Altenhagen

»Judo hält richtig fit«

Bielefeld (WB). Ein Olympiasieger macht nicht alle Tage Station in der Region. Entsprechend groß ist das Interesse in Altenhagen, als Deutschlands erfolgreichster Judoka Ole Bischof zum zweiten Mal in Bielefeld weilt.

Peter Unger

Ein Olympiasieger zum Anfassen: Ole Bischof (links) weilte auf Einladung von TSV-Abteilungsleiter Detlef Keter bereits zum zweiten Mal in Bielefeld. Über die Tipps und Anregungen von Deutschlands erfolgreichstem Judoka freute sich unter anderen Klara Hopfinger (11). Foto: Peter Unger

Mehr als 100 junge Sportler erleben einen Ausnahmesportler, der trotz aller Erfolge nie die Bodenhaftung verloren hat. Im Anschluss an das Training stellt sich der 38-Jährige den Fragen der Kinder und Jugendlichen.

»Hast du selber Kinder?«, lautet die erste Frage, die einem Teilnehmer unter den Nägeln brennt. »Ja, meine Tochter ist zwei Monate alt.« Es folgen allgemeine Fragen zum Judo und zum Krafttraining. Ein Kind möchte wissen, ob Ole Bischof ins Fitnessstudio geht. Der mit Gold (Peking 2008) und Silber (London 2012) dekorierte Olympionike muss lächeln und antwortet prompt und aufschlussreich: »Ich habe auch ein Ticket fürs Fitnessstudio, gehe aber lieber zum Judo. Ich denke, dass Judo die Sportart ist, die den Körper am besten formt – in Bezug auf Muskeln, Kraft, Beweglichkeit und Koordination ist Judo super. Judo hält richtig fit.«

Detlef Keter, Abteilungsleiter des TSV Altenhagen, ist es erneut gelungen, den Vorzeige-Judoka für einen Tageslehrgang zu verpflichten. Hinterher ist Ole Bischof ebenso offen für alle Fragen und betont, dass er gerne nach Altenhagen kommt. »Hier ist eine gute Stimmung, der Nachwuchs macht begeistert mit und es läuft alles harmonisch ab.« Anlässlich des exklusiven Tageslehrgangs betont der ehemalige Leistungssportler, dass jemand, der mit Judo anfängt, durchaus Leistungssport betreiben kann, aber es nicht zwingend muss. »Für mich ist Breitensport genauso schön. Die Judoabteilung in Altenhagen ist Teil unserer Judo-Familie – und die ist breit aufgestellt. Wer Judo als Leistungssport betreiben will, kann nach Köln gehen. Es gibt aber auch andere Leistungsstützpunkte.« In Köln hat Ole Bischof trainiert. Mit 18 Jahren hat er seinem Heimatverein TSG Reutlingen den Rücken gekehrt hat.

Süßes Karriereende

Für Ole Bischof ist Judo eine Sportart, die einen das ganze Leben begleiten kann – und das im positiven Sinne. »Ich habe mit 32 Jahren noch eine Silbermedaille geholt, was eher ungewöhnlich ist. Das war hart am Limit. Für mich bedeutete der Gewinn der Silbermedaille in London ein ganz süßes Karriereende.«

In der von Japan dominierten Sportart schaffen es deutsche Athleten vielleicht alle zehn Jahre, in die Phalanx der weltbesten Athleten einzubrechen. »In Deutschland haben wir gerade mal fünf Judo-Olympiasieger«, weiß Detlef Keter zu berichten. Bischofs Trainer Frank Wieneke hatte selbst 1984 in Los Angeles Gold geholt und später noch mal Silber. Außer dem Traum-Duo des deutschen Judo-Sports stiegen bislang Dietmar Lorenz (Moskau 1980), Udo Quellmalz (Atlanta 1996) und Yvonne Bönisch (Athen 2004) von der Matte in den Judo-Olymp auf.

TSVA-Abteilungsleiter Detlef Keter (2. Dan) ist dem Judosport seit 37 Jahren verbunden. Der 54-Jährige, der seine Sportart zunächst in Sennestadt ausgeübt hat, gehört in Altenhagen zu den Gründungsmitgliedern der Judo-Abteilung. Stolz berichtet er, dass seine etwa 80 Mitglieder große Abteilung von zehn Trainern betreut wird – für eine Randsportart eine bemerkenswerte Größe.

Gute Breitensport-Truppe

Trainiert wird an der Kafkastraße an zwei Abenden. Dienstags stehen die Erwachsenen auf der Matte, freitags die Kinder und Jugendlichen. »Wir sind eine gute Breitensport-Truppe. Leistungssport ist bei einmaligem Training in der Woche nicht hinzubekommen«, bleibt Detlef Keter realistisch. Dennoch gibt es auch schöne Erfolge aus dem Nachwuchsbereich zu vermelden: So zum Beispiel wurde die elfjährige Klara Hopfinger Anfang Oktober bei den Westfalenmeisterschaften in Lünen in der Klasse bis 52 Kilogramm starke Dritte.

Regelmäßig wirbt Detlef Keter in Schulen um Nachwuchs. Darüber hinaus lädt die Judo-Abteilung drei bis viermal zu Schnupperkursen in die Sporthalle an der Kafkastraße ein, der nächste Kurs beginnt am 10. November.

Über den Besuch von Ole Bischof freut sich Keter ganz besonders: »Das ist ein Ereignis, das den Kindern lange in Erinnerung bleiben wird. Als ich Anfang des Jahres das Erscheinen von Ole Bischof angekündigt habe, brach auf der Matte großer Jubel aus.«

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