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Handball: TSG A-H Bielefeld strebt gegen VfL Gladbeck Revanche an

»Kein gewöhnlicher Oberligist«

Bielefeld (WB/jm). Nein, die TSG A-H Bielefeld möchte gewiss nicht mit der nächsten Leistungsschwankung zum absoluten »Lieblingsgegner« des VfL Gladbeck mutieren. Vielmehr soll die vorverlegte Begegnung der Handball-Oberliga am Sonntag (17 Uhr, Seidensticker Halle) dazu genutzt werden, sich an alte Tugenden zu erinnern und neue Stärke auszustrahlen.

Erst ist nach Max Krolls Knieproblemen am Sonntag gefragt: Felix Hendrich und die TSG erwarten Gladbeck. Foto: Sören Voss

Nach ihrer bescheidenen Performance in Harsewinkel (21:20) dürfte nicht nur die »Wundertüte« TSG am Sonntag mit einer ordentlichen Portion Wut auflaufen. Auch die Gladbecker wollen nach ihrer ersten Heimniederlage in dieser Saison gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck (28:29) beweisen, dass sie es erheblich besser können. Wie im Hinspiel. Das 24:28 in Gladbeck – zehn Treffer von Polizei-Europameister Max Krönung – bedeutete für die damals noch hochgehandelte TSG den ersten Rückschlag.

Die Partie ist um eine Woche vorverlegt worden, da die TSG A-H Bielefeld am Samstag, 25. Januar (17 Uhr), das Achtelfinale im Deutschen Amateurpokal bestreitet. Als Gegner wird dann der FC St. Pauli im Heeper Dom erwartet.

»Das Hinspiel hat uns gezeigt, was für ein Kaliber Gladbeck ist. Wir bekommen es mit einem ganz eingespielten Gegner zu tun. Gladbeck ist kein gewöhnliches Oberligateam«, findet Trainer Dr. Carl Moritz Wagner, der damals in der Riesener Sporthalle gefehlt hatte, mahnende Worte und erwartet ein »schwieriges Spiel«.

Zumal die personelle Situation in der Woche alles andere als rosig aussah. Mittelmann Johannes Krause (Knie) wird Sonntag definitiv ausfallen. Ein derber Verlust, obgleich der von seiner Bestform sicher ein gutes Stück entfernt ist. Hinter dem Mitwirken von Keeper Max Kroll (Knie) und Arne Kröger (Fuß) steht ein Fragezeichen. Dafür sollen Tobias Fröbel (Knie) und die erkälteten Jonas Zwaka und Mario Bergen wieder dabei sein. »Wir waren am Dienstag acht Leute im Training. Eine unbefriedigende Situation. Taktisch konnten wir nichts einstudieren«, so Wagner.

Gladbecks Auswärtsbilanz ist überschaubar

Der hatte seiner Truppe eine ausgiebige Video-Nachlese des Harsewinkel-Auftritts verordnet. Eine quälende Stunde lang währte die hoffentlich heilsame Lektion, die den Spielern eine Anhäufung an Fahrlässigkeiten und Versäumnissen aufzeigte. Gleichwohl war Wagner bemüht, positive Akzente herauszufiltern. »Es wäre schön, wenn es mir gelingt, den Jungs eine gewisse Leichtigkeit zu vermitteln. Denn wir können nicht gut mit großem Druck umgehen.«

Zwei Mannschaften, identische Probleme. Gladbeck zeigte gegen die 97er über weite Strecken zu wenig, um zu gewinnen, hatte trotzdem alle Chancen dazu – und stand sich selbst im Weg. »Die Einstellung war schlecht«, kritisierte VfL-Coach Sven Deffte.

Gladbecks Ausbeute in der Fremde ist bislang überschaubar. Zwei Siege in Ferndorf (32:29) und Möllbergen (31:27), dazu ein 25:25-Unentschieden in Jöllenbeck. Die TSG will ihr Scherflein dazu beitragen, dass es bei diesen fünf Zählern bleibt. »Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns«, betont Calle Wagner, der die weiße Weste nicht besudeln will. »Wir sind zum Siegen verdammt, wenn wir die Saison halbwegs mit Zug beenden wollen. Zwar verbietet sich aktuell jeder Blick ins Mindener Land, aber es muss uns weiter daran gelegen sein, den Druck auf Nordhemmern aufrecht zu erhalten. Irgendwann werden auch die ins Grübeln kommen.«

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