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Sabine Ellerbrock startet Rollstuhltennissaison 2019 in Australien

Klettern, Kraft, Koordination

Bielefeld (WB). Die neue Rollstuhltennis-Saison startet für die Bielefelderin Sabine Ellerbrock in Australien direkt mit großen Aufgaben.

Kraft- und Koordinationstraining – und den Kopf frei bekommen: Beim Hallenklettern kann sich Sabine Ellerbrock wunderbar entspannen. Foto:

Der Pädagogin war nicht viel Zeit vergönnt, sich vor dem Start in die Saison 2019 zu erholen. »Nach dem Masters in Orlando Anfang Dezember hatten wir noch einen Leistungs-Lehrgang, für mich standen zusätzlich noch Fitnesstests und Leistungsdiagnostik an, und dann sind wir schon wieder mit den Vorbereitungen für Australien gestartet«, sagt die Bielefelderin, die zu alledem in dieser letzten Vorbereitungsphase nach einem Sturz mit den Folgen einer Rippenprellung zu kämpfen hatte.

Zweitägiger Anreisemarathon

Daneben waren auch die letzten Wochen vor den Ferien in der Schule »Hochkonjunktur«. Zeit, um etwas Abstand zu gewinnen, nahm sich Sabine Ellerbrock bei Klettereinheiten an der Boulderwand (»Da kann man hervorragend Kraft- und Koordinationstraining verbinden und hervorragend den Kopf frei bekommen«), und über die Weihnachtsfeiertage bevorzugte sie einen »sehr ruhigen« Jahreswechsel.Am Montag kam sie nach einem fast zweitägigen Anreisemarathon in Bendigo an, etwa 170 Kilometer entfernt von Melbourne. In der australischen Hauptstadt bestreitet sie ein Super Series Turnier, bevor es bereits an diesem Wochenende wieder für eine Arbeitswoche zurück nach Deutschland geht. Sauer zeigt sich Ellerbrock über die »bisher unmögliche Organisation« eines Turniers der fast höchsten Kategorie. Erst wurde kurzfristig der Spielort von Sydney nach Bendigo geändert, sodass schon einige Spieler ihre Flüge umbuchen mussten. »Dann kam erst um Weihnachten eine Info, dass nur zwei Shuttlebusse am Tag für uns vom beziehungsweise zum Flughafen fahren.«

Am 18. Januar ein zweites Mal gen Melbourne

Für die Bielefelderin bedeutet dies nach 36 Stunden Reisezeit auf dem Hinweg, fünf Stunden am Flughafen zu warten, mit allem Gepäck. Für den Rückflug wird sie die für so eine lange Autostrecke hohen Kosten für ein Taxi in Kauf nehmen, um nicht ihren Flug umbuchen zu müssen. Die Bielefelderin wird die einzige Spielerin der Konkurrenz sein, die nicht nach dem Turnier in Bendigo in Melbourne bleiben kann, um in der Folgewoche das ITF1-Turnier in Melbourne zu spielen. »Es ließ sich mit dem Beruf nicht anders organisieren, sodass ich dann ein zweites Mal am 18. Januar gen Melbourne fliege«, erzählt die Deutsche.

Bundestrainer Höfken ist vor Ort

Dann wartet mit den Australien Open, dem Grand Slam Turnier, der Höhepunkt der Australientour auf die acht weltbesten Rollis. Aus deutscher Sicht hat sich nur Sabine Ellerbrock als Weltranglisten-Vierte dafür qualifiziert. Katharina Krüger aus Berlin ist aktuell nicht mehr in den Top Acht der Rangliste zu finden, wird aber – wie Ellerbrock – in Bendigo und dann auch in Melbourne beim kleineren Turnier starten. Sie hat sich der Bielefelderin auch angeboten, als »Hittingpartner« bei den Australien Open zur Verfügung zu stehen. Aufgrund der immensen Reise- und Hotelkosten fliegt Sabine Ellerbrock alleine, ohne Trainer aus der Tennisbase Hannover. Daher ist sie froh, dass mit Niklas Höfken einer der vier neuen Bundestrainer vor Ort sein wird und somit eine gute Matchvorbereitung sichergestellt ist, auch wenn sie bislang mit Höfken noch keinerlei Turniererfahrungen sammeln konnte.

Mindestens das Halbfinale erreichen

Die Aufgabe wird anspruchsvoll werden. Die Bielefelderin muss in beiden Turnieren zur Bestätigung ihrer Punkte aus 2018 mindestens das Halbfinale erreichen. »Wenn ich es schaffe, die Reisemüdigkeit schnell wegzustecken, nicht zu viel nachzudenken, gelassen zu bleiben und das abrufen kann, was ich im Training spiele, ist alles möglich«, meint Ellerbrock zuversichtlich.

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