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Miele und eine Firma des Ex-Schüco-Chefs Hindrichs entwickeln Geräte zum Corona-Schutz

Luftreiniger aus Ostwestfalen

Gütersloh/Bielefe...

Wenn nach dem Lockdown Geschäfte und Restaurants, Schulen und Freizeiteinrichtungen wieder öffnen, dürften Corona-Schutzmaßnahmen noch für längere Zeit notwendig sein. Als ein Risiko gilt bekanntermaßen die Ansteckung durch in der Raumluft zirkulierende Viren. Zwei Unternehmen aus OWL wollen nun unabhängig voneinander mit Luftfiltergeräten für Sicherheit sorgen.

Oliver Horst 

Der Miele-Luftreiniger im Praxis-Einsatz. Der Gütersloher Hausgerätehersteller bietet den „AirControl“ in drei Größen und Leistungsstärken an. Foto: Miele

Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele kündigte am Dienstag den Produktions- und Verkaufsstart des mobilen Luftreinigers „AirControl“ an. Der in drei Leistungsstärken und Größen angebotene Luftreiniger eigne sich für Raumgrößen von bis zu 45, 80 oder 200 Quadratmetern, teilt Miele mit. Die komplette Raumluft werde binnen einer Stunde sechsmal umgewälzt und gefiltert. Dabei erfassten fünf Filterstufen 99,995 Prozent aller Schwebstoffe, Viren, Bakterien und Pilze – eine thermische Behandlung der Hepa-Filter mit auf 70 Grad erwärmter Luft inklusive.

Miele nutzt für seine Luftreiniger Technologie des bayrischen Filtrationsspezialisten Ulm­air. Die Notwendigkeit zum Luftwechsel wird durch einen integrierten Sensor gesteuert, der kontinuierlich den CO2-Gehalt in der Raumluft misst. Eine Studie der Universität der Bundeswehr in München bescheinigt dem System, „die indirekte Infektionsgefahr durch Aerosole stark zu verringern“.

Produziert wird der Luftreiniger ab Mitte Februar im Miele-Werk in Lehrte bei Hannover. Der Listenpreis liegt zwischen 3320 und 6176 Euro – oder Leasingraten von knapp 62 bis 112 Euro im Monat. Auch wenn die Corona-Pandemie der akute Anlass sei, sieht Miele langfristig einen Markt für Luftreiniger. „Saubere Luft ist ein Grundbedürfnis und wird vermutlich bald zu einem Hygienestandard – und das nicht nur mit Blick auf Viren und Bakterien, sondern auch auf Pollen und Feinstaub“, erklärt Dr. Christian Kluge, Leiter der Professional-Sparte.

Ein ähnliches System bietet die zur Firmengruppe des Bielefelder Unternehmers und früheren Schüco-Chefs Dirk U. Hindrichs (65) und dessen Sohn Stefan Hindrichs gehörende CAE Innovative Engineering in Beckum an. Auch hier werde mit digitaler Technik eine zu hohe Aerosol-Belastung in Räumen erkannt und durch bewährte Raumluftreinigungssysteme gesenkt. CAE preist das System für den Einsatz in Schulen, Arztpraxen und Büros an – und sieht ebenfalls Chancen auch nach Corona.

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