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TSG steht nach 31:19 über FC St. Pauli im Amateurpokal-Viertelfinale

Nächster Gegner: Habenhausen

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat erhofft souverän den Einzug in das Viertelfinale des Deutschen Amateurhandballpokals geschafft. Kiez-Klub FC St. Pauli wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten deutlich mit 31:19 (15:10) aus dem nicht ganz gefüllten Heeper Dom komplimentiert.

Jörg Manthey

Spaßhandballer: Julius Hinz erzielte zehn Feldtore und traf zusätzlich fünfmal vom Siebenmeterpunkt. Mit dieser Ausbeute steuerte der Linksaußen-Blitz die halbe Miete zum souveränen 31:19-Pokalsieg über St. Pauli bei. Foto: Oliver Schwabe

Überragender TSG-Spieler war Linksaußen Julius Hinz. Der blonde »Blitz« netzte insgesamt 15 Mal ein und hatte richtig Spaß. »Irgendwann war’s ein Selbstläufer. Wir haben St. Pauli totgelaufen.«

Gegner im Viertelfinale wird am 17. Februar (17 Uhr) in der Seidensticker Halle der ATSV Habenhausen sein, aktueller Tabellendritter der Oberliga Nordsee. Die Bremer distanzierten die SG Wift Neumünster deutlich mit 33:23. Bei einem Halbfinaleinzug hieße der Gegner am 2./3. März entweder SG OFS Berlin oder HSV Apolda 1990 (auswärts). Das Oberliga-Meisterschaftsspiel gegen den VfL Mennighüffen wird vom 17. Februar vorverlegt auf Freitag, 15. Februar (20 Uhr, Seidensticker Halle).

Die TSG trat ohne Fünf an: Max und Vincent Kroll, Johannes Krause, Mario Bergen und Arne Kröger fehlten krankheits- oder verletzungsbedingt. Zählt man noch Gustav Rydergård dazu, sogar ohne eine prominente Sechs. Vorsorglich saß mit Felix Weeke der Regisseur der »Zwoten« auf der Bank; er blieb aber ohne Einsatz.

TSG startet mit hoher Fehlerquote

Der nervöse Beginn sah die TSG nach fünf Minuten mit 3:1 vorn. Angesichts einer stattlichen Quote an Wurf- und technischen Fehlern – acht nach acht Minuten – verpasste es der Favorit jedoch, frühzeitig davonzuziehen. »Das waren ein paar Fehler zuviel«, urteilte Trainer Dr. Carl Moritz Wagner streng. Obgleich St. Pauli, Neunter der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, sogar 7:6 in Führung ging (15.), war zu diesem Zeitpunkt längst ersichtlich, dass der Gegner nur limitierte Möglichkeiten besaß; spielerisch wie physisch. Technische Schwächen konnten zunächst nicht von der TSG geahndet werden. »Da waren wir im Abschluss inkonsequent.«

Die 6:0-Deckung der TSG – phasenweise probierte Calle Wagner auch ein 5:1-System mit Zwaka oder Hinz als Speerspitze aus – funktionierte dafür untadelig. St. Pauli erzielte in den 60 Minuten bloß 14 Feldtore aus dem gebundenen Spiel heraus. Vorne zahlte sich alsbald die Umstellung aus, Jonas Zwaka in die Rückraummitte zu stellen. Maximilian Schüttemeyer hatte diesen Job in den ersten elf Minuten recht träge interpretiert. Beim 12:8 (23.) hing die Piratenflagge der Hanseaten schon auf Halbmast. Mit seinem achten Treffer stellte Julius Hinz, den zudem eine 100-Prozent-Ausbeute vom Siebenmeterpunkt auszeichnete (5/5), zum Seitenwechsel das 15:10 her. Der Matchplan nahm Konturen an.

»Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen«

Für Trainer Dr. Carl Moritz Wagner war‘s ein »gutes Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen.« Er freute sich insbesondere über die Phase direkt nach der Pause. Wie schon in der Vorwoche gegen Gladbeck zeigte sich der Gastgeber dort kompromisslos und baute das Halbzeitpolster schnörkellos und temporeich von 15:10 auf 22:12 (Zwaka, 42.) aus. Die Gegenstöße rollten, das Duell wurde immer ungleicher. Wagner: »Da war schnell Ruhe. Das ist ein großer Fortschritt und eine schöne Entwicklung, die ich begrüße.« Über 26:14 (49.) und 30:16 (55.) holte sich die TSG eine Prise Selbstvertrauen für kommende Aufgaben im Ligabetrieb. Mit einem Lächeln im Gesicht kommentierte TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik den Auftritt. »Das war nach Startschwierigkeiten sehr souverän, sehr leidenschaftlich, sehr ordentlich.«

Torwart-Neuzugang Fabian Ullrich durfte sich außer bei zwei Siebenmetern – einen davon konnte Felix Hendrich parieren – über die volle Distanz zeigen. Der 20-Jährige wehrte 15 Bälle ab; eine gute Quote. Die St. Paulianer nahmen das Pokal-Aus gelassen und gönnten sich eine nächste Attraktion. Sie saßen am Sonntag fast geschlossen im »Jyske Bank Boxen« bei der WM-Finalparty im dänischen Herning.

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