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TSG-Happyend in Harsewinkel: Luca Sewing übernimmt bei 21:20-Sieg Verantwortung

Nur das Ergebnis stimmt

Bielefeld  (WB). Ergebnis steht vor Erlebnis. Das Unterfangen »Gewinnen – egal wie« hat Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld zu einem ersten Happyend rumpeln können. Das Positivste im Gastspiel beim Schlusslicht TSG Harsewinkel (wir berichteten am Samstag ausführlich) war fraglos das Schlussresultat. Das 21:20 ließ grantelnde Gewinner und stolze Verlierer zurück, die mit stehenden Ovationen gefeiert wurden.

Jörg Manthey

Durchgebrochen: Harsewinkels Sven Bröskamp degradiert die Bielefelder Abwehrspieler Maximilian Schüttemeyer (links) und Nils Strathmeier in dieser Szene zu Statisten. Foto: Wolfgang Wotke

»Wer meint, mein ständiges Mahnen sei überflüssig, der darf sich gerne das Video dieses Spiels angucken«, ereiferte sich Trainer Dr. Carl Moritz Wagner. Statt sich nach 5:1- und 8:3-Führung mit konzentriertem Spiel weiter zu belohnen, »fallen wir in ein Tief, das wir uns selber zuzuschreiben haben«, rätselte Wagner und registrierte einen »unheilvollen Mix. Mit unseren fahrlässigen bis dummen Aktionen haben wir Harsewinkel wieder ins Spiel gebracht.«

23 Fehlversuche

Insgesamt standen 23 Fehlversuche auf dem Statistikbogen. An dieser Unter-50-Prozent-Angriffsquote hatte Torminator Johnny Dähne mit 19 Paraden seinen Anteil. »Das hat Spaß gemacht. Im Hinspiel waren wir wie das Kaninchen vor der Schlange. Diesmal war’s ganz anders«, grinste der lange Schlaks, den die Bielefelder Außen überlupfen wollten. Töricht. »Gegen die offensive Deckung hat Bielefeld taktisch ganz schlecht gespielt«, wunderte sich Beobachter Diethard von Boenigk, der die TSG 1993 als Mittelmann in die 2. Bundesliga geführt hatte.

»Unser Rückraum war lahm«

Wagner sah’s etwas anders. »Wir haben Lösungen gefunden, freie Dinger aber nicht reingemacht.« Gleichwohl war eine Handschrift nicht zu erkennen. Weder Johannes Krause noch Vincent Kroll schafften es, Struktur ins Spiel zu bringen. Malik St. Claire als Pfeilspitze der Harsewinkeler 3:2:1-Abwehr gelang es, Unsicherheit zu schüren und die Rückraumschützen auf Distanz zu halten. Statt Räume zu schaffen, Zweikämpfe anzunehmen, druckvoll auf die Nahtstellen zu gehen, Siebenmeter zu erzwingen, ließ sich der Gast oft zu einem brotlosen Parallelspiel verleiten. »Unser Rückraum war lahm. Aber wir haben die Nerven behalten und in der Crunchtime, in den letzten fünf Minuten, bessere Entscheidungen getroffen als in den 55 Minuten davor«, fand Tobias Fröbel erleichtert. Derweil wähnte sich Harsewinkel-Coach Manuel Mühlbrandt als moralischer Sieger. »Ich habe Emotionalität und Teamspirit bei uns gesehen und bin stolz auf das Team, das mit seinem Auftreten einen übergewichtigen Gegner am Rand der Niederlage hatte. Wir waren sehr viel sympathischer auf dem Platz.«

Trainer Wagner noch ohne Niederlage

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik war bemüht, das Positive des 21:20 herauszufiltern; immerhin die Rückkehr auf Platz zwei. »Die Mannschaft macht zwar einen verunsicherten Eindruck, wollte aber unbedingt gewinnen. Luca Sewing hat Verantwortung übernommen, mit Mumm und Leidenschaft.« Dass der Linkshänder die Brechstange herauskramte und zum 14:14, 15:14, 16:14 und 19:18 einlochte, war so wichtig. Maximilian Schüttemeyers brachiales Finale (20:19, 21:19) konnte zwar nicht übertünchen, dass der Hüne wie andere auch einen schwachen Abend erwischt hatte. Aber er schenkte Calle Wagner so den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter seiner Regie. Abzuwarten bleibt, wie schwer die Knieverletzung ist, die sich Regisseur Krause am Freitag zugezogen hat.

Jedrzej muss gehen

Nach der 25:26-Pleite des VfL Mennighüffen beim SuS Oberaden wurde bekannt, dass Aufstiegstrainer Zygfryd Jedrzej nach dieser Saison gehen muss. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Jedrzej war dann sechs Jahre im Amt. Für die mögliche Nachfolge wird schon spekuliert mit den Namen Michael Boy, Michael Scholz oder Max Rittersberger.

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