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Emotionsgeladenes OWL-Derby in Theesen – Fichtes verpatzter Saisonstart

Provokationen und verbale Spitzen

Bielefeld (WB). Es war einiges los am Sonntag auf dem Sportplatz Theesen. Trainer Andreas Brandwein freute sich diebisch über den 3:1-Heimsieg seines VfL gegen den SV Rödinghausen II. Auch nach dem Spiel konnte sich Brandwein ein paar verbale Spitzen in Richtung des Gegners nicht verkneifen.

Arndt Wienböker, Henrik Wittenborn und Jörg Manthey

Lautstarkes VfL-Trainergespann: Bei Andreas Brandwein, Johannes Ludwig und Fynn Bergmann waren am Sonntag viele Emotionen mit im Spiel. Foto: Thomas F. Starke

Brandwein angestachelt

»Wir haben uns von zahlreichen Provokationen der Gäste nicht anstecken lassen. Geld schießt nicht immer mehr Tore, eine sehr nette Randnotiz des heutigen Tages«, wird Brandwein auf der Facebook-Seite des VfL Theesen zitiert. Aussagen, die bei seinem Kollegen Martin Sek auf völliges Unverständnis stoßen dürften. »Wir haben uns vom Gegner provozieren lassen. Trainer sollten auch Vorbilder sein und sich hinterfragen, ob es richtig ist, junge Spieler zu provozieren. Wir sind jedenfalls ruhig geblieben«, hatte Sek eine ganz andere Sicht der Dinge.

In der Tat ging es während der 90 Minuten nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf der Theesener Bank lautstark zu. Als Brandwein unmittelbar nach dem 2:1 durch Kai-Niklas Janz eine kritische Bemerkung in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten von sich gab, wurde er von Referee Timo Franz-Sauerbier (Kalletal) der Coaching-Zone verwiesen. »Die Geldstrafe zahle ich in diesem Fall gerne«, schmunzelte der angestachelte VfL-Trainer.

Dass Sek und sein Co-Trainer Thomas Kleine nach dem Spiel der Pressekonferenz fernblieben, veranlasste Brandwein zu einem weiteren verbalen Seitenhieb: »Beide Trainer haben leider nicht die Courage, hier zu erscheinen und die Niederlage zu erklären.«

Kampf wird belohnt

Unterm Strich stand der erste Sieg für den Westfalenliga-Aufsteiger aus Theesen. »Und der war absolut verdient«, stellte auch Memos Sözer – Vorbereiter und Torschütze – zurecht fest. In der zweiten Halbzeit erkämpfte sich der VfL ein entscheidendes Übergewicht, das schließlich in drei Tore umgemünzt wurde. »Am Ende hätten wir sogar vier oder fünf Tore schießen müssen«, erklärte Brandwein mit Blick auf die ausgelassenen Großchancen in der Schlussphase. »Das war eine wirklich starke kämpferische Leistung. So müssen wir spielen, um in dieser Liga zu bestehen«, freute sich der Sportliche Leiter Heinz-Werner Stork über den ersten Saison-»Dreier«.

Fichtes nächste Enttäuschung

Wie lange braucht man, um eine herbe Enttäuschung – schon die zweite innerhalb von drei Landesliga-Spielen – zu erklären und zu analysieren? Mario Ermisch, Trainer beim VfB Fichte, in etwa eine Minute. Nach dem 0:2 gegen Aufsteiger Espelkamp hörte sich das so an: »Wir hatten so viele Chancen und müssen einfach früh in Führung gehen. Beim Gegentor muss Christopher Rump rauskommen, und danach fällt uns nichts mehr ein. Wir haben so viele Standardsituationen für uns und beim Gegner einen Mann im Tor, der nicht den sichersten Eindruck hinterlässt – daraus müssen wir einfach mehr machen. Aber wer keine Tore schießt, der kann auch nicht gewinnen«, fasste Ermisch zusammen und beantwortete im Abgang noch die wichtigste Frage. Ist der Saisonstart des VfB Fichte damit endgültig verpatzt? »Ja.« Mit seiner Minuten-Pressekonferenz brachte Ermisch die größten Probleme seiner Hüpker schon einmal treffend auf den Punkt.

Dasekings Abwehrriegel

Eine Idee hatte auch Espelkamps erst am Mittwoch vorgestellter Trainer Tim Daseking mit nach Bielefeld gebracht. Mit einer kompakten Fünferkette bei Bielefelder Ballbesitz formierten die Preußen einen nach anfänglichen Abstimmungsproblemen über weite Strecken unüberwindbaren Riegel vor Torhüter Till Wriedt. Dasekings Unterschrift unter einen Drei-Jahres-Vertrag beim Landesliga-Aufsteiger war unter der Woche eine durchaus überraschende Nachricht. »Espelkamp ist ein Verein, der ideale Voraussetzungen hat, um hier eine sportliche Entwicklung hinzulegen. Es geht darum, eine ganze Philosophie für den Verein zu entwickeln. Und die möchte ich mitgestalten.«

Zufriedenheit bei DSC-Frauen

»Die erste Halbzeit gegen Germania Hauenhorst wollen wir über einen längeren Zeitraum hinbekommen und dabei noch effektiver vor dem Tor werden«, kommentierte Trainer Markus Wuckel den 4:0-Zwischenstand seiner Arminia-Frauen zur Pause. »Und wir müssen die einfachen Fehler abstellen. Vor dem Gegentor dürfen wir den Ball nicht springen lassen«, monierte er. Letztlich überwog aber die Zufriedenheit beim 5:1-Sieger. »Vor allem in der ersten Halbzeit war das ein überzeugender Auftritt«, fasste Sandra Hausberger Arminias Regionalliga-Premiere zusammen. »Wir haben gezeigt, dass wir unsere Aufgabe ordentlich erledigen wollen. Das gibt Selbstvertrauen.« Auch Kapitänin Maxi Birker war erleichtert. »Wir sind froh, dass wir mit einem Sieg in die Saison gestartet sind, da wir gar nicht wussten, was uns erwartet.« Annabel Jäger und Giustina Ronzetti stehen mit ihrem Doppelpack schon an der Spitze der Torjägerliste.

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